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31.01.2026
08:30 Uhr
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Kreml stellt Trumps Bitte anders dar +++ US-Präsident sprach von Zusage Putins wegen „außergewöhnlicher Kälte“ +++ Pistorius bezweifelt, dass Moskau Angriffspause ernst nimmt +++ alle Neuigkeiten im Liveblog

Der russische Präsident Wladimir Putin hat die Rüstungsexporte seines Landes trotz des Drucks westlicher Staaten gelobt. Im vergangenen Jahr seien russische Rüstungsgüter in mehr als 30 Länder geliefert worden, sagte Putin am Freitag bei einem Treffen im Kreml. Die Einnahmen in ausländischer Währung hätten 15 Milliarden Dollar überschritten. Der Sektor arbeite unter „komplizierten Bedingungen“ und stehe unter dem Druck westlicher Länder. „Aber trotz all dieser Versuche wurden unsere Exportverträge im Großen und Ganzen konsequent eingehalten“, sagte Putin. Afrikanische Länder zeigten dem russischen Staatschef zufolge besonderes Interesse an russischen Militärgütern.Russland hatte zuletzt seine Beziehungen zu einer Reihe von Ländern in Afrika ausgebaut, unter anderem im Bereich der militärischen Zusammenarbeit. Hintergrund ist das verstärkte Engagement Russlands auf dem afrikanischen Kontinent. So setzte die Zentralafrikanische Republik bereits 2018 die russische Söldnergruppe Wagner zur Abwehr von Rebellengruppen ein. Deren Präsident Faustin-Archange Touadera lud Putin erst in diesem Monat zu einem Besuch ein. Zudem hat Russland seine Beziehungen zu den Militärregierungen in Mali und Burkina Faso verstärkt.
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hat Russlands Präsident Wladimir Putin „Terror\" gegen die ukrainische Zivilbevölkerung vorgeworfen. Zugleich äußerte er im Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND, Samstagsausgaben) Zweifel an der Friedensbereitschaft des russischen Machthabers. Bislang sehe er „keine Anzeichen dafür, dass Russland ernsthaft Frieden will\".Wenn es darauf ankomme, halte Putin immer an seinen Maximalforderungen fest und zeige sich an keiner Stelle kompromissbereit, kritisierte Pistorius. Während der Friedensgespräche in Abu Dhabi habe er die Ukraine in einer Art und Weise bombardieren lassen wie zuvor kaum in diesem Krieg. „Das hat nichts mehr mit einer militärischen Auseinandersetzung zu tun. Das ist Terror, der sich ausschließlich gegen die Zivilbevölkerung richtet, in einem Winter mit Temperaturen von minus 20 Grad\", warf Pistorius Putin vor.Skeptisch äußerte sich der Verteidigungsminister daher auch mit Blick auf Putins angebliche Bereitschaft zu einer begrenzten Feuerpause, von der derzeit die Rede sei. „Ich habe große Zweifel, dass die Angriffspause auch nur ansatzweise von Moskau ernst genommen wird\", sagte er den RND-Zeitungen.
Zwölf westliche Staaten warnen eindringlich vor der steigenden Gefahr eines nuklearen Unfalls in der Ukraine. Die täglichen russischen Angriffe auf die Energieinfrastruktur hätten nicht nur Millionen Ukrainer der Winterkälte ausgesetzt, kritisierten die Länder, darunter Deutschland, in einer Sondersitzung der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien. Überdies sei auch die Wahrscheinlichkeit eines Atomunfalls nahe an die Realität gerückt.Angriffe auf Umspannwerke und zunehmende Schäden am Elektrizitätsnetz gefährdeten die nukleare Sicherheit, hieß es von der Ländergruppe. Sie wies darauf hin, dass für den sicheren Betrieb von Atomkraftwerken eine verlässliche Stromversorgung notwendig sei.Auch IAEA-Chef Rafael Grossi warnte in einer Rede, dass Schäden an Umspannwerken die nukleare Sicherheit untergraben. Russlands Vertreter bei der IAEA, Michail Uljanow, widersprach: „Das ist eine falsche Behauptung“, sagte er. Die ukrainischen Kernkraftwerke könnten mit den russischen Angriffen auf Umspannwerke leicht fertig werden, sagte er zu Journalisten.Kernkraftwerke produzieren zwar selbst Energie, doch für die Kühlung des strahlenden Materials in den Anlagen wird externer Strom verwendet. Im Notfall werden Stromgeneratoren eingesetzt. Fallen die Kühlsysteme aus, droht im schlimmsten Fall eine Kernschmelze.Die Gruppe hatte die Sitzung des IAEA-Gouverneursrates einberufen. Sie umfasst Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada, Litauen, Luxemburg, die Niederlande, Portugal und Rumänien. Die Vereinigten Staaten schlossen sich dem Vorstoß nicht an.Der amerikanische Präsident Donald Trump und der russische Machthaber Putin würden ernsthafte „Realpolitik“ betreiben, sagte der russische Diplomat Uljanow in Wien. Die IAEA-Sondersitzung sei hingegen „ohne praktische Bedeutung“.
Wladimir Putins Sprecher reagierte auch auf den ukrainischen Präsidenten, der den russischen Herrscher nach Kiew eingeladen hatte, nachdem der Kreml zuvor Wolodymyr Selenskyj unter Bedingungen nach Moskau geladen hatte. Putin habe Selenskyj „nirgendwohin initiativ eingeladen und Selenskyj keinerlei Treffen vorgeschlagen“, sagte Dmitrij Peskow. Vielmehr habe Selenskyj um ein Treffen gebeten. „Und als Antwort hat Präsident Putin ihm geantwortet, ja, wir sind bereit, aber in Moskau.“
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat in einem Gespräch mit Journalisten auf die Aussage des Kreml-Beraters Jurij Uschakow, Selenskyj könne nach Moskau kommen, wenn er mit Putin sprechen wolle, reagiert. „Natürlich ist es mir unmöglich, Putin in Moskau zu treffen“, so Selenskyj. Es wäre dasselbe wie ein Treffen mit Putin in Kiew. „Ich kann ihn auch nach Kiew einladen. Ich lade ihn öffentlich ein, wenn er sich traut, natürlich.“ Putin hatte bisher direkte Treffen mit Selenskyj stets abgelehnt, zuletzt etwa mit der Begründung, dieser sei nicht mehr legitimer Präsident der Ukraine. Tatsächlich ist Selenskyjs reguläre Amtszeit im Frühjahr 2024 abgelaufen, doch erlaubt das Kriegsrecht in der Ukraine keine Wahlen, weshalb er nach wie vor rechtmäßig im Amt ist.
Offiziell gibt es bisher keine russische Reaktion auf die Aussagen des amerikanischen Präsidenten, Russland habe auf seine, Donald Trumps, Bitte an den Herrscher Wladimir Putin hin wegen der großen Kälte die Angriffe auf ukrainische Ziele für eine Woche eingestellt. Es war auch nicht über ein neues Telefonat Trumps und Putins berichtet worden; allerdings hat der amerikanische Präsident auch nicht klargemacht, in welche Form er Putin gebeten habe. Dessen Sprecher hatte zu Gerüchten über eine „Energie-Waffenruhe“ am Donnerstagvormittag gesagt, er könne „das nicht kommentieren“. Darauf angesprochen worden war Dmitrij Peskow, da in russischen und ukrainischen Telegram-Kanälen entsprechende Gerüchte zirkulierten. In den vergangenen Tagen hatte Putins Propagandaapparat die russischen Angriffe auf die Energieinfrastruktur der Ukraine gefeiert. Der russische Angriffskriegsblogger Wladimir Romanow schrieb als erster am Donnerstagmorgen, dass den russischen Truppen verboten worden sei, „Infrastrukturobjekte“ in der Ukraine sowie „jedwede Objekte“ in Kiew und Umgebung anzugreifen. Das Verbot gelte bis Dienstag kommender Woche. Später fügte der Blogger hinzu, „leider“ sei die Information wahr, die Armeeführung habe schon am Mittwoch den Befehl bekommen und er sei von Donnerstag an bis zu einer neuerlichen Anweisung gültig – also zunächst unbefristet.
Russland hat die Ukraine nach Angaben Kiews trotz der von US-Präsident Donald Trump verkündeten Zusage Moskaus für eine Feuerpause in der Nacht zum Freitag abermals mit mehr als hundert Drohnen angegriffen. Die russischen Streitkräfte feuerten eine Rakete des Typs Iskander-M ab und setzten 111 Angriffsdrohnen ein, teilte die ukrainische Luftwaffe am Freitag mit. 80 Drohnen seien abgefangen worden. Angesichts der Minusgrade in der Ukraine hatte Russlands Staatschef Wladimir Putin nach Angaben Trumps am Donnerstag zugesagt, die Angriffe auf Kiew und weitere ukrainische Städte für eine Woche auszusetzen.Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj deutete an, dass die Feuerpause lediglich für Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur gelten könnte. Er zähle darauf, dass Washington die Vereinbarung durchsetze. Die Ukraine werde ihrerseits Angriffe auf die russische Energieinfrastruktur einstellen, sofern Russland dasselbe tue, sagte Selenskyj zu Journalisten Kiew. „Wenn Russland unsere Energieinfrastruktur – Kraftwerke oder andere Energieanlagen – nicht angreift, werden wir ihre nicht angreifen.“
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich für die Unterstützung seines Landes durch Deutschland bedankt und Kanzler Friedrich Merz gelobt. „Friedrich demonstriert echte Führungsstärke und ich schätze unsere Koordination sehr“, schrieb er bei Telegram Bezug nehmend auf ein Telefonat der beiden. Deutschland habe sein Land seit den ersten Kriegstagen unterstützt. Insbesondere die Lieferungen von Luftabwehrsystemen der Typen Patriot und Iris-T seien wichtig für den Schutz des ukrainischen Luftraums. Auch die nun geleistete Hilfe bei der Überwindung der Energiekrise sei wichtig, schrieb er.
Die Ukraine arbeitet nach eigenen Angaben mit dem Raumfahrtunternehmen SpaceX von Elon Musk zusammen, um den Einsatz des Satelliten-Internetsystems Starlink durch Russland zu unterbinden. Dies sagte der ukrainische Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow. Zuvor hatte die Regierung in Kiew erklärt, Starlink-Terminals an russischen Langstreckendrohnen gefunden zu haben, die für Angriffe genutzt wurden.Ein Berater Fedorows hatte im Laufe der Woche Bilder in sozialen Medien veröffentlicht, die Trümmer russischer Langstreckendrohnen mit Starlink-Terminals zeigen sollen. Ihm zufolge könnte Russland das System zur Steuerung von Drohnen eingesetzt haben, die am Dienstag einen ukrainischen Personenzug trafen. Bei dem Angriff wurden fünf Menschen getötet. „Wir sind SpaceX-Präsidentin Gwynne Shotwell und Elon Musk persönlich für die schnelle Reaktion dankbar“, schrieb Fedorow auf dem Kurznachrichtendienst Telegram. Eine Stellungnahme von SpaceX lag zunächst nicht vor.Der kürzlich berufene Berater Serhij Beskrestnow erklärte am Donnerstag, es habe bereits hunderte Fälle gegeben, in denen Russland mit Starlink ausgestattete Drohnen gegen die Ukraine eingesetzt habe. „Die Komplexität dieses Prozesses liegt darin, dass Starlink nicht mit Mitteln der elektronischen Kriegsführung unterdrückt werden kann“, schrieb er. Eine Lösung sei daher nur über SpaceX möglich. Musk hatte den Starlink-Dienst 2022 kurz nach Beginn der russischen Invasion für die Ukraine freigeschaltet. Das ukrainische Militär ist für die Kommunikation auf dem Schlachtfeld und die Steuerung eigener Drohnen auf zehntausende Starlink-Terminals angewiesen. SpaceX hatte im Februar 2024 erklärt, keine Geschäfte mit der russischen Regierung oder deren Militär zu machen.
Der amerikanische Präsident Donald Trump hat den russischen Präsidenten Wladimir Putin nach eigenen Angaben dazu aufgefordert, die ukrainische Hauptstadt Kiew für eine Woche nicht anzugreifen. Bei einem Kabinettstreffen im Weißen Haus sagte Trump der Nachrichtenagentur AP zufolge: „Ich habe Präsident Putin persönlich darum gebeten, eine Woche lang Kiew und die Städte und Ortschaften in dieser außergewöhnlichen Kälte nicht anzugreifen.“ Trump fügte hinzu, Putin habe „dem zugestimmt“. Eine Bestätigung aus Russland gab es dafür zunächst nicht.Ob die angekündigte begrenzte Waffenruhe zustande kommt, ist nach Angaben des ukrainischen Staatschefs Wolodymyr Selenskyj ungewiss. Er dankte zunächst den USA für deren Bemühungen, ein Moratorium für russische Angriffe auf Energieanlagen zu erreichen. „Die Lage jetzt in der Nacht und in den kommenden Tagen, die tatsächliche Situation in unseren Energieanlagen und Städten“ werde zeigen, ob es tatsächlich zu einer Waffenruhe kommen werde, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft. Auch auf der Plattform X dankte Selenskyj Donald Trump.
Angesichts der humanitären Lage in der Ukraine hat die EU weitere Hilfen für das Land in Höhe von insgesamt 195 Millionen Euro angekündigt. Dies teilte die EU-Kommission mit. Davon sollen 50 Millionen Euro an das staatliche Energieunternehmen Naftogaz gehen, um das Energiesystem zu unterstützen; 145 Millionen Euro sind als humanitäre Hilfe vorgesehen. Letztere sollen unter anderem für Unterkünfte, Nahrungsmittel sowie Zugang zu Wasser und Gesundheitsversorgung aufgewandt werden.
Litauen wird zur Stärkung seiner Verteidigungsfähigkeit zwölf Brückenlegepanzer vom Typ Leguan im Wert von rund 210 Millionen Euro kaufen. Dies sei vertraglich mit dem Hersteller KNDS Deutschland vereinbart worden, teilten das Verteidigungsministerium des baltischen EU- und NATO-Staats und das Unternehmen mit.Die Brückenbausysteme, die auf Fahrgestelle der Leopard-2-Panzer montiert werden, werden demnach jeweils mit zwei 14-Meter-Brücken und einer 26-Meter-Brücke ausgestattet. Der Vertrag umfasse weiter auch Ersatzteile, Schulungen für Bediener und Mechaniker und Spezialwerkzeuge, hieß es.Nach Angaben des Verteidigungsministers Robertas Kaunas werden die Brückenlegepanzer die Mobilität und taktische Flexibilität der litauischen Armee auf dem Gefechtsfeld deutlich erhöhen. „Die gepanzerten Fahrzeuge können bei Bedarf natürliche und künstliche Hindernisse schnell überwinden, was in der modernen Kriegsführung von entscheidender Bedeutung ist. Diese Anschaffung stärkt die Verteidigung sowohl Litauens als auch der gesamten NATO-Ostflanke“, sagte er. Litauen grenzt an die russische Exklave Kaliningrad und Belarus. Die Regierung in Vilnius rüstet wegen des russischen Kriegs gegen die Ukraine seine Armee massiv auf und wird unter anderem Kampfpanzer vom Typ Leopard 2 aus Deutschland beziehen. Künftig wird dort eine gepanzerte Brigade der Bundeswehr fest stationiert sein.
Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas hat angesichts der fortgesetzten russischen Angriffe auf das ukrainische Energienetz inmitten des Winters vor fatalen Folgen gewarnt. „Es ist ein sehr harter Winter, und die Ukrainer leiden sehr. Es droht eine humanitäre Katastrophe“, sagte Kallas am Donnerstag vor einem Treffen der EU-Außenminister in Brüssel. Russland bombardiere die Ukrainer weiter in dem Bestreben, „sie frieren zu lassen, bis sie kapitulieren“.
Mehrere Flugobjekte aus Richtung Belarus sind nach Angaben der polnischen Armee in den Luftraum über Polen eingedrungen. Nach Analysen des Flugverhaltens und der Geschwindigkeit habe es sich dabei höchstwahrscheinlich um Ballons gehandelt, die vom Wind getragen wurden, wie das Oberkommando der Streitkräfte auf der Plattform X mitteilte. Der Grenzschutz bestätigte auf X, dass es sich bei den ersten untersuchten Objekten um Schmugglerballons handele. Der Vorfall ereignete sich den Angaben der Armee zufolge am Mittwoch zu nächtlicher Stunde. In der östlichen Region Podlachien gab es vorübergehend Einschränkungen für die zivile Luftfahrt. Eine Gefahr für die Sicherheit des Landes bestand demnach nicht.