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10.02.2026
07:39 Uhr
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Frankreichs Präsident will mit Putin sprechen +++ Bundesregierung ernüchtert über Ergebnis der Gespräche in Abu Dhabi +++ Selenskyj verspricht Bevölkerung Unterstützung beim Kauf von Generatoren +++ alle Neuigkeiten im Liveblog

Energieversorger: Anlage im Gebiet Odessa bei Angriff schwer beschädigt Eine Energieanlage im südukrainischen Odessa ist dem Betreiber zufolge durch einen russischen Angriff schwer beschädigt worden. Die Reparaturarbeiten würden entsprechend lange dauern, teilte der Energieversorger DTEK mit. Dem Gebietsgouverneur Oleh Kiper zufolge sind einige Ortschaften teilweise ohne Strom.
Lawrow: Noch ein „weiter Weg“In den Verhandlungen über ein Ende des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine ist dem russischen Außenminister Sergej Lawrow noch ein „weiter Weg“ zu gehen. In einem Interview mit dem russischen Sender NTW warnte er der Nachrichtenagentur TASS zufolge davor, in eine „begeisterte Wahrnehmung der Ereignisse zu verfallen: dass US-Präsident Donald Trump die Europäer, allen voran Wolodymyr Selenskyj, 'in ihre Schranken gewiesen' habe“. „Das ist alles schön und gut, wenn wir Frieden in der Ukraine erreichen wollen, aber so weit sind wir noch nicht. Die Verhandlungen dauern an; die zweite Runde fand in Abu Dhabi statt – es ist noch ein weiter Weg zu gehen“, sagte Lawrow laut TASS.Russland, die Ukraine und die USA haben in den vergangenen Wochen zwei Gesprächsrunden in Abu Dhabi geführt. Kirill Budanow, Leiter des ukrainischen Präsidialamtes, bezeichnete die Gespräche als „konstruktiv“. Über den genauen Inhalt der Gespräche ist wenig bekannt. TASS berichtete unter Berufung auf eine „westliche Quelle in Abu Dhabi“, Moskau wolle im Rahmen des „umfassenden Abkommens“, dass die internationale Gemeinschaft die russische Souveränität über den Donbass offiziell anerkenne.Laut dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj wollen die USA den Krieg bis zum Frühsommer beenden, da danach die Kongresswahlen anstünden.
EU zielt bei neuen Russland-Sanktionen auch auf Georgien und IndonesienDie Europäische Union will ihre Sanktionen gegen Russland erstmals auf Häfen in Drittländern ausweiten, die russisches Öl umschlagen. Dies geht aus einem am Montag vorgelegten Vorschlagsdokument hervor, das der Nachrichtenagentur Reuters vorlag. Demnach sollen die Häfen Kulevi in Georgien und Karimun in Indonesien auf die Sanktionsliste gesetzt werden. Firmen und Bürgern der EU wären damit Geschäfte mit beiden Häfen untersagt.Die Maßnahmen sind Teil des 20. Sanktionspakets der EU aufgrund des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte bereits am Freitag mitgeteilt, das Paket sehe ein vollständiges Verbot von Dienstleistungen für russisches Rohöl vor. Auch soll es neue Einfuhrverbote für Metalle wie Nickelbarren, Eisenerze und -konzentrate, unverarbeitetes und verarbeitetes Kupfer sowie verschiedene Metallschrotte einschließlich Aluminium geben. Ebenso soll die Einfuhr von Salz, Ammoniak, Kieselsteinen, Silizium und Pelzfellen verboten werden.Der Vorschlag sieht weiter vor, 30 Personen und 64 Unternehmen auf die Sanktionsliste zu setzen, was das Einfrieren von Vermögenswerten und Reiseverbote zur Folge hätte. Dazu gehören Baschneft, eine börsennotierte Tochtergesellschaft des russischen Ölriesen Rosneft, sowie acht russische Raffinerien. Der Vorschlag sieht jedoch nicht vor, Rosneft oder Lukoil selbst auf die Liste zu setzen, die bereits von US-Sanktionen betroffen sind.Das Sanktionspaket soll zum 24. Februar in Kraft treten, dem vierten Jahrestag des russischen Überfalls auf die Ukraine. Mehr zum 20. Sanktionspaket lesen Sie hier von meinem Kollegen Thomas Gutschker:
Selenskyj verspricht Unterstützung beim Kauf von GeneratorenAngesichts der Zerstörungen im ukrainischen Stromnetz wird die Kiewer Regierung Hausbesitzer bei der Anschaffung von Generatoren und anderen Energiequellen unterstützen. Das kündigte Präsident Wolodymyr Selenskyj nach einer Beratung mit Regierungschefin Julija Swyrydenko an. Für Eigentümergemeinschaften von Mehrfamilienhäusern wie für Besitzer von Einfamilienhäusern solle der Kauf einer autonomen Stromversorgung erschwinglicher werden, sagte Selenskyj abends in seiner Videobotschaft.In einem anderen Programm für Unternehmen seien bereits 20.000 Anträge auf Beihilfen zur Wartung und Reparatur von Generatoren eingegangen. Außerdem sei eine halbe Milliarde Hrywnja (knapp zehn Millionen Euro) an zinslosen Krediten zum Kauf von Generatoren gewährt worden, sagte er. Der Bedarf dürfte allerdings viel größer und mit den vom Präsidenten genannten Zahlen nicht zu decken sein.
Ukrainische Rüstungshersteller dürfen Waffen exportierenDie ukrainische Rüstungsindustrie erhält von der Regierung in Kiew die Erlaubnis für den Export von heimisch produzierten Waffen. Präsident Wolodymyr Selenskyj kündigte an, dass im Jahr 2026 zehn „Exportzentren“ für ukrainische Rüstungsgüter in ganz Europa eröffnet werden sollen. Ein Schwerpunkt liege dabei auf Kampfdrohnen. Zudem werde bereits im Februar die Produktion ukrainischer Drohnen in Deutschland anlaufen, sagte Selenskyj am Sonntagabend. Welche Unternehmen daran beteiligt sind, ließ er offen.Die seit 2022 laufende russische Großinvasion hat zur Verteidigung der Ukraine einen Boom in der dortigen Rüstungsindustrie ausgelöst. Branchenverbänden zufolge gibt es mittlerweile mehr als 1000 Hersteller, meist kleine Privatunternehmen, die nach der russischen Invasion 2022 gegründet wurden. Da die Branche schneller gewachsen ist als die finanziellen Möglichkeiten der ukrainischen Regierung, Produkte abzunehmen, sollen nun Exporte die Lücke schließen. \"Die Sicherheit Europas basiert heute auf Technologie und Drohnen\", sagte Selenskyj. Dies werde künftig weitgehend auf ukrainischer Technologie und ukrainischen Fachleuten aufbauen.Internationales Interesse besteht laut Ihor Fedirko vom ukrainischen Verband der Verteidigungsindustrie vor allem an Drohnen sowie an Systemen zur elektronischen Kriegsführung. Bislang konnten ukrainische Rüstungsfirmen keine staatliche Genehmigung für den Export erhalten. Einige Hersteller hatten zudem über bürokratische Hürden und Gewinnbeschränkungen geklagt, die Investitionen hemmten.
Papst spendet 80 Stromgeneratoren an die Ukraine Der Papst hat über seine Almosenverwaltung 80 Stromgeneratoren in die Ukraine schicken lassen. Zudem lieferte der Vatikan den unter Krieg und Kälte leidenden Menschen Medikamente und Lebensmittel, wie das Portal Vatican News am Montag meldete. Drei Lastwagen transportierten die Hilfsgüter von Rom in das osteuropäische Land. Dort würden sie über das Pfarreien-Netzwerk der Bistümer verteilt.Seit Beginn des russischen Angriffskriegs sammelt der Vatikan Spenden und bringt sie selbst in die Ukraine. Im Dezember lieferte das Päpstliche Almosenamt unter Leitung von Kardinal Konrad Krajewski l00.000 Fertigsuppen in die Nähe der Front.
Berlin will gegen Sanktionsumgehung vorgehenAußenminister Johann Wadephul wird am Mittwoch seine Kollegen aus den zentralasiatischen Staaten in Berlin empfangen. Neben bilateralen Terminen werde es eine gemeinsame Sitzung sowie zusammen mit dem Ostausschuss der deutschen Wirtschaft auch ein Wirtschaftsforum geben, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes am Montag in Berlin. Themen seien etwa „die Energiediversifizierung, Rohstoffsicherheit, der Umgang mit den Folgen und Eindämmung des Klimawandels, aber auch Maßnahmen gegen Sanktionsumgehungen vonseiten Russlands“.Hintergrund ist, dass im 20. EU-Sanktionspaket gegen Russland wegen des Überfalls auf die Ukraine erstmals Sanktionen gegen zentralasiatische Staaten wie Kirgistan ausgesprochen werden könnten. Firmen aus einigen Ländern wird vorgeworfen, systematisch Waren aus der EU einzukaufen, um sie dann nach Russland weiterzuliefern. Deshalb nahm das Handelsvolumen auch Deutschlands mit Staaten wie Kirgistan seit dem russischen Überfall 2022 enorm zu. Der Sprecher wollte nicht sagen, ob Deutschland EU-Sanktionen gegen diese Staaten unterstützt. Die deutsche Wirtschaft ist auch an Rohstoffen aus Staaten wie Kasachstan interessiert.
Kiew kann britische Waffen mit EU-Geld kaufenDie Ukraine kann nach Angaben der Bundesregierung mit dem 90 Milliarden Euro umfassenden Kredit der EU auch britische Waffen kaufen. „Das ist mein Verständnis“, sagt Regierungssprecher Stefan Kornelius auf eine entsprechende Frage. Die EU-Botschafter hatten am Samstag eine Einigung über die Verwendung der 90 Milliarden Euro erzielt. Unser Korrespondent Thomas Gutschker hat die Einigung erklärt:
Bundesregierung ernüchtert über GesprächeDie Bundesregierung hat zurückhaltend auf das Ergebnis der Verhandlungen zwischen den USA, Russland und der Ukraine reagiert. Es sei wichtig, dass die Ukraine mit Russland direkt verhandele, sagt Regierungssprecher Stefan Kornelius. „Wir begrüßen, dass es zum Austausch von Gefangenen kam“, fügt er hinzu. Das sei der erste Austausch seit fünf Monaten und „insofern ein kleines Zeichen des Fortschrittes. Wir hätten uns gleichzeitig deutlichere Fortschritte gewünscht.“ Kornelius betont, dass Russland nach wie vor auf Maximalforderungen beharre. „Wir fordern Moskau auf, davon Abstand zu nehmen und nach tragfähigen Kompromissen zu suchen.“
Anklage gegen dritten mutmaßlichen Agenten Die Bundesanwaltschaft hat am Oberlandesgericht Stuttgart Anklage gegen einen weiteren mutmaßlichen Agenten Russlands erhoben. Er soll zusammen mit zwei Komplizen im Auftrag eines russischen Nachrichtendienstes Pakete mit GPS-Trackern von Köln in Richtung Ukraine verschickt haben, um Versandrouten und Transportabläufe für spätere Pakete mit Brandsätzen auszuforschen.Der Ukrainer war nach seiner Festnahme in der Schweiz im Dezember nach Deutschland ausgeliefert worden. Gegen die beiden mutmaßlichen Komplizen hat die Bundesanwaltschaft bereits ebenfalls in Stuttgart Anklage erhoben. Die Behörde wirft dem Trio unter anderem Agententätigkeit zu Sabotagezwecken und Verabredung zur schweren Brandstiftung vor.
Mindestens vier Tote bei Angriffen auf die UkraineBei massiven russischen Drohnen- und Raketenangriffen auf die Ukraine sind in der Nacht zum Montag nach Behördenangaben mindestens vier Menschen getötet worden. Zudem fiel bei Zehntausenden Einwohnern der Strom aus. In der Stadt Bohoduchiw in der östlichen Region Charkiw starben eine Mutter und ihr zehnjähriger Sohn, wie die örtliche Staatsanwaltschaft mitteilte. In der Hafenstadt Odessa im Süden kam ein Mensch ums Leben, in der nördlichen Region Tschernihiw wurde ein 71 Jahre alter Mann getötet. Dutzende weitere Menschen wurden verletzt, darunter ein 13 Jahre altes Mädchen in der Region Dnipropetrowsk.Die ukrainische Luftwaffe meldete russische Angriffe mit elf ballistischen Raketen und 149 Drohnen. Davon seien 116 Drohnen abgeschossen oder neutralisiert worden. Die Angriffe richteten sich erneut gezielt gegen die Infrastruktur. In der westlichen Region Wolhynien an der Grenze zum Nato-Mitglied Polen wurde ein Umspannwerk beschädigt, was in der Stadt Nowowolynsk zu einem Stromausfall bei mehr als 80.000 Haushalten führte. Auch Bahnanlagen in den Regionen Sumy und Tschernihiw wurden getroffen.
Wasserversorgung in Belgorod zusammengebrochenIn der westrussischen Großstadt Belgorod ist nach Angriffen aus der benachbarten Ukraine laut Behörden die Wasserversorgung teilweise zusammengebrochen. Am Morgen sei an zwei Wasserentnahmestellen die Stromzufuhr ausgefallen, teilte die Stadtverwaltung auf sozialen Netzwerken mit. Daher gebe es Probleme in den nördlichen und zentralen Stadtvierteln Belgorods. Ohne Wasser seien derzeit rund 100.000 Menschen, sagte Bürgermeister Walentin Demidow. Geplant sei eine Wiederherstellung der Wasserversorgung innerhalb von vier bis fünf Stunden, heißt es. Derzeit laufen die Reparaturarbeiten. Erst am Morgen hatte Gouverneur Wjatscheslaw Gladkow erklärt, dass die zuvor ausgefallene Wärmeversorgung größtenteils wiederhergestellt sei. Die Region kämpft seit Wochen wegen der andauernden Drohnenangriffe mit Heiz- und Stromproblemen. Zuletzt war sogar eine Evakuierung angedacht worden.
Russischer Geheimdienst vermutet nach Anschlag auf General Spur nach Polen Am Anschlag auf den General Wladimir Alexejew in Moskau war nach Darstellung des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB auch der polnische Geheimdienst beteiligt. Beide nach der Tat festgenommenen Verdächtigen hätten ihre Beteiligung inzwischen gestanden, teilte der FSB auf seiner Webseite mit. Der Schütze und dessen in Polen lebenden Sohn seien dabei „unter Beihilfe polnischer Geheimdienste“ von Kiew für den Anschlag angeheuert worden, heißt es.Demnach soll er im August 2025 vom ukrainischen Geheimdienst SBU angeworben worden sein. Der Tatverdächtige besitzt einen russischen Pass, soll aber ukrainische Wurzeln haben und sich zu der Zeit in Ternopil aufgehalten haben. Anschließend sei er auf Umwegen nach Russland gebracht worden. Für den Mord an Alexejew seien ihm 30.000 US-Dollar in Aussicht gestellt worden, heißt es.Alexejew war in der vergangenen Woche in der Eingangshalle seines Wohnhauses vor dem Fahrstuhl angeschossen und dabei schwer verletzt worden. Inzwischen ist er Medienberichten nach aber ansprechbar. Der 64-Jährige ist stellvertretender Chef des russischen Militärgeheimdienstes GRU. In der Vergangenheit hat er Medienberichten zufolge die Tätigkeit der Söldnertruppe Wagner in der Ukraine und Geheimdienstaktivitäten des russischen Militärs in Syrien organisiert.
Russland greift abermals Gaspipeline anBei russischen Angriffen in der südukrainischen Stadt Odessa ist nach Angaben der ukrainischen Militärverwaltung ein Mensch getötet worden. Drohnen aus iranischer Herstellung hätten in der Nacht zum Montag eine Gaspipeline beschädigt und damit Feuer unter anderem in Wohngebieten ausgelöst, schrieb Militärverwaltungschef Serhij Lysak im Onlinedienst Telegram. Dabei sei ein Mensch getötet worden.Der Gouverneur der Region Odessa, Oleh Kiper, sprach von einem massiven Angriff und bestätigte die Feuer. Er gab zunächst keine Todesopfer bekannt.