FAZ 26.02.2026
19:36 Uhr

Krieg in der Ukraine: Norwegen will ukrainischen Männern den Schutzstatus entziehen


Die Regierung in Oslo kündigte an, in Kürze einen Gesetzentwurf vorzulegen +++ Mutmaßlicher Rekrutierer von Kenianern für russischen Militärdienst festgenommen +++ Ukrainer und Amerikaner treffen sich in Genf +++ alle Neuigkeiten im Liveblog

Krieg in der Ukraine: Norwegen will ukrainischen Männern den Schutzstatus entziehen

Die nächsten Friedensgespräche sollen in Abu Dhabi stattfinden Die nächste Runde der US-vermittelten Friedensgespräche zwischen der Ukraine und Russland wird Angaben aus Kiew zufolge Anfang März in Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten erwartet. „Es ist notwendig, alles, was für echte Sicherheitsgarantien erreicht wurde, zu finalisieren und ein Treffen der Staatschefs vorzubereiten“, sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in einer Videobotschaft. Ein solches Gipfeltreffen könne helfen, „Schlüsselfragen“ zu lösen. „Wenn es um Russland geht, um ein so personalisiertes Regime, dann noch mehr als in anderen Ländern“, hob Selenskyj hervor.Der ukrainische Chefunterhändler Rustem Umerow kündigt intensive Vorbereitungen für das nächste Dreier-Treffen mit den USA und Russland an. Nach Gesprächen mit den US-Gesandten Steve Witkoff ⁠und Jared Kushner in Genf habe man sich mit Präsident Wolodymyr Selenskyj abgestimmt, teilt Umerow auf Telegram mit. Es werde an wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Fragen gearbeitet, um die nächste Zusammenkunft „so substanziell wie möglich“ zu gestalten.

Mutmaßlicher Rekrutierer von Kenianern für russischen Militärdienst festgenommenIn Kenia ist eine mutmaßliche Schlüsselfigur der Entsendung von Männern aus dem ostafrikanischen Land zum Militärdienst für Russland festgenommen worden. Der 33-jährige Gründer einer Rekrutierungsagentur wurde in der Stadt Moyale an der Grenze zu Äthiopien festgenommen, wie die kenianische Staatsanwaltschaft am Donnerstag mitteilte. Ihm wird demnach Menschenhandel vorgeworfen.Der Mann wird beschuldigt, junge Männer unter falschen Vorwänden für die Entsendung nach Russland rekrutiert zu haben. Er sei „ein mutmaßlicher Schlüsselakteur in einem umfassenden Netzwerk zum Menschenhandel“, erklärten die Ermittler. In der vergangenen Woche hatte der Abgeordnete Kimani Ichung'wah berichtet, dass mehr als 1000 Kenianer unter Zwang für den Dienst in der russischen Armee rekrutiert worden seien. Viele von ihnen hätten sich in dem Glauben nach Russland schicken lassen, dort gut bezahlte Arbeitsstellen zu erhalten. Ichung'wah bezog sich bei seinen Angaben auf einen gemeinsamen Bericht der kenianischen Geheimdienste und der Ermittlungsbehörden.Mehrere Medien hatten in den vergangenen Wochen über Kenianer berichtet, die im russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine an die Front geschickt wurden. Viele von ihnen hatten vorher nur ein sehr kurzes militärisches Training erhalten, manche gar keines. Mehrere Keniaer wurden in dem Krieg getötet.

Ukrainer und Amerikaner treffen sich in GenfVertreter der Ukraine und der USA sind am Donnerstag in Genf zusammengetroffen, um weitere trilaterale Gespräche mit Russland über eine Beendigung des Ukraine-Krieges vorzubereiten. Ein bilaterales Treffen mit dem US-Sondergesandten Steve Witkoff und mit Jared Kushner habe begonnen, teilte der ukrainische Chefunterhändler Rustem Umerow auf der Plattform X mit. „Wir setzen heute in Genf unsere Arbeit im Rahmen des Verhandlungsprozesses fort“, erklärte Umerow. Die Ukraine wolle vor den nächsten trilateralen Gesprächen mit Russland im März ihre Positionen mit den USA „synchronisieren“. Der russische Außenminister Sergej Lawrow betonte unterdessen mit Blick auf die diplomatischen Bemühungen um ein Ende des Ukraine-Krieges, Moskau sei nicht in Eile. „Haben Sie von uns irgendetwas über Fristen gehört? Wir haben keine Fristen, wir haben Aufgaben. Die werden wir erledigen“, sagte Lawrow staatlichen Medien. 

Festnahme im Mordfall PortnowPolizeibeamte aus Spanien und Deutschland haben einen Tatverdächtigen im Fall des im vergangenen Jahr in Madrid ermordeten ehemaligen ukrainischen Politikers Andrij Portnow festgenommen. Wie die spanischen Ermittlungsbehörden mitteilten, wurde in Heinsberg bei Aachen mit Unterstützung von Beamten des Bundeskriminalamts ein Europäischer Haftbefehl vollstreckt. Nähere Angaben zu dem Tatverdächtigen, dessen Wohnung in Heinsberg durchsucht wurde, machte die spanische Polizei nicht. Der 52 Jahre alte Portnow, der einer der ranghöchsten Mitarbeiter des 2014 nach Russland geflohenen ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch war, war am 21. Mai 2025 im Madrider Vorort Pozuelo de Alarcón durch fünf Schüsse getötet worden. Der Jurist hatte sich vier Monate nach dem russischen Einmarsch in der Ukraine im Juni 2022 mit seiner Familie in Madrid in einer bewachten Wohnanlage innerhalb eines luxuriösen Wohnkomplexes niedergelassen, wo er offenbar zunächst unerkannt lebte. In Spanien wurde bislang ein krimineller Hintergrund vermutet. Schulden wurden als mögliches Tatmotiv genannt. Portnow, der von 2006 bis 2010 Abgeordneter im ukrainischen Parlament war, wirkte von 2010 bis 2014 als stellvertretender Leiter der Präsidialverwaltung. Nach dem Sturz Janukowitschs floh er wie dieser nach Russland, später lebte er in Österreich, um dann zwischenzeitlich in die Ukraine zurückzukehren. 

Russland und Ukraine tauschen Leichen aus Moskau und Kiew haben nach russischen Angaben erneut mehr als 1000 Leichen von Soldaten ausgetauscht. Die Ukraine habe die sterblichen Überreste von 1000 Soldaten von Russland erhalten, schrieb der russische Chefunterhändler bei den jüngsten Verhandlungen zwischen beiden Kriegsparteien, Wladimir Medinski, am Donnerstag auf Telegram. Kiew übergab Moskau demnach 35 Soldatenleichen. Eine Bestätigung aus Kiew gab es zunächst nicht.

Verstöße gegen Russland-Embargo in Hamburg?Ein Geschäftsführer dreier Firmen aus Hamburg steht im Verdacht, in mehr als 900 Fällen gegen das Russland-Embargo verstoßen haben. Es sollen Waren im Wert von mehr als vier Millionen Euro mittelbar aus Russland eingeführt worden sein, wie das Zollfahndungsamt Essen mitteilte. Aufgrund der laufenden Ermittlungen wurde zu der Art der Waren noch keine Aussage getroffen. Es habe am 18. Februar Durchsuchungen in den drei Firmen gegeben, sagte ein Sprecher der Behörde. Dabei wurden zahlreiche Geschäftsunterlagen und Speichermedien als Beweismittel sichergestellt. Zudem wurden zwei Luxuslimousinen und ein Vermögensarrest in Höhe von 3,5 Millionen in das Vermögen einer der Firmen vollstreckt. Damit wird Vermögen eingefroren, damit es während des Ermittlungsverfahrens nicht verschoben oder versteckt werden kann. 

Explosionen erschüttern nach Raketenalarm KiewNach Raketenalarm ist die ukrainische Hauptstadt Kiew am frühen Donnerstagmorgen Journalisten der Nachrichtenagentur AFP zufolge von mehreren Explosionen erschüttert worden. „Die Luftverteidigung ist im Einsatz“, erklärte der Leiter der Militärverwaltung von Kiew, Tymur Tkatschenko, im Onlinedienst Telegram und rief die Einwohner auf, in Schutzräumen zu bleiben, bis der Alarm aufgehoben wurde. Die russische Armee greife Kiew mit Kampfdrohnen und ballistischen Raketen an, fügte er hinzu.Zuvor hatten die ukrainischen Behörden Raketenalarm ausgegeben. Die Angriffe beschränkten sich nicht auf die Hauptstadt. In Charkiw im Nordosten der Ukraine waren dem Bürgermeister Ihor Terechow zufolge bei Angriffen russischer Schahed-Drohnen zwei Explosionen zu hören gewesen. Er warnte die Einwohner, in Schutzräumen zu bleiben, da „Drohnen und Raketen auf die Stadt zufliegen“. Später meldete Terechow einen „kombinierten Luftangriff“ mit Treffern in den Bezirken Schewtschenkiwski und Kyjiwski.Auch die südöstliche Stadt Saporischschja wurde nach Angaben des Regionalgouverneurs Iwan Fedorow angegriffen. Er meldete mehrere Explosionen und mindestens einen verletzten Menschen. In Krywyj Rih wurde bei einem russischen Angriff nach Angaben des Regionalgouverneurs von Dnipropetrowsk, Oleksandr Ganscha, ein 89-jähriger Mann verletzt und ein Hochhaus durch einen Brand beschädigt.

Schweiz verbietet Kauf und Import von Flüssig-Erdgas aus RusslandDie Schweizer Regierung hat ihre Sanktionen gegen Russland im Einklang mit dem Ende des vergangenen Jahres von der EU beschlossenen 19. Sanktionspakets verschärft. „Ab dem 25. April 2026 gilt in der Schweiz ein vollständiges Kauf- und Importverbot von russischem Flüssig-Erdgas (LNG)“, erklärte die Regierung in Bern am Mittwoch. Für bereits bestehende langfristige Lieferverträge werde eine Übergangsfrist bis Ende 2026 gelten.Die Schweiz, die kein Mitglied der EU ist, hat seit dem Beginn von Moskaus Krieg gegen die Ukraine vor knapp vier Jahren mehrere von Brüssels Wirtschaftssanktionen gegen Russland übernommen. „Die Maßnahme verfolgt das Ziel, Russlands Einnahmen aus dem Verkauf fossiler Brennstoffe zu verringern, die den Krieg gegen die Ukraine maßgeblich mitfinanzieren“, erklärte die Schweizer Regierung.

Xi beschuldigt Russland nicht Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping hat sich beim Treffen mit Bundeskanzler Friedrich Merz für Verhandlungen im Ukrainekrieg ausgesprochen und erneut auf eine direkte Schuldzuweisung an Russland verzichtet. Nach chinesischen Regierungsangaben erklärte Xi, entscheidend sei es, durch Dialog zu einer Lösung zu kommen. Dabei müssten jedoch alle Parteien gleichberechtigt eingebunden und ihre berechtigten Anliegen berücksichtigt werden. 

Drohnenproduktion in GroßbritannienIn Großbritannien hat die erste ukrainische Fabrik zur Herstellung von Drohnen ihren Betrieb aufgenommen. In der Ukraine seien die Fabriken wegen ‌des Kriegs ständig von Zerstörung bedroht, daher sei die Aufnahme der Produktion in Großbritannien nur logisch, erklärt der ukrainische Botschafter Walerij Saluschnyj auf Telegram. Es handele sich ‌aber nicht um eine Verlagerung ‌der Produktion aus der Ukraine heraus, sondern \"um eine Erweiterung unserer gemeinsamen Fähigkeiten und die Schaffung einer zweiten Verteidigungslinie, die die Kontinuität der Produktion gewährleistet\". 

Südafrikanische Kämpfer kehren zurückEin knappes Dutzend Südafrikaner, die nach eigener Aussage mit falschen Versprechungen nach Russland gelockt wurden und im Ukrainekrieg auf russischer Seite kämpfen mussten, werden demnächst in ihre Heimat zurückkehren, berichtet die F.A.Z.-Korrespondentin Claudia Bröll aus Kapstadt. Der südafrikanische Präsident Cyril Ramaphosa dankte dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in dieser Woche „von Herzen“ für die Unterstützung. Die südafrikanischen Behörden würden mit den russischen nun eng zusammenarbeiten, um eine sichere Rückkehr der Männer zu garantieren. Nach Angaben eines Sprechers hatten Ramaphosa und Putin Anfang des Monats telefoniert.  Ein Ausschuss im südafrikanischen Parlament bestätigte im vergangenen Jahr, es seien 17 südafrikanische Staatsbürger in der Donbass-Region in der Ukraine „gestrandet“. Ende des Jahres hatten die Männer Hilferufe an die Regierung in Pretoria geschickt. Medienberichten zufolge hatten sie der Tochter des früheren Staatspräsidenten Jacob Zuma, Duduzile Zuma-Sambudla, vertraut und gedacht, sie würden in Russland zu Bodyguards ausgebildet. Stattdessen seien sie an der Front in der Ukraine gelandet. Eine Eliteeinheit der südafrikanischen Polizei untersucht derzeit die Hintergründe, die Democratic Alliance (DA), die zweitgrößte Partei in Südafrika, erstattete Anzeige gegen Zuma-Sambudla. Sie bekräftigt weiterhin ihre Unschuld; sie sei selbst getäuscht worden. 

US-Ukraine-Treffen am DonnerstagUkrainische Unterhändler sollen sich am Donnerstag mit Vertretern der Vereinigten Staaten treffen. Themen seien das sogenannte Wohlstandspaket und der Wiederaufbau ‌seines Landes, teilt Präsident ‌Wolodymyr Selenskyj mit. Zudem sollten die Teams die Vorbereitungen für ein trilaterales Treffen unter Einbeziehung Russlands erörtern. Er ​hoffe, dass diese ⁠Verhandlungsrunde Anfang März stattfinden könne. 

US-Regierung ermahnt Ukraine nach Angriffen auf russischen HafenDie US-Regierung ermahnt ‌die ‌Ukraine nach Angriffen auf den russischen Hafen Noworossijsk zur Rücksichtnahme auf amerikanische Wirtschaftsinteressen. Das US-Außenministerium ​fordert Kiew ⁠in einem offiziellen Schreiben auf, Angriffe zu unterlassen, die diese ​Interessen beeinträchtigen, teilt die ukrainische Botschafterin ⁠in Washington, Olha Stefanischyna, ‌mit. Die Botschafterin betont jedoch, die Aufforderung sei keine generelle ⁠Anweisung, Angriffe auf die ⁠russische Energieinfrastruktur zu stoppen. Hintergrund ist ⁠der ​Öl-Export ⁠aus Kasachstan, der ​zu einem Großteil über ‌den Hafen von Noworossijsk läuft. Eine Stellungnahme ​des US-Außenministeriums liegt zunächst ​nicht vor. 

Tausende Slowaken protestieren für Ukraine und gegen FicoVor dem Hintergrund eines Streits über Energielieferungen sind Tausende Menschen in der slowakischen Hauptstadt Bratislava zu einer Solidaritätskundgebung für die Ukraine auf die Straße gegangen. Sie gedachten der ukrainischen Opfer des russischen Angriffskriegs und protestierten zugleich gegen den slowakischen Ministerpräsidenten Robert Fico. Der linksnationale Politiker hatte einen Stopp von Strom-Hilfslieferungen an die Ukraine angekündigt, weil diese russische Erdöl-Lieferungen an die Slowakei blockiere.Anlass der Kundgebung war der vierte Jahrestag des Beginns der russischen Invasion am 24. Februar 2022. Die Demonstranten schwenkten ukrainische, slowakische und Europa-Fahnen. In Sprechchören riefen sie „Ruhm der Ukraine!“. Als der Solidaritätsmarsch an der russischen Botschaft vorbeikam, waren Rufe zu hören, der russische Botschafter solle die Slowakei verlassen.