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05.02.2026
12:38 Uhr
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„Symmetrische Reaktion“ nach Spionagevorwürfen gegen Russen +++ Kreml: kein Kontakt zu Epstein +++ Selenskyj: 55.000 ukrainische Soldaten gefallen +++ alle Neuigkeiten im Liveblog

Wadephul: Ausweisung „völlig inakzeptabel“Jetzt reagiert Außenminister Johann Wadephul auf die Ausweisung eines Mitarbeiters der deutschen Botschaft durch Moskau: „Die Ausweisung eines deutschen Diplomaten aus Russland entbehrt jeder sachlichen Grundlage und ist völlig inakzeptabel“, sagte der CDU-Politiker am Rande eines Besuchs im südostasiatischen Sultanat Brunei.Bei dem ausgewiesenen Mitarbeiter handele es sich um einen Angehörigen des Militärattaché-Stabs der Botschaft, teilte Wadephul mit.
Kreml weist Verbindungen zu Epstein zurückDer Kreml hat Mutmaßungen über eine Agententätigkeit von Jeffrey Epstein für Russland zurückgewiesen. Auf die Frage, ob Epstein ein russischer Spion war, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow jetzt, er sei versucht, „viele Witze über diese Version“ der Dinge zu machen, „aber das wäre Zeitverschwendung“. In den in der vergangenen Woche vom US-Justizministerium neu veröffentlichten Dokumenten zu den Verbindungen Epsteins ist mehrfach zu lesen, dass der US-Investmentbanker den Wunsch hatte, Wladimir Putin zu treffen. Demnach versuchte Epstein mehrfach, ein Treffen zu arrangieren. Aufzeichnungen über ein tatsächliches Treffen gibt es nicht. Peskow hatte russischen Staatsmedien bereits zuvor gesagt, der Kreml habe nie eine Anfrage Epsteins erhalten. Putins Name wird in den Epstein-Dokumenten häufig erwähnt – meist im Zusammenhang mit Medienberichten über den Kremlchef. In den Veröffentlichungen ist zudem dokumentiert, dass Epstein häufig versuchte, junge Frauen aus Russland nach Europa und in die Vereinigten Staaten zu bringen.
Gefangenenaustausch vereinbartDie Delegationen der USA, der Ukraine und Russlands haben sich auf einen Gefangenenaustausch geeinigt. Es gehe um insgesamt 314 Personen, teilt der US-Sondergesandte Steven Witkoff mit. Die Friedensgespräche in Abu Dhabi seien detailliert und produktiv gewesen, es bleibe jedoch noch einiges zu klären. Die Diskussionen würden fortgesetzt, in den kommenden Wochen werde mit weiteren Fortschritten gerechnet.
Stromversorgung in der Ukraine weiter schwierigDer ukrainische Energieminister Denys Schmyhal hat die Bevölkerung vor einer Verschärfung der geplanten Stromabschaltungen in den kommenden Tagen gewarnt. Zudem bestehe die Gefahr, dass die russischen Streitkräfte neue Luftangriffe starten könnten, um die Strom- und Heizungsnetze weiter lahmzulegen, sagte Schmyhal. Die Lage bei der Energieversorgung bleibe sehr schwierig. „Dies hängt mit dem letzten Angriff zusammen und der Tatsache, dass die Erzeugungsausfälle im Stromsystem immer noch erheblich sind“, schrieb Schmyhal am Mittwoch auf Telegram. In der Hauptstadt Kiew seien mehr als 200 Notfallteams im Einsatz, um die Wärmeversorgung nach den russischen Angriffen im Januar wiederherzustellen. Dem Kiewer Bürgermeister Vitali Klitschko zufolge waren am Dienstag noch mehr als 1100 Gebäude ohne Heizung.Premierministerin Julija Swyrydenko teilte mit, seit Anfang des Jahres seien 217 russische Angriffe auf das ukrainische Energiesystem verzeichnet worden.
Selenskyj: 55.000 ukrainische Soldaten gefallenDer ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj beziffert die Zahl der im Krieg gegen Russland getöteten Soldaten auf 55.000. Dies sei die offizielle Zahl der Gefallenen, sagte Selenskyj in einem Interview des Senders France 2. Dazu gehörten sowohl Berufssoldaten als auch Wehrpflichtige. Hinzu komme eine große Anzahl an Vermissten.Vor dem Hintergrund der laufenden Gespräche mit Moskau und Washington rechnet Selenskyj mit einem baldigen Austausch von Kriegsgefangenen. In seiner abendlichen Videobotschaft sagte er, es werde einen wichtigen Schritt geben – hin zum Austausch von Gefangenen. Die Gespräche im Ringen um ein Ende des Ukrainekriegs sollen am Donnerstag in Abu Dhabi weitergehen. Zuvor hatte auch der Kiewer Chefunterhändler, Rustem Umjerow, von einem Gefangenenaustausch gesprochen.
Umjerow nennt Gespräche „produktiv“ Der ukrainische Chefunterhändler Rustem Umjerow hat die erneuten Ukraine-Gespräche in Abu Dhabi als produktiv bezeichnet. „Die Arbeit war inhaltsreich und produktiv mit einer Orientierung auf konkrete Schritte und praktische Lösungen“, schrieb er nach der Verhandlungsrunde mit US-Vertretern sowie Moskauer und Kiewer Teams in sozialen Medien. Nach dem Dreiertreffen seien die Verhandlungen in Arbeitsgruppen fortgesetzt worden.
Gespräche in Abu Dhabi beendet Unterhändler Russlands und der Ukraine haben ukrainischen Angaben zufolge ihre Verhandlungen unter US-Vermittlung in Abu Dhabi beendet. Die Gespräche im Ringen um ein Ende des Krieges sollen am Donnerstag fortgesetzt werden, hieß es am Mittwochnachmittag von einer Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrats der Ukraine. Inhaltliches wurde zunächst nicht bekannt. Der ukrainische Verhandlungschef Rustem Umjerow hatte zuvor von einem möglichen Gefangenenaustausch gesprochen.
EU-Staaten einigen sich auf Konditionen des 90-Milliarden-Kredits für KiewWährend Russen und Ukrainer in Abu Dhabi verhandeln, verständigten sich die EU-Mitgliedstaaten in Brüssel auf die Konditionen eines Kredits über 90 Milliarden Euro für die Ukraine. Umstritten war zuletzt noch, unter welchen Bedingungen das Geld auch für Waffen aus Drittstaaten verwendet werden darf. Der gefundene Kompromiss ließe es zu, das Vereinigte Königreich EU-Staaten gleichzustellen, falls es bereit ist, „einen fairen und angemessenen finanziellen Beitrag zu den Kosten zu leisten, die durch die Kreditaufnahme entstehen“. Dagegen wären Käufe in den USA – etwa von Patriot-Systemen – nur im begründeten Ausnahmefall möglich. Das EU-Parlament muss noch zustimmen.
Truppenstärke der Bundeswehr-Brigade in Litauen nun bei 1.700 PersonenDie Bundeswehr-Brigade in Litauen wächst weiter: Bei einem feierlichen Appell in Kaunas wurden die bislang bereits in dem Baltenstaat stationierten NATO-Soldaten offiziell Teil der Panzerbrigade 45 „Litauen“. So stehen nun auch die Soldaten der „Multinational Battlegroup Lithuania“ unter dem Kommando der Brigade, deren Truppenstärke vor Ort sich damit auf gut etwa 1.700 Angehörige erhöht.Deutschland reagiert mit der Aufstellung der Panzerbrigade 45 „Litauen“ auf die wachsende Bedrohung der Nato durch Russland. Sie wurde im April 2025 formal in Dienst gestellt. Bis 2027 soll sie mit einer Gesamtstärke von 4.800 Soldaten und 200 zivilen Mitarbeitern voll als Kampfverband einsatzfähig sein. „Deutschlands Führungsrolle bei dem Schutz der Nato-Ostflanke ist von unschätzbarem Wert“, sagte Litauens Verteidigungsminister Robertas Kaunas in seiner Rede bei der Zeremonie in der zweitgrößten Stadt des baltischen EU- und Nato-Landes. Die Brigade sei die „beste Abschreckung für unser Land, für unsere Region“ und sende ein klares Signal an Russland.
Schlacht um Pokrowsk dauert weiter anNach Angaben des ukrainischen Kartendienstes Deepstate dauern die Kämpfe um die Agglomeration Pokrowsk und Myrnohrad im Donbass an. Auf ihrem Telegramkanal veröffentlichten die Analysten Aufnahmen eines russischen Schützenpanzers, der durch die verschneite Stadt Pokrowsk fährt. Deepstate zufolge befinden sich die nördlichen Vororte der Industriestadt noch immer unter ukrainischer Kontrolle, während die Russen großen Druck auf die ukrainischen Stellungen im Myrnohrad ausüben.
Militärische Fragen stehen im Mittelpunkt der VerhandlungenDie jüngste Runde der trilateralen Friedensgespräche zwischen der Ukraine, Russland und den USA konzentriert sich nach Angaben aus Kiew auf militärische Fragen. Man wolle von der russischen Delegation Rückmeldungen zu Themen hören, die in früheren Gesprächen erörtert worden seien, sagt der Sprecher des Außenministeriums, Heorhij Tychyj. Zudem wolle die Regierung in Kiew verstehen, wozu Moskau und Washington \"wirklich bereit sind\".
Gespräche in Abu Dhabi gestartetIn Abu Dhabi hat jetzt die zweite Gesprächsrunde zwischen der Ukraine, Russland und den USA begonnen. Das teilte der Sekretär des nationalen Sicherheitsrates in Kiew, Rustem Umjerow, in seinen sozialen Netzwerken mit. Er hatte zuvor schon einen geplanten Gefangenenaustausch angekündigt. Zu Beginn habe es ein trilaterales Treffen gegeben, danach werde in Gruppen zu einzelnen Streitthemen beraten. Moskauer Nachrichtenagenturen bestätigten den Beginn.Eine erste Runde in diesem Format hatte es Mitte Januar in der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate gegeben. Für die beiden Kriegsparteien war es der erste direkte Kontakt auf offizieller Ebene nach mehreren Monaten. Überschattet wird das zweite Treffen von russischen Luftangriffen, die mitten in einer Frostperiode die ukrainische Energieversorgung weiter zerstörten.
Mehrere Tote bei russischen AngriffenIn der ukrainischen Region Dnipropetrowsk sind nach Behördenangaben zwei Menschen infolge russischer Drohnenangriffe ums Leben gekommen, zwei weitere wurden verletzt. Die Drohnen schlugen in der Gemeinde Wassylkiwka im Osten der Region ein, teilte Gouverneur Olexander Hanscha bei Telegram mit. Es seien Feuer ausgebrochen, ein Privathaus zerstört und drei weitere beschädigt worden. Daneben habe es mehrere Autos und eine Stromleitung getroffen. Wassylkiwka liegt weniger als 50 Kilometer von der Front entfernt.Einmal mehr gerieten auch die Stadt Nikopol und die anliegenden Gemeinden in der Nacht unter Drohnen- und Artilleriebeschuss, wie Hanscha mitteilte. Demnach wurden Infrastrukturobjekte und Stromleitungen beschädigt. Nikopol liegt am Fluss Dnipro auf der gegenüberliegenden Seite des von russischen Truppen besetzten Atomkraftwerks Saporischschja. In der gleichnamigen Stadt waren am Dienstagabend bei einem russischen Angriff nach Angaben von Gebietsgouverneur Iwan Fedorow zwei Zivilisten getötet worden.
Der Kreml will die Ukrainer brechenDie erbarmungslosen Angriffe auf Zivilisten und die zivile Infrastruktur in der Ukraine verfolgen nur ein Ziel: Putin will die Ukrainer brechen. Trotzdem gibt es Gründe, mit Russland zu verhandeln, kommentiert F.A.Z.-Redakteur Reinhard Veser: