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02.01.2026
13:03 Uhr
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Russland will Trump-Regierung mit Übergabe-Zeremonie überzeugen +++ Selenskyj bietet Budanow Leitung von Präsidialamt an +++ Diplomatischer Streit zwischen Prag und Kiew +++ alle Neuigkeiten im Liveblog

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat dem gegenwärtigen Leiter des Militärgeheimdiensts HUR, Kyrylo Budanow, angeboten, das Präsidialamt zu leiten. Das teilte Selenskyj am Freitagvormittag in sozialen Medien mit. Das Land müsse sich stärker „auf Fragen der Sicherheit, der Entwicklung der Armee und auf Verhandlungen konzentrieren“. Der Präsidialamtsleiter werde sich hauptsächlich damit befassen.Ende November hatte Selenskyj den umstrittenen Präsidialamtschef und Vertrauten Andrij Jermak nach Durchsuchungen der Antikorruptionsbehörden entlassen. Jermak galt als sehr einflussreich, er vertrat die Regierung auch bei wichtigen Verhandlungen mit den Amerikanern.
Zwischen der Ukraine und der neuen Regierung der Tschechischen Republik ist ein offener Streit über Rüstungshilfe und Korruption ausgebrochen. Kiews Botschafter in Prag protestierte nun gegen Aussagen des rechtsgerichteten Parlamentspräsidenten Tomio Okamura. Dieser hatte in seiner Neujahrsansprache gefordert, keine weiteren Waffen an die Ukraine zu liefern, um einen „sinnlosen Krieg“ fortzuführen. Die ukrainische Regierung von Präsident Wolodymyr Selenskyj beschimpfte er laut Medienberichten als korrupte „Diebe“.In seiner Protestnote bezeichnete Botschafter Vasyl Zvarych die Aussagen als Beleidigung für alle Ukrainer. Er warf Okamura vor, „unter dem Einfluss russischer Propaganda“ zu stehen und demokratische Prinzipien zu missachten. Dafür müsse dieser zur Rechenschaft gezogen werden.In der Tschechischen Republik regiert seit wenigen Wochen eine Koalition aus Okamuras rechtsnationaler SPD, der EU-kritischen Autofahrerpartei und der rechtspopulistischen ANO-Partei von Ministerpräsident Andrej Babis. Tschechien zählte bisher zu den wichtigsten Rüstungslieferanten der Ukraine. Ob es unter der neuen Regierung dabei bleibt, ist fraglich.
Im russisch kontrollierten Teil des Gebiets Cherson sollen der Besatzungsverwaltung zufolge mehr als 24 Menschen bei einem ukrainischen Drohnenangriff getötet worden sein. Ein Café im Dorf Chorly am Schwarzen Meer sei von drei Drohnen getroffen worden, als dort Silvester gefeiert wurde, teilte Verwaltungschef Wladimir Saldo auf Telegram mit. Er sprach morgens zunächst von 24 Toten, sagte aber später, dass die Zahl höher liege. Das russische Außenministerium sprach von einem Terroranschlag, bei dem auch 50 Menschen verletzt worden seien. Auch Kremlchef Wladimir Putin ließ sich von Saldo informieren, wie das Präsidentenamt mitteilte.Der ukrainische Generalstab wies die Darstellung als falsch und typische russische Desinformation zurück. Ziel der Russen sei es, mit solchen Falschbehauptungen Einfluss auf die Partner der Ukraine und den Verlauf der Friedensverhandlungen zu nehmen.
Die Nachricht vom Tod des für die Ukraine kämpfenden russischen Nationalisten Denis Kapustin war nach Angaben des ukrainischen Militärgeheimdiensts HUR eine „Spezialoperation“ zur Täuschung Russlands. Der HUR veröffentlichte auf Telegram ein Video, in dem Geheimdienstchef Kirill Budanow Kapustin zur „Rückkehr“ gratuliert. Der HUR habe eine angeblich von den russischen Geheimdiensten ausgeschriebene Belohnung für die Tötung Kapustins in Höhe von 500.000 Dollar kassiert und werde sie für neue „Spezialoperationen“ nutzen. In dem Video berichtet der Leiter einer HUR-Sondereinheit Budanow über die Operation. Auch Kapustin ist in der Aufnahme zu sehen. Er bekundet seine Bereitschaft, weiter für die Ukraine zu kämpfen.Das von Kapustin gegründete und geführte „Russische Freiwilligenkorps“ (RDK) hatte am 27. Dezember mitgeteilt, Kapustin sei bei Kämpfen im Gebiet Saporischschja im Süden der Ukraine getötet worden. Die Einheit hatte im Frühjahr 2023 Aufsehen erregt, als sie zweimal von der Ukraine aus auf russisches Staatsgebiet vorstieß. Die Einheit setzt sich aus emigrierten russischen Nationalisten und Rechtsextremisten zusammen, deren Ziel der gewaltsame Sturz des Regimes von Wladimir Putin ist.
Die Ukraine hat nach Militärangaben mit deutscher Hilfe zwei weitere leistungsstarke Flugabwehrsysteme vom Typ Patriot erhalten. Die Waffen seien bereits zum Schutz ukrainischer Städte und wichtiger Infrastruktur in Einsatz, teilte das Verteidigungsministerium in Kiew mit. Nach Angaben des Verteidigungsministers Denys Schmyhal sei dies möglich geworden „dank der jüngsten Vereinbarungen mit der deutschen Regierung“.Das Bundesverteidigungsministerium hatte im vergangenen August die schrittweise Lieferung von Komponenten für zwei Patriot-Systeme angekündigt. Deutschland werde im Gegenzug von den USA bevorzugt und schnell mit Patriots der neuesten Generation beliefert, hieß es damals. Norwegen kündigte im Sommer an, die Lieferung der zwei Systeme an Kiew finanziell zu unterstützen.
Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf ein Hotel und ein Café in der Region Cherson sind nach Angaben des von Russland eingesetzten Gouverneurs Wladimir Saldo mindestens 24 Personen getötet worden. Mehr als 50 weitere Personen seien verletzt worden, teilt Saldo auf Telegram mit. Der Angriff habe sich in dem Küstenort Chorly ereignet. Zum Zeitpunkt des Angriffs hätten in dem Hotel und dem Cafe Neujahrsfeierlichkeiten stattgefunden.
Donald Trump soll vom CIA-Chef John Ratcliffe über die Erkenntnisse unterrichtet worden sein. Am selben Tag teilte der US-Präsident dann überraschend einen sehr Putin-kritischen Artikel.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat in seiner Neujahrsansprache die Möglichkeit eines Friedensabkommens mit Russland beteuert. „Das Friedensabkommen ist zu 90 Prozent fertig. Zehn Prozent bleiben“, sagte er in der Ansprache. Diese restliche Verhandlungsmasse seien „die zehn Prozent, die das Schicksal des Friedens, das Schicksal der Ukraine und Europas bestimmen werden“, fügte er hinzu.Die diplomatischen Bemühungen für ein Ende des russischen Angriffskriegs hatten sich zuletzt wieder intensiviert. Nach einem Treffen mit Selenskyj am Sonntag sprach US-Präsident Donald Trump von „großen Fortschritten“ bei den Verhandlungen. Besonders umstrittene Territorialfragen sind jedoch weiterhin nicht gelöst.Russlands Präsident Wladimir Putin sagte in seiner Neujahrsansprache, er glaube an einen Sieg Russlands.
Inmitten der Verhandlungen um ein Ende des Ukraine-Kriegs hat Donald Trump überraschend einen sehr russlandkritischen Artikel auf seiner Plattform Truth Social geteilt. Das Boulevardblatt „New York Post“ stellt in dem Stück Kremlchef Wladimir Putin als eigentliche Hürde auf dem Weg zum Frieden dar und geht hart mit ihm ins Gericht. Unter anderem heißt es dort, jeder Angriff auf Putin sei „mehr als gerechtfertigt“. „Wir brauchen seine Krokodilstränen nicht, stattdessen sollte der Druck erhöht werden“. Es wird dafür plädiert, dass Russland keine weiteren Zugeständnisse gemacht werden sollten, sondern ein härteres Vorgehen nötig sei. Kiew habe seinen Teil beigetragen – nun liege es an Putin, zu handeln. Der US-Präsident verbreitet regelmäßig Artikel von Medien, die ihm nahestehen. In manchen Fällen kommentiert er sie – dies war beim vorliegenden Stück nicht der Fall. In der Vergangenheit war Trump immer wieder Russlandnähe vorgeworfen worden, unter anderem, weil er zeitweise kremlnahe Positionen übernommen hatte.
Die FDP-Verteidigungspolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann hat davor gewarnt, den russischen Angaben über einen ukrainischen Drohnenangriff auf eine Residenz von Präsident Wladimir Putin zu glauben. „99,9 Prozent der Nachrichten, die aus dem Kreml kommen, sind Lug und Trug“, sagte die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im EU-Parlament den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Putins „menschenverachtende Geschichte“ über den angeblichen Drohnenangriff gehöre „in die Tonne“, fügte sie hinzu.
Ukrainische Drohnen haben nach offizieller Darstellung aus Kiew ein Treibstofflager in der Region Jaroslawl nordöstlich von Moskau getroffen und in Brand gesetzt. Das teilte der ukrainische Geheimdienst SBU der Agentur Ukrinform mit. Das Terminal „Temp“ in der Stadt Rybinsk gehöre zu den strategischen Reserven Russlands. „Der SBU unterbricht mit chirurgischer Präzision weiterhin die Lieferketten russischer Erdölprodukte sowohl ins Ausland als auch an die Truppen, die die Ukraine angreifen“, wurde ein namentlich nicht genannter Geheimdienstmitarbeiter zitiert.Die Agentur veröffentlichte dazu ein Video, auf dem ein Großbrand hinter verschneiten Häusern zu sehen ist. Die genaue Örtlichkeit dazu war nicht zu erkennen. Von russischer Seite gab es zu dem ukrainischen Bericht keine Angaben. Jaroslawl liegt etwa 280 Kilometer nordöstlich von Moskau und ist mehr als 800 Kilometer von der Ukraine entfernt.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat in seiner Neujahrsbotschaft den Glauben an den Frieden hervorgehoben. Das auslaufende Jahr sei geprägt gewesen „von der Treue und Standhaftigkeit, den Prinzipien und der täglichen Arbeit der Ukrainer“, teilte er auf Facebook und X mit. „Dieses Jahr wurde möglich dank unserer Verteidiger – denen, die es nicht nur für die Ukraine, sondern für alle verteidigt haben, die Freiheit und Würde schätzen.“Man gehe nun gemeinsam weiter „mit dem, was uns zusammenhält: Erfahrung und Erinnerung, unsere Muttersprache, Hoffnung und Glaube“, teilte Selenskyj mit. Zudem nehme man die Fähigkeit zur Zusammenarbeit und Menschlichkeit in das neue Jahr mit. „Wir glauben an den Frieden, kämpfen dafür und arbeiten dafür“, schloss er seine Botschaft mit den besten Wünschen für das neue Jahr. Selenskyj posierte zusammen mit seiner Ehefrau Olena vor einem festlich geschmückten Weihnachtsbaum.Kremlchef Wladimir Putin hatte in seiner Neujahrsansprache dagegen seinen Glauben an den Sieg im Krieg gegen die Ukraine betont und sich siegessicher gezeigt. „Ich gratuliere unseren Kämpfern und Kommandeuren zum beginnenden Neuen Jahr! Wir glauben an sie und an unseren Sieg“, sagte Putin laut dem von Staatsmedien veröffentlichten Text der aufgezeichneten Videoansprache.Die russischen Soldaten, denen die Ukraine Kriegsverbrechen vorwirft, bezeichnete Putin als „Helden“. „Millionen Menschen in ganz Russland – das versichere ich ihnen! – sind in dieser Silvesternacht bei ihnen. Sie denken an sie, fühlen mit ihnen, hoffen auf sie. Wir sind vereint in unserer aufrichtigen, selbstlosen und treuen Liebe zu Russland“, sagte Putin. Von den Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten über eine Beendigung des Krieges oder der Hoffnung auch vieler Russen auf Frieden war aber keine Rede in der Botschaft.
Russland bemüht sich, die Zweifel an der Geschichte vom ukrainischen Drohnenangriff auf Wladimir Putins Residenz im Waldaj-Höhenzug zwischen Moskau und Sankt Petersburg zu zerstreuen. Das Verteidigungsministerium in Moskau veröffentlichte am Mittwoch eine Karte, um zu illustrieren, wie die ukrainischen Streitkräfte die Residenz in der Nacht auf Montag mit insgesamt 91 Langstreckendrohnen hätten angreifen wollen. Abgefeuert worden seien diese in den ukrainischen Grenzgebieten von Tschernihiw und Sumy, sagte ein Militär in Moskau. Über dem russischen Gebiet Brjansk seien 49 der Drohnen abgeschossen worden, über dem Gebiet Smolensk eine und über dem Nowgoroder Gebiet 41. Eingezeichnet waren blaue Linien, die Flugbahnen darstellen sollten – indes gleichermaßen tatsächliche und hypothetische. Denn auch nach rötlich eingezeichneten Abschüssen wurden die Linien weitergeführt, obwohl die jeweiligen Orte teils Hunderte Kilometer südlich der Residenz gelegen haben sollen. Gezeigt wurde auch ein Video von Resten einer Drohne im Schnee, das offenbar in einem Waldstück aufgezeichnet wurde, unklar blieb, wo und wann. In einem anderen Video erzählte ein maskierter Militär von einem Angriff auf ein „geschütztes Objekt auf dem Territorium des Nowgoroder Gebiets im Bezirk Waldaj“. Eingeblendet wurde ein Video, das einen angeblichen Abschuss einer Drohne in der fraglichen Nacht zeigen sollte. Schließlich verbreiteten das Ministerium und Staatsmedien noch ein Video eines angeblichen Zeugen in der Kleinstadt Waldaj, die nahe der Residenz liegt. Der Mann erzählte, er habe zur fraglichen Zeit das „Geräusch von Raketen“ gehört, gemeint waren offenbar Flugabwehrgeschosse. Putins Außenminister, Sergej Lawrow, hatte die Geschichte von einem ukrainischen Angriff auf die Residenz am Montag vor dem Hintergrund des am Sonntag recht harmonisch und ohne Eklat abgelaufenen Treffens des amerikanischen Präsidenten Donald Trump mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Florida verbreitet. Wenig später erzählte Putin Trump die Geschichte dann in einem Telefonat und der Amerikaner reagierte laut Kreml „schockiert“ darauf. Moskau geht es offenkundig darum, Trump in den Gesprächen über ein hypothetisches Ende des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine zurück zu einem härteren Kurs gegenüber Kiew und dessen europäischen Unterstützern zu bewegen. Man werde herausfinden, was geschehen sei, hatte Trump am Montag gesagt. Weiterer Hintergrund des Briefings des Verteidigungsministeriums, das an Vorgängeraktionen wie etwa zum Abschuss von Flug MH17 im Sommer 2014 über der Ostukraine anknüpft, bei denen jeweils russische Narrative illustriert wurden, dürften Äußerungen des amerikanischen Botschafters bei der NATO sein. Matthew Whitaker hatte am Dienstag Zweifel an der russischen Version geäußert. Man werde der Sache anhand der Aufklärungsdaten „auf den Grund gehen“, sagte Whitaker. Das Wichtigste sei, was die Geheimdienste der USA und ihrer Verbündeten dazu sagten, „ob dieser Angriff stattgefunden hat oder nicht“. Selenskyj hatte von einer „neuerlichen Lüge“ Russlands gesprochen.
Bei russischen Angriffen auf Odessa sind nach ukrainischen Angaben vier Menschen verletzt worden. Darunter seien drei Kinder, erklärte der Leiter der örtlichen Militärverwaltung am Mittwoch im Onlinedienst Telegram.Die Angriffe erfolgten, nachdem Moskau der Ukraine am Montag einen Drohnenangriff auf eine Privatresidenz von Kreml-Chef Wladimir Putin vorgeworfen hatte. Kiew dementierte die Angaben und erklärte, Moskau habe keine Beweise für den Angriff vorgelegt. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj warf Moskau vor, mit den Anschuldigungen die diplomatischen Bemühungen der USA zur Beendigung des Krieges zu untergraben.