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12.01.2026
11:02 Uhr
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Von der Leyen: Russland muss Interesse an Frieden zeigen +++ Abermals russische Angriffe auf Kiew +++ alle Neuigkeiten im Liveblog

Estland hat Einreiseverbote gegen 261 Russen verhängt, die am russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine beteiligt und im Kriegseinsatz an der Front waren. „Es besteht kein Zweifel, dass es sich hier um Personen mit einer feindseligen Haltung gegenüber Europa handelt. Sie verfügen über Kampferfahrung, militärische Ausbildung und oft auch über eine kriminelle Vergangenheit. Darüber hinaus sind sie psychisch traumatisiert“, begründete Innenminister Igor Taro den Schritt. Demnach handelt es sich um die ersten Einreiseverbote, denen weitere folgen sollen. Die Einreiseverbote seien unausweichlich, da diejenigen, die im Namen von Russlands Präsidenten Wladimir Putin Gräueltaten in der Ukraine begangen hätten, keinen Platz in der freien Welt hätten. „Die von ihnen ausgehende Bedrohung ist nicht theoretischer Natur – sie umfasst sowohl die mögliche Ausführung von Aufträgen für russische Geheimdienste als auch die Beteiligung an organisierter Kriminalität“, wurde Taro in einer Mitteilung zitiert.
Mychajlo Fedorow organisierte den Wahlkampf des ukrainischen Präsidenten und digitalisierte dann das Land. Als künftiger Verteidigungsminister soll er die Armee reformieren. Stefan Locke hat den Vierunddreißigjährigen porträtiert.
Das Interesse an russischen Rüstungsgütern im Ausland ist nach Darstellung aus Moskau auf Rekordniveau. „Bis 2022 lag der maximale Auftragswert bei 55 Milliarden Dollar. Heute haben wir mit 70 Milliarden Dollar an schon unterschriebenen Verträgen einen Rekord“, sagte der stellvertretende Ministerpräsident Denis Manturow bei einem Treffen mit Staatschef Wladimir Putin. Manturow führte das auch auf den Krieg gegen die Ukraine zurück, indem er sagte: „Die im Rahmen der militärischen Spezialoperation erprobte Technik wirbt für sich selbst.\"Besonders gefragt seien russische Flugabwehrkomplexe, Flugzeuge und Mehrfachraketenwerfer, sagte Manturow. Im Dezember hatte Manturow jedoch eingeräumt, dass Exportaufträge hinter der Nachfrage der russischen Armee nach neuen Waffen anstehen müssten.
Großbritannien will rasch eine ballistische Rakete mit kurzer Reichweite für die Ukraine entwickeln. Das Projekt mit dem Namen Nightfall soll innerhalb eines Jahres nach der Vergabe die ersten Prototypen liefern, teilte das Verteidigungsministerium in London mit. Mit einer Reichweite von mehr als 500 Kilometern und einer Tragkraft von 200 Kilogramm hochexplosiver, konventioneller Sprengköpfe sollen die Raketen dem ukrainischen Militär die Fähigkeit zu schnellen Schlägen auf wichtige militärische Ziele verleihen.Dem britischen Verteidigungsminister John Healey zufolge ist die Ankündigung auch eine Reaktion auf den russischen Einsatz der ballistischen Mittelstreckenrakete Oreschnik gegen zivile Infrastruktur vergangene Woche. Russlands Präsident Wladimir Putin glaube, ungestraft Angriffe auf zivile Ziele mit hoch entwickelten Waffen vornehmen zu können, sagte Healey der Mitteilung zufolge. „Wir werden das nicht hinnehmen. Deshalb sind wir entschlossen, den Ukrainern modernste Waffen an die Hand zu geben, um sich zu verteidigen.“„Die Nightfall-Raketen sollen von einer Vielzahl unterschiedlicher Fahrzeuge aus gestartet werden können, mehrere Raketen in kurzer Folge abfeuern und sich innerhalb weniger Minuten zurückziehen – so können ukrainische Streitkräfte wichtige militärische Ziele treffen, bevor russische Kräfte reagieren können“, hieß es in der Mitteilung weiter. Dazu sollen Entwicklungsaufträge an drei verschiedene Teams in Höhe von je neun Millionen Pfund (etwa 10,4 Millionen Euro) vergeben werden.Mit einer geplanten Produktionsrate von zehn Systemen pro Monat und einem Höchstpreis von 800.000 Pfund (etwa 920.000 Euro) pro Stück solle Nightfall eine günstige Option mit minimaler Exportkontrolle sein. Ballistische Raketen sind im Vergleich zu Marschflugkörpern wegen ihrer hohen Geschwindigkeit und steilen Flugbahn nur schwer abzufangen.
Russland greift ukrainischen Militärangaben zufolge Kiew aus der Luft an. In einem der Stadtteile sei ein Feuer ausgebrochen. Die ukrainische Luftabwehr versuche, den Angriff abzuwehren, teilte der Chef der Kiewer Militärverwaltung, Timur Tkatschenko, auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat nach den schweren Luftangriffen in dieser Woche Russland gezielten Terror gegen die Menschen seines Landes vorgeworfen. Das russische Militär habe innerhalb der vergangenen Woche rund 1.100 Drohnen, 890 gelenkte Fliegerbomben und 50 Raketen und Marschflugkörper, darunter die Mittelstreckenrakete Oreschnik, gegen die Ukraine eingesetzt, schrieb er in sozialen Netzwerken. „Auf Ziele, die keine militärische Bedeutung haben: Energieanlagen und Wohnhäuser.“Moskau habe extra das frostige Wetter abgewartet, um den einfachen Ukrainern das Leben so hart wie möglich zu machen. „Das ist bewusster, zynischer russischer Terror gegen die Menschen“, argumentierte Selenskyj. Seine Worte illustrierte er mit Videoausschnitten von Drohnenschäden ziviler Objekte in Kiew und Umland sowie in den Regionen Charkiw, Cherson, Dnipropetrowsk, Donezk, Odessa, Saporischschja und Tschernihiw. Bilder aus dem westukrainischen Lwiw, wo die Oreschnik-Rakete eingeschlagen ist, waren nicht zu sehen.Der Kreml stellt die andauernde Bombardierung der Ukraine als Schläge gegen ausschließlich militärisch relevante Objekte dar, auch wenn unter der Zerstörung von Kraftwerken die Zivilbevölkerung leidet. Moskau hat zuletzt seinerseits Terrorvorwürfe gegen Kiew erhoben, weil die Ukraine angeblich eine Drohnenattacke auf eine der Residenzen von Kremlchef Wladimir Putin lanciert hat. Putin hat vor knapp vier Jahren den Krieg gegen die Ukraine befohlen.
Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine dauert inzwischen genauso lange wie der Große Vaterländische Krieg der Sowjetunion gegen Hitler-Deutschland. Auf diese Statistik verwies neben dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj die oppositionelle russische Website „Meduza“. Sowjet-Diktator Stalin hatte nach dem deutschen Überfall 1941 den Großen Vaterländischen Krieg ausgerufen.Die Sowjetarmee habe 1.418 Tage gebraucht, errechnete die Website, um nach den ersten Rückschlägen gegen die Wehrmacht bis nach Berlin vorzustoßen und die Kapitulation Deutschlands zusammen mit den Alliierten zu erzwingen. Dagegen stecke die russische Armee nach 1.418 Tagen Krieg in der Ukraine „seit Jahren in denselben Dörfern und Städten des Donbass fest“. Russland hatte vor fast vier Jahren die benachbarte Ukraine überfallen und erwartet, die Hauptstadt Kiew innerhalb von wenigen Tagen zu erobern. Die Statistik fand in den russischen Staatsmedien keine Erwähnung.Moskau habe den Erfolg von damals wiederholen wollen, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache. „Sie haben die Misshandlung von Menschen wiederholt, den Faschismus wiederholt, fast alles wiederholt, was im 20. Jahrhundert das Schlimmste war“, betonte er. „Dennoch versuchen die Russen, denselben Donbass zu erobern wie vor fast vier Jahren, sie wollen erneut lügen, dass sie Kupjansk eingenommen haben.“„Das sagt viel über das System aus, das (Kremlchef Wladimir) Putin aufgebaut hat, und einfach über ihn persönlich“, sagte Selenskyj. Die russischen Verluste betragen nach seinen Worten derzeit mindestens 1.000 Tote pro Tag. „Und damit bezahlt Russland faktisch dafür, dass der Krieg nicht endet, das ist Wahnsinn.“ Und dieser „russische Wahnsinn“ könne nur mit vereinten Kräften gestoppt werden.Der Vergleich der beiden Kriege sei nicht ganz korrekt, fügte „Meduza“ hinzu. Ein direkter Vergleich vieler Indikatoren zeige, dass der aktuelle Krieg nur für die Ukraine einen existenziellen Charakter habe. Kiew schaffe es, den Krieg mit westlicher Hilfe fortzusetzen. Der Kreml hingegen sei nicht in der Lage oder nicht willens, sich auf einen existenziellen Kampf einzulassen, und beschränke sich darauf, seine Anstrengungen nur geringfügig zu verstärken.Die ukrainischen Medien vermeldeten an diesem 1.418. Kriegstag kleinere russische Geländegewinne bei Wowtschansk in der Region Charkiw sowie bei Pokrowsk im Donbass. Der militärnahe ukrainische Blog „DeepState“ veröffentlichte dazu auf Telegram entsprechende Karten.
Russland muss EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zufolge nun zeigen, dass es an einem Frieden interessiert ist. Die Regierung in Kiew und ihre Verbündeten hätten sich auf einen Friedensplan und Sicherheitsgarantien geeinigt, die nach einem Waffenstillstand in Kraft treten würden, sagt von der Leyen vor Journalisten.Bei dem Plan handele es sich um den 20-Punkte-Vorschlag, den der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj mit seinem US-Amtskollegen Donald Trump besprochen habe. Zudem gebe es umfangreiche Sicherheitsgarantien der USA und Europas für die Ukraine.
Ukrainische Militärs haben die Beschädigung von drei russischen Ölbohrplattformen im Kaspischen Meer für sich beansprucht. Die Plattformen des russischen Ölgiganten Lukoil dienten der Versorgung der russischen Streitkräfte in der Ukraine, teilte der ukrainische Generalstab in Kiew auf Telegram mit. Die Generalität machte keine Angaben zur Art des Angriffs, sprach aber von „direkten Treffern“, sodass der Einsatz von Langstreckendrohnen möglich schien.Der Bericht über den Angriff konnte von unabhängiger Seite nicht überprüft werden. Das russische Militär macht grundsätzlich keine Angaben zu eventuellen Schäden durch ukrainische Angriffe.Die Ukraine greift wiederholt Objekte der Öl- und Gasindustrie in Russland an, um die Versorgung der russischen Besatzungstruppen zu erschweren.
Der von schweren russischen Drohnenangriffen in der Nacht verursachte vollständige Stromausfall in der südostukrainischen Region Saporischschja ist nach Behördenangaben weitgehend behoben. „Stand 07.00 Uhr (06.00 Uhr MEZ) ist die Stromversorgung in der Region Saporischschja – und das betrifft 382.500 Familien und Firmen – vollständig wiederhergestellt“, sagte der Direktor des örtlichen Energieversorgers Saporischschjaoblenergo, Andrij Stasewskyj laut einem Telegrameintrag des Unternehmens.Demnach ist die Stromversorgung in der Region gegen 2 Uhr nachts völlig zusammengebrochen. „In dieser Nacht um 02:11 Uhr kam es in der Region Saporischschja zu einem Stromausfall; die Region war komplett ohne Strom“, heißt es. Die schnellen Reparaturarbeiten hätten die Wiederaufnahme des Betriebs ermöglicht, lobte Stasewskyj seine Mitarbeiter.Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe hat Russland in der Nacht 154 Kampfdrohnen gestartet. 125 seien abgefangen worden, es habe aber auch mehr als 20 Einschläge gegeben, gestand die Flugabwehr ein. Seit Kriegsbeginn vor mehr als vier Jahren attackiert Russland systematisch die Energieversorgung der Ukraine. Inzwischen ist das ukrainische Netz so geschwächt, dass die Stromversorgung in vielen Landstrichen beschränkt oder sogar ganz zusammengebrochen ist. Angesichts der Frosttemperaturen ist die Lage für viele Ukrainer katastrophal.
Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf die südrussische Stadt Woronesch werden nach Angaben des dortigen Gouverneurs mindestens vier Menschen verletzt. Ein Gebäude des Rettungsdienstes, sieben Mehrfamilienhäuser und sechs Einfamilienhäuser seien beschädigt, schreibt Gouverneur Alexander Gussew auf dem Kurznachrichtendienst Telegram. Eine unabhängige Überprüfung der Angaben ist zunächst nicht möglich, eine ukrainische Stellungnahme liegt nicht vor.
Bei einem Bombenangriff auf die ostukrainische Stadt Slowjansk sind nach Behördenangaben sieben Zivilisten verletzt worden. Wie die ukrainische Staatsanwaltschaft der Region Donezk mitteilte, warf das russische Militär eine schwere gelenkte Fliegerbombe vom Typ Fab-250 auf die Stadt ab. Der Ballungsraum Slowjansk/Kramatorsk ist die letzte Bastion im Gebiet Donezk, die die ukrainischen Kräfte noch kontrollieren. Russland beansprucht die Region für sich.In der Großstadt Charkiw haben die Behörden einen Raketeneinschlag vermeldet. Ein Objekt der Infrastruktur und ein Mehrfamilienhaus seien getroffen worden, teilte Bürgermeister Ihor Terechow auf Telegram mit. Das Ausmaß der Schäden war demnach zunächst unklar.
Nach einem ukrainischen Drohnenangriff sind in der russischen Oblast Belgorod nach Angaben des Gouverneurs 600.000 Menschen ohne Strom. An der Wiederherstellung werde gearbeitet, die Lage sei jedoch äußerst schwierig, schreibt Wjatscheslaw Gladkow auf Telegram. Aufnahmen von Reuters in der Stadt Belgorod zeigen, dass die Straßenbeleuchtung ausgeschaltet war und die Anwohner sich mit Taschenlampen und Autoscheinwerfern den Weg suchten.
Ein ukrainischer Drohnenangriff hat nach russischen Angaben ein Feuer in einem Öldepot im Bezirk Oktjabrski verursacht. Opfer habe es keine gegeben, teilt der Gouverneur der Oblast Wolgograd, in deren Süden das Depot liegt, auf Telegram mit. Anwohner müssten sich aber möglicherweise in Sicherheit bringen. In der Nacht seien 67 ukrainische Drohnen zerstört worden, behauptet das russische Verteidigungsministerium. Russland hat auch in der Nacht auf Samstag die Angriffe auf ukrainische Städte auch abseits der Front fortgesetzt. In der südostukrainischen Region Dnipropetrowsk wurden nach Angaben von Gouverneur Olexandr Hanscha drei Menschen verletzt – ein Mann in der Gebietshauptstadt Dnipro sowie ein Mann und eine Frau in der Großstadt Krywyj Rih. Dort seien wegen der Attacke Brände ausgebrochen, schrieb er bei Telegram. „Die Infrastruktur wurde beschädigt. Es gab Stromabschaltungen.“Auch in Dnipro selbst gebe es Schäden an Energieanlagen und dementsprechend Probleme mit der Stromversorgung. Eine Garagenanlage sei in Mitleidenschaft gezogen worden. 27 Drohnen habe die Flugabwehr dabei abfangen können, schrieb Hanscha.