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03.03.2026
23:14 Uhr
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Bundeskanzler fordert von Trump mehr Druck auf Moskau +++ Selenskyj sorgt sich wegen Iran-Krieg um Nachschub für Ukraine +++ Kiew meldet Rückeroberungen im Gebiet Saporischschja +++ alle Neuigkeiten im Liveblog

Selenskyj bietet Golfstaaten Drohnenabwehr gegen Luftabwehrraketen an Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den amerikanischen Verbündeten im Nahen Osten im Zuge der massiven iranischen Angriffe vorgeschlagen, Raketenabwehr gegen Drohnenabwehr zu tauschen. „Sprechen wir über die Waffen, die uns fehlen: PAC-3-Raketen“, sagte Selenskyj am Dienstag Journalisten in Kiew. „Wenn sie uns diese liefern, liefern wir ihnen Abfangraketen.“ Selenskyj nannte das Angebot einen „fairen Tausch“. „Wir werden das auf jeden Fall tun“, sagte der ukrainische Staatschef, der am Dienstag mit dem Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate, Mohammed bin Sajed, telefoniert hatte. „Und wenn die Teams jetzt mit der Arbeit beginnen, werden wir sehen, was dabei herauskommt.\"Die wichtigste Frage sei, „wie wir ihren Luftraum schützen können“, sagte Selenskyj unter Bezugnahme auf die Golfstaaten, die seit vier Tagen von anhaltenden iranischen Angriffen erschüttert werden. „Auch wir beschäftigen uns mit dieser Frage“, ergänzte der ukrainische Staatschef in Anspielung auf die von Moskau seit Beginn seines Angriffskrieges gegen die Ukraine eingesetzten Schahed-Drohnen aus iranischer Produktion. Über die von der Ukraine zur Verteidigung gegen russische Angriffe dringend benötigten PAC-3-Raketen sagte Selenskyj, diese seien gegen einen Angriff hunderter Schahed-Drohnen wirkungslos.
Ukraine importierte im Februar so viel Strom wie noch nie Die Ukraine hat infolge der massiven russischen Angriffe auf ihre Energieinfrastruktur die Stromimporte auf ein Rekordniveau erhöht. Im Februar seien sie gegenüber Januar um 41 Prozent auf 1,26 Millionen Megawattstunden gestiegen, teilt das in Kiew ansässige Analyseunternehmen ExPro mit. Ein Großteil des importierten Stroms stammt demnach aus Ungarn, dessen Lieferungen im Februar gegenüber Januar um 54 Prozent gestiegen seien. Die Ukraine importiert außerdem Strom aus der Slowakei, Rumänien, Polen und der Republik Moldau. Russland hat die Zahl und Intensität seiner Angriffe auf den ukrainischen Energiesektor deutlich erhöht und zielt sowohl auf Kraftwerke als auch auf Umspannwerke. Dadurch ist die ukrainische Regierung gezwungen, die Stromversorgung von Unternehmen zu drosseln und die Importe aus den europäischen Nachbarländern zu erhöhen.
Druschba-Pipeline durch russischen Angriff schwer beschädigtDer ukrainische Zweig der Öl-Pipeline Druschba ist nach Angaben der Regierung in Kiew bei einem russischen Angriff durch ein Feuer schwer beschädigt worden. „Der größte Teil der internen Ausrüstung der Pipeline, verschiedene Sensoren und andere Geräte im Inneren wurden durch die hohen Temperaturen beschädigt“, sagte Energieminister Denys Schmyhal der Nachrichtenagentur Interfax Ukraine. Die Druschba-Pipeline, über die Ungarn und die Slowakei seit den 1960er Jahren von Russland mit Öl versorgt werden, ist seit dem 27. Januar unterbrochen. Die Ukraine macht dafür einen russischen Drohnenangriff verantwortlich. An dem Lieferstopp hat sich ein Streit entzündet, der zur Blockade von EU-Hilfen für die Ukraine im Krieg gegen Russland durch Ungarn führte. Die Slowakei und Ungarn, die vergleichsweise gute Beziehungen zu Russland unterhalten, werfen der Ukraine vor, die Reparatur der Pipeline aus politischen Gründen zu verzögern.
Selenskyj sorgt sich um Nachschub für Ukraine Angesichts der israelisch-amerikanischen Angriffe auf Iran befürchtet der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj Probleme für sein eigenes Land im Krieg gegen Russland. „Es könnte schwierig werden, Raketen und Waffen für die Verteidigung unseres Luftraums zu beschaffen“, sagte Selenskyj der italienischen Tageszeitung „Corriere della Sera“. „Die Amerikaner und ihre Verbündeten im Nahen Osten könnten diese zur Verteidigung benötigen, zum Beispiel Anti-Patriot-Raketen.“Der ukrainische Präsident verwies auf Erfahrungen während der Angriffe der USA und Israels auf Iran im Juni vergangenen Jahres. Damals habe sich die Lieferung von Raketen an sein Land verzögert. „Heute ist das noch nicht geschehen, aber ich befürchte, dass es sich wiederholen könnte.“ Zugleich äußerte er die Hoffnung, dass es „nicht zu einem langen Krieg“ komme.Grundsätzlich unterstützte Selenskyj das Vorgehen gegen Iran, weil das Land zu den Unterstützern Russlands gehöre. „Ich halte es für eine gute Entscheidung, iranische Militärziele anzugreifen. Die Iraner produzieren eine Menge Waffen für Russland, insbesondere Drohnen und Raketen.“ Dies könnten sie jetzt wohl nicht mehr tun.
Rückeroberungen im Gebiet Saporischschja Die ukrainischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben im Gebiet Saporischschja seit Ende Januar neun Siedlungen zurückerobert und setzen ihren Gegenangriff an der südöstlichen Front fort. Erstmals seit dem Sommer 2024 hätten die eigenen Truppen in einem Monat mehr Gebiete befreit als die russischen Angreifer eingenommen hätten, sagte Oberbefehlshaber Oleksandr Syrskyj am Montag.Berichten zufolge profitierten die Ukrainer dabei von massiven Ausfällen der Starlink-Terminals auf russischer Seite. Der Gründer der Satellitenfirma SpaceX, Elon Musk, hatte den Zugang für russische Truppen Ende Januar auf Bitten der Regierung in Kiew blockiert, was die Kommunikation und Lagebeurteilung der Angreifer erheblich beeinträchtigte.Dem ukrainischen Kartenprojekt DeepState zufolge eroberten russische Truppen im Februar 126 Quadratkilometer. Dies entspricht dem geringsten Geländegewinn seit 20 Monaten. „Wir haben diese schwere Schlacht um den Winter überstanden“, schrieb Syrskyj auf dem Kurznachrichtendienst Telegram.Russland hatte in den vergangenen Monaten seine Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur verstärkt. Parallel zu den Kämpfen laufen diplomatische Bemühungen weiter, den nunmehr im fünften Jahr andauernden Krieg zu beenden. Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte am Montag, er erwarte in dieser Woche eine neue Runde von Washington vermittelter Friedensgespräche, ungeachtet der jüngsten Angriffe der USA und Israels auf den Iran.
Deutschland friert trotz Sanktionen immer weniger russisches Vermögen ein. Woran dies liegen könnte, haben Mona Jaeger und Matthias Wyssuwa für die F.A.Z. zusammengetragen.
Ukraine greift russische Flottenbasis anBei ukrainischen Drohnenangriffen in der russischen Hafenstadt und Flottenbasis Noworossijsk sind offiziellen Angaben nach fünf Personen verletzt worden. Acht Wohnblocks und neun private Wohnhäuser seien bei der Attacke beschädigt worden, schrieb der Gouverneur von Krasnodar, Wenjamin Kondratjew, auf Telegram. Er rief die Bürger dazu auf, weiterhin Vorsichtsmaßnahmen zu beachten. Die Behörden riefen in Noworossijsk den Notstand aus.Derweil berichtete das unabhängige Portal Astra von einem Brand im Ölterminal Schechsaris im Süden von Noworossijsk. Dieser sei mutmaßlich durch die Drohnenangriffe hervorgerufen worden, hieß es. Schechsaris gilt als strategisch wichtiges Terminal für Russland, um Öl und Ölprodukte auzunehmen, zu lagern und zu verschiffen. Es spielt eine wichtige Rolle beim Ölexport über das Schwarze Meer. Ukrainische Drohnen hatten Schechsaris bereits im November 2025 bei einem Angriff auf eine Militärbasis in Hafennähe beschädigt. Das Verteidigungsministerium in Moskau meldete den Abschuss von 172 Drohnen in der Nacht. 67 davon seien über dem Schwarzen Meer, 66 über dem südrussischen Gebiet Krasnodar abgeschossen worden.
Selenskyj: Haben Winter überstandenDer ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat das Ende des vierten Kriegswinters und den damit verbundenen Widerstand gegen die russischen Angriffe auf das Energiesystem seines Landes begrüßt. „Heute ist der Tag, an dem jeder von uns mit Fug und Recht sagen kann: Wir haben diesen Winter überstanden, den schwierigsten seit Beginn des Krieges“, sagte Selenskyj in seiner Videoansprache am ersten Tag des meteorologischen Frühlings. „Die Russen wollten diesen Winter zur Vernichtung der Ukraine und der Ukrainer nutzen, aber die Ukraine hat nicht nachgegeben.“Russland habe in einem der größten Angriffe am 6. Dezember über 700 Ziele attackiert, danach folgten regelmäßige Angriffe gegen diverse Objekte zur Energieversorgung. „Kein Volk hat solche Prüfungen durchgemacht“, sagte Selenskyj. „Die Ukrainer haben auch das überwunden.“
Belgien entert Tanker der SchattenflotteBelgien hat einen Öltanker der russischen Schattenflotte beschlagnahmt. „In den letzten Stunden haben unsere Streitkräfte mit Unterstützung des französischen Verteidigungsministeriums einen Öltanker der russischen Schattenflotte geentert“, schrieb der belgische Verteidigungsminister Theo Francken am frühen Sonntagmorgen in einem Beitrag auf der Plattform X. Das Schiff werde derzeit zum Hafen von Zeebrügge eskortiert. Es bestehe der Verdacht, dass es unter falscher Flagge und mit gefälschten Dokumenten fahre, erläuterte der Minister gegenüber Reuters.Mit der Schattenflotte wird versucht, westliche Sanktionen gegen Russland wegen der Invasion der Ukraine zu umgehen. Die Besitzverhältnisse der Schiffe sind in der Regel ungeklärt. Zudem handelt es sich oft um veraltete Tanker, die eine Bedrohung für die Umwelt darstellen können. „Ohne seine Schattenflotte kann (der russische Präsident Wladimir) Putin keinen Krieg gegen unschuldige Ukrainer führen. Deshalb setzen wir diese Schiffe außer Gefecht. Eines nach dem anderen. Bis sein Angriffskrieg beendet ist“, sagte Francken.
Ukraine: Russland würde US-Sicherheitsgarantien akzeptierenRussland hat nach ukrainischer Darstellung zugesagt, den Vorschlag der USA für Sicherheitsgarantien für die Ukraine nach dem Krieg zu akzeptieren. „Bei den letzten Gesprächen erklärte die russische Seite beispielsweise, dass sie die Sicherheitsgarantien akzeptieren würde, die die Vereinigten Staaten der Ukraine angeboten haben“, sagt der Stabschef des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, Kyrylo Budanow, im ukrainischen Fernsehen. Welche Garantien das sind, bleibt zunächst offen. Die jüngsten Gespräche in Genf hatten keinen Durchbruch gebracht und wurden von beiden Seiten als schwierig bezeichnet. Die USA hatten indes von „bedeutenden Fortschritten“ gesprochen. Selenskyj hat wiederholt erklärt, er stehe unter zunehmendem Druck der USA, Zugeständnisse zu machen.
Vier Tote nach russischen Angriffen in der NordostukraineIn der grenznahen nordostukrainischen Region Sumy sind infolge russischer Angriffe mindestens vier Zivilisten getötet worden. Zwei Frauen und zwei Männer seien in Orten der Gemeinden Jampil und Woroschba umgekommen, teilte Militärgouverneur Oleh Hryhorow auf Telegram mit. Vier weitere Menschen wurden den Angaben nach verletzt. Insgesamt sind demnach innerhalb des vergangenen Tages 30 Siedlungen mehr als 100-mal beschossen worden. Zivile Gebäude und Infrastruktur seien beschädigt worden.
Mehr als vier Jahre Krieg in der Ukraine haben nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj auch Auswirkungen auf dessen Familienleben. „Während des Krieges bin ich nicht der beste Vater“, sagte Selenskyj in einem Interview des britischen Senders Sky News. Er habe nicht allzu viel Zeit für seine Kinder. „Ich bin der Präsident der Ukraine, ich vergleiche meine Arbeit nicht“, sagte Selenskyj demnach weiter. Er habe seine Pflicht gewählt.
Im Streit um Öllieferungen aus Russland haben der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und der slowakische Regierungschef Robert Fico ein Treffen vereinbart. Bei einem Telefonat lud Selenskyj Fico nach Angaben seines Büros in die Ukraine ein. Fico erklärte, er habe die Einladung angenommen. Ein Termin für das Treffen wurde zunächst nicht genannt.
Polens Parlament macht den Weg für EU-Rüstungskredite freiDas Parlament in Polen hat ein Gesetz zur Umsetzung des EU-Rüstungsprogramms Safe gebilligt. Die EU stellt 150 Milliarden Euro günstiger Kredite für Rüstung vor Verfügung, Polen soll mit knapp 44 Milliarden Euro größter Nutznießer sein. Bevor das erste Geld fließen kann, muss allerdings der rechtskonservative Staatschef Karol Nawrocki das Gesetz unterschreiben – und der blickt mit Skepsis auf das europäische Programm.Ministerpräsident Donald Tusk betonte, seine Regierung wolle mehr als 80 Prozent der EU-Gelder in Aufträge für polnische Rüstungskonzerne stecken. „Dies ist nicht nur ein großes Programm zur direkten Finanzierung der polnischen Armee, sondern auch ein großer Schub an Möglichkeiten, Geld und Technologie für die polnische Rüstungsindustrie und alle Kooperationspartner“, sagte Tusk.