FAZ 09.02.2026
07:35 Uhr

Krieg in der Ukraine: Kind bei russischem Angriff auf Wohnviertel getötet


Drohnenattacke in Region Charkiw +++ Ungarns Ministerpräsident Orbán bezeichnet Ukraine bei Wahlkampfrede als „Feind“ +++ Großangriff auf ukrainisches Stromnetz mit massiven Schäden +++ alle Neuigkeiten im Liveblog

Krieg in der Ukraine: Kind bei russischem Angriff auf Wohnviertel getötet

Russland greift abermals Gaspipeline anBei russischen Angriffen in der südukrainischen Stadt Odessa ist nach Angaben der ukrainischen Militärverwaltung ein Mensch getötet worden. Drohnen aus iranischer Herstellung hätten in der Nacht zum Montag eine Gaspipeline beschädigt und damit Feuer unter anderem in Wohngebieten ausgelöst, schrieb Militärverwaltungschef Serhij Lysak im Onlinedienst Telegram. Dabei sei ein Mensch getötet worden.Der Gouverneur der Region Odessa, Oleh Kiper, sprach von einem massiven Angriff und bestätigte die Feuer. Er gab zunächst keine Todesopfer bekannt.

Orbán bezeichnet Ukraine in Wahlkampfrede als „Feind\"Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán hat die von Russland angegriffene Ukraine als „Feind“ bezeichnet. „Die Ukrainer müssen damit aufhören, in Brüssel dauernd zu verlangen, dass Ungarn von der billigen russischen Energie abgeschnitten wird“, sagte der Rechtspopulist in einer Wahlkampfrede in der westungarischen Stadt Szombathely. „Solange die Ukraine das tut, ist sie unser Feind“, fügte er nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur MTI hinzu.Orbán gilt als engster Verbündeter des Kremlchefs Wladimir Putin in der EU. Sein Land ist in hohem Maße von russischen Gas- und Erdöllieferungen abhängig. Anders als die anderen EU-Länder unternahm Ungarn unter Orbán keine ernsthaften Anstrengungen, um sich aus der russischen Energieabhängigkeit zu lösen.Am 12. April stehen in Ungarn Parlamentswahlen an. Erstmals in seiner 16-jährigen Amtszeit sieht sich Orbán einem chancenreichen Herausforderer gegenüber. Der bürgerlich-konservative Peter Magyar, ein Renegat aus den eigenen Reihen, liegt mit seiner Tisza-Partei in den Meinungsumfragen seit mehr als einem Jahr deutlich vor Orbáns Fidesz-Partei.

Selenskyj: Erste Drohne aus Produktion in Deutschland im FebruarMitte Februar erwartet die Ukraine die ersten ukrainischen Drohnen aus einer Produktionsstätte in Deutschland. „Ich werde die erste Drohne erhalten. Das ist eine Produktionslinie, die bereits arbeitet“, sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bei einem Auftritt vor Studentinnen und Studenten in Kiew. Auch in Großbritannien gebe es bereits eine funktionierende Produktion mit „unserer ukrainischen Technologie“.

Ukrainische Sanktionen gegen Hersteller russischer DrohnenDer ukrainische Präsident ​Wolodymyr Selenskyj verhängt Sanktionen gegen ausländische Hersteller von Bauteilen für russische Drohnen und Raketen. ​Die Produktion dieser Waffen wäre ohne kritische ausländische Komponenten unmöglich, die Russland unter Umgehung von ⁠Sanktionen beziehe, erklärt Selenskyj ​auf der Plattform X. Er habe die entsprechenden Beschlüsse gegen ⁠Zulieferer und Hersteller unterzeichnet. 

Russland nimmt nach Anschlag Mann in Dubai festNach dem ​Anschlag auf einen hochrangigen russischen Militärgeheimdienstler in Moskau ⁠ist der ​mutmaßliche Schütze nach Angaben des Inlandsgeheimdienstes FSB ⁠gefasst worden. Der ‍Mann sei in ‍Dubai festgenommen und nach Russland ausgeliefert worden, teilt ⁠der FSB mit. Ihm ​werde ​vorgeworfen, Generalleutnant Wladimir ‌Alexejew, Vizechef des Militärgeheimdienstes ‍GRU, niedergeschossen zu haben. 

Ukrainische AKW produzieren wegen russischer Angriffe weniger Strom Infolge heftiger russischer Raketenangriffe auf wichtige Umspannwerke und Hochspannungsleitungen produzieren ukrainische Atomkraftwerke weniger Strom. „Ein Reaktor schaltete sich automatisch ab. Das ist ein Niveau von Angriffen, das sich kein Terrorist der Welt erlaubt“, sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft. Im Interesse der Sicherheit der Region müsse Russland die Reaktion der „ganzen Welt“ darauf spüren, verlangte Selenskyj.Am Samstagmorgen hatte das russische Militär Energieanlagen in der Ukraine mit Kampfdrohnen und Raketen angegriffen. Unter den Zielen waren Berichten zufolge auch das Umspannwerk „Westukraine“ im Gebiet Lwiw sowie westukrainische Wärmekraftwerke. Bereits bestehende Probleme bei der Versorgung mit Strom, Wasser und Wärme in dem kriegsgeplagten Land wurden dadurch bei herrschendem Frostwetter noch verstärkt.

Ukrainische Regierung meldet Großangriff auf Stromnetz, Kraftwerke und UmspannwerkeNach Aussagen des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj setzte das russische Militär bei seinem jüngsten Angriff auf die Stromversorgung der Ukraine mehr als 400 Drohnen und rund 40 Raketen ein. Ziele seien demnach das Stromnetz sowie Kraftwerke und Umspannwerke gewesen. Energieminister ​Denys Schmyhal erklärte, es seien zwei Wärmekraftwerke im Westen des Landes sowie wichtige Verteilerstationen getroffen worden. Der größte private Energieversorger DTEK meldete erhebliche Schäden, es sei der zehnte Angriff auf seine Werke seit Oktober 2025. 

Verdächtige nach Anschlag auf russischen Geheimdienstler offenbar festgenommenNach einem versuchten Anschlag auf den russischen Militärgeheimdienst-General Wladimir Alexejew sollen zwei Verdächtige in Kürze verhört werden. Nach der Befragung soll Anklage erhoben werden, berichtet die russische Zeitung „Kommersant“ unter Berufung auf Ermittlerkreise. Eine offizielle Bestätigung für die Festnahme der Verdächtigen liegt bislang nicht vor. 

Selenskyj: USA dringen auf Kriegsende bis Sommer Die USA dringen nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj auf ein Ende des Ukraine-Kriegs bis Anfang des Sommers. „Die Amerikaner schlagen den Parteien vor, den Krieg bis Anfang des Sommers zu beenden und werden wahrscheinlich diesem Zeitplan entsprechend Druck auf die Beteiligten ausüben“, sagte Selenskyj übereinstimmenden Berichten zufolge. Außerdem schlug Washington demnach sowohl der ukrainischen als auch der russischen Seite vor, sich wahrscheinlich in einer Woche in Miami zu treffen. Kiew habe zugesagt.  Ein Schlüsselelement für ein Ende des Kriegs seien Sicherheitsgarantien, bekräftigte Selenskyj. Diese müssten vor allen anderen Dokumenten unterschrieben werden.Er machte zudem deutlich, dass nach der jüngsten Verhandlungsrunde zwischen der Ukraine, Russland und den USA Themen wie Gebietsabtretungen schwierig blieben. Moskau fordert für ein Ende der Gewalt unter anderem den Abzug der ukrainischen Truppen aus den Gebieten Luhansk und Donezk. Kiew lehnt das bislang ab. 

Polnischer Luftraum wieder geöffnet – Betrieb war wegen russischer Angriffe eingestelltDer Luftraum im Südosten Polens ist nach einem Militäreinsatz wieder geöffnet. Die Flughäfen Rzeszow und Lublin hätten den Flugbetrieb ​wieder aufgenommen, teilte die polnische Flugsicherungsbehörde am Samstag auf der Plattform X mit. Zuvor war der Betrieb aus Sicherheitsgründen vorübergehend eingestellt worden. Hintergrund seien ​russische Angriffe auf die nahe gelegene Ukraine gewesen.Um der militärischen Luftfahrt freie Bahn zu verschaffen, sei der zivile Verkehr ausgesetzt worden, hieß es weiter. „Diese Maßnahmen sind präventiver Natur ⁠und dienen der Sicherung und dem ​Schutz des Luftraums, insbesondere in Gebieten, die an die bedrohten Regionen angrenzen“, erklärte das ⁠operative Kommando der polnischen Streitkräfte auf X. 

Netzbetreiber: Stromausfälle in weiten Teilen der Ukraine durch „massiven“ russischen AngriffEin großangelegter Angriff der russischen Streitkräfte auf die ukrainische Energieinfrastruktur hat nach Angaben des staatlichen Netzbetreibers in weiten Teilen der Ukraine für Stromausfälle gesorgt. Infolge der durch den „massiven Angriff“ verursachten Schäden sei am Samstagmorgen in den meisten Regionen der Strom abgeschaltet worden, erklärte der Netzbetreiber Ukrenergo im Onlinedienst Telegram. Der Angriff dauere noch an. Sobald die Sicherheitslage dies zulasse, werde mit Reparaturarbeiten begonnen, fügte Ukrenergo hinzu. Der ukrainische Energieminister Denys Schmyhal bestätigt die Angriffe auf Telegram.

US-Behörde: Luftraum über Südostpolen wegen Militäraktivitäten gesperrtDer Luftraum im ​Südosten Polens ist wegen militärischer Aktivitäten gesperrt worden. Die Flughäfen Lublin und Rzeszow könnten derzeit nicht angeflogen werden, teilte die ​US-Luftfahrtbehörde FAA am Samstag in einer Mitteilung an das Flugpersonal auf ihrer ​Webseite mit. Als Grund wurden „ungeplante militärische Maßnahmen“ zur Gewährleistung der staatlichen Sicherheit genannt.FlightRadar24 führte die Maßnahme ⁠auf einen NATO-Einsatz zurück. ​Der Flugbeobachtungsdienst teilte auf der Plattform X mit, die Sperrung ⁠stehe im Zusammenhang mit Flugzeugen ‍des Militärbündnisses, die in ‍dem Gebiet im Einsatz seien.

Trump deutet Bewegung im Ukrainekrieg anUS-Präsident Donald ​Trump deutet eine mögliche Entwicklung im russischen Krieg gegen ⁠die ​Ukraine an. Es gebe „sehr, sehr gute Gespräche“, ⁠sagt Trump ‍vor Journalisten. „Etwas könnte passieren“, ‍fügt er hinzu, ohne dies jedoch zu präzisieren. Der ⁠republikanische Präsident hatte ​versprochen, den Krieg ​zu beenden, ‌was er bislang ‍jedoch nicht umgesetzt hat.

Selenskyj will ukrainische Luftabwehr stärkenDer ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj fordert nach massiven russischen Luftangriffen schnellere Maßnahmen. Die Luftabwehr müsse gestärkt und Schäden am Stromnetz sowie an der Wärmeversorgung rascher behoben werden, sagt er in seiner abendlichen Videoansprache. Allein in der Hauptstadt Kiew seien nach einem Angriff am Dienstag mehr als 1100 Wohngebäude ohne Heizung. Selenskyj kündigt zudem personelle Konsequenzen in Gebieten mit unzureichender Luftabwehr ​an und wirft der Kiewer Stadtverwaltung Versäumnisse vor.