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17.02.2026
05:15 Uhr
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Neue Runde von Friedensgesprächen beginnt heute in Genf +++ UN befürchten neue Fluchtwelle in der Ukraine +++ Selenskyj: Russland bereitet massiven Luftangriff vor +++ alle Neuigkeiten im Liveblog

Ukraine stuft Autoexplosion in Odessa als Terrorakt einDie Ukraine hat die Explosion eines Autos in Odessa am Schwarzen Meer als Terrorakt eingestuft. Das teilte der Geheimdienst SBU mit. Demnach ereignete sich die Explosion am Morgen in der Nähe eines Wohnhauses im Süden der Stadt. Der Fahrer sei verletzt ins Krankenhaus eingeliefert worden. Ukrainische Medien berichteten unter Berufung auf Sicherheitskreise, dass es sich bei dem Verletzten um einen ehemaligen Soldaten handeln soll.
Fokus Energieversorgung: Selenskyj kündigt Gespräche mit Unterstützern anDer ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat für diese Woche neue Gespräche der Ukraine-Unterstützer in Frankreich angekündigt – mit dem Fokus Energieversorgung. Bei dem Treffen im sogenannten Ramstein-Format sind die G7-Staaten, Partner aus Nordeuropa und dem Baltikum dabei, wie er mitteilte. Explizit nannte er auch Minister aus den USA, Kanada und der EU.Russland greift in diesem Winter systematisch und massiv das Energiesystem der Ukraine an. Millionen Menschen sind von stundenlangen Ausfällen der Strom-, Wasser- und Wärmeversorgung betroffen. Die Ankündigung kommt einen Tag vor einer neuen geplanten Verhandlungsrunde mit Russland und den USA über eine Beendigung des seit vier Jahren andauernden russischen Angriffskriegs in Genf.
Russland will in Genf über Gebietsfragen verhandelnRussland will nach Kremlangaben bei den für zwei Tage angesetzten Verhandlungen von Dienstag an in Genf auch über Gebietsfragen mit der Ukraine sprechen. „Hier wird schon die Anwesenheit des Chefunterhändlers, also Medinski, notwendig sein“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow russischen Medien zufolge. Kremlchef Wladimir Putin hatte den früheren Kulturminister Wladimir Medinski zum russischen Verhandlungsführer ernannt. Er steht in der Ukraine aber als nicht ernstzunehmender Verhandler in der Kritik.Kiew lehnt einen Verzicht auf die von Russland geforderten Gebiete ab, darunter auch jene in der Region Donezk, die die Ukraine selbst kontrolliert. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj betonte mehrfach, dass Putin in dem Angriffskrieg keine Geschenke gemacht werden dürften.
Spitzenmilitärs warnen vor möglichem russischem AngriffSpitzenmilitärs aus Deutschland und Großbritannien rufen die Europäer eindringlich dazu auf, sich für einen möglichen russischen Angriff zu rüsten. Moskau verlagere seine militärische Ausrichtung zunehmend nach Westen, warnen der Generalinspekteur der Bundeswehr, Carsten Breuer, und der Chef des Generalstabs der britischen Streitkräfte, Richard Knighton, in einem gemeinsamen Appell.Die russischen Streitkräfte würden derart aufgerüstet, „dass das Risiko eines Konflikts mit NATO-Staaten steigen könnte“, schreiben Breuer und Knighton in einem Gastbeitrag für die Zeitungen „Welt“ und „Guardian“. „Moskaus militärische Aufrüstung verbunden mit seiner Bereitschaft, Krieg auf unserem Kontinent zu führen, (...) erhöht das Risiko und verlangt unsere gemeinsame Aufmerksamkeit.“Als Konsequenz werben die Autoren nicht nur für eine „Stärkung der militärischen Einsatzbereitschaft“, sondern auch für einen Ausbau der europäischen Rüstungsindustrie. „Die Ukraine zeigt uns, dass industrielle Fähigkeiten entscheidend sind, um einen großen Krieg durchzuhalten und letztendlich zu gewinnen“, erläutern Breuer und Knighton und betonen: „Aufrüstung ist kein Kriegstreiben, sondern das verantwortungsvolle Handeln von Nationen, die entschlossen sind, ihre Bevölkerung zu schützen und den Frieden zu bewahren.“
Selenskyj warnt vor AngriffenLaut dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj bereitet Russland einen weiteren massiven Luftangriff auf das Land vor. Dies berichtete Selenskyj am Montag in einer Telefonkonferenz mit Verweis auf Geheimdienstinformationen. Der Präsident ergänzte, er habe die Anweisung gegeben, zusätzliche Schutzmaßnahmen vorzubereiten. Auch in der vergangenen Nacht habe Russlands Luftwaffe abermals Energieanlagen in der Ukraine attackiert. Selenskyj bezeichnete die Angriffe kurz vor der nächsten Verhandlungsrunde als „eindeutiges Indiz dafür, wie Russland zu den diplomatischen Bemühungen steht“. Am Dienstag wollen sich ukrainische und russische Verhandler in Genf treffen.
UN rechnet mit Hunderttausenden neuen ukrainischen FlüchtlingenDie anhaltenden Angriffe Russlands auf die Energieversorgung der Ukraine drohen laut den UN eine neue Fluchtwelle auszulösen. Schätzungsweise 325.000 Ukrainerinnen und Ukrainer könnten angesichts der Strom- und Heizungsausfälle ihre Heimatregionen verlassen, warnte die Internationale Organisation für Migration (IOM) am Montag in Genf.Die Menschen litten unter den Energieunterbrechungen bei Temperaturen von bis zu minus 20 Grad Celsius. Es handele sich um Kinder, Frauen und Männer, die vorher schon einmal aus ihren Heimatregionen geflüchtet waren und inzwischen zurückgekehrt sind.Die IOM hat nach eigenen Angaben seit Kriegsbeginn 6,9 Millionen Menschen innerhalb des Landes mit humanitären Gütern geholfen. Zudem unterstützte die Organisation weitere Millionen Menschen in elf Nachbarländern. Im Januar gab es laut UN in der Ukraine 3,7 Millionen Binnenflüchtlinge.
Ostsee: Schattenflotten-Havarie hätte schwere FolgenLaut einer Studie des Helmholtz-Zentrums Hereon hätte eine Havarie eines Öltankers der russischen Schattenflotte in der Ostsee schwerwiegende Folgen für die dortigen Küsten und das Meeresökosystem. Das Helmholtz-Zentrum erstellte die datenbankgestützte Simulationsstudie für die Umweltschutzorganisation Greenpeace. Dabei wurden acht verschiedene Unfallorte entlang der Tankerroute vom russischen Ölhafen Primorsk bis zum dänischen Skagen am Ausgang der Ostsee simuliert.Berechnet wurde, wie sich 48.000 Tonnen Öl der Sorte „Ural Crude“ an den unterschiedlichen Positionen über einen Zeitraum von 30 Tagen ausbreiten würden. Dazu wurden Strömungs- und Winddaten des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie genutzt. Die Simulationen sind über eine interaktive Karte abrufbar. Von Finnland über Schweden und Deutschland bis nach Dänemark wären laut Greenpeace im Falle einer Ölpest Meeres- und Küstenschutzgebiete betroffen, die für das Überleben von Seevögeln, Meeressäugern und vieler Fischbestände entscheidend sind. Zudem wären beliebte Urlaubsgebiete auf Jahre belastet.Sogenannte Geistertanker fahren ohne Flaggenzugehörigkeit und dadurch ohne gültige Versicherung. Russland nutzt die teils stark überalterten Tanker für verdeckte Transporte seines Rohöls über die Ostsee. Auf einer Greenpeace-Liste von Ende 2024 stehen mehr 190 Schattenflotten-Tanker. 171 davon fuhren nach Recherchen der Umweltorganisation in den vergangenen Jahren einmal oder mehrmals durch die deutsche Ostsee und das Seegebiet der Schifffahrtsroute Kadetrinne in der Mecklenburger Bucht.
Russland: Feuer nach ukrainischem Drohnenangriff gelöschtEin Feuer im russischen Schwarzmeerhafen Taman ist den örtlichen Behörden zufolge gelöscht worden. Es war bei einem ukrainischen Drohnenangriff am Sonntag ausgebrochen. Dabei wurden nach Angaben von Gouverneur Wenjamin Kondratjew ein Öltank, ein Lagerhaus und Terminals beschädigt. Die Oblast Krasnodar liegt im Südwesten Russlands am Schwarzen Meer und gegenüber der 2014 von Russland annektierten ukrainischen Halbinsel Krim, mit der sie durch die Brücke von Kertsch verbunden ist.
Nordkorea: Kim enthüllt Wohnungen für Familien von in Ukraine getöteten SoldatenNordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat Wohnungen für die Familien von in Russlands Krieg gegen die Ukraine getöteten nordkoreanischen Soldaten enthüllt. Mit dem Bau bezwecke Pjöngjang, dass „seine vortrefflichen Söhne, die das Heiligste verteidigt haben, indem sie ihr Wertvollstes opferten, für immer weiterleben“, sagte Kim in einer Rede, wie die staatliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA am Montag berichtete.Von KCNA veröffentlichte Bilder zeigten Kim in Begleitung seiner Tochter und möglichen Nachfolgerin Kim Ju Ae bei der Eröffnung der Wohnungen entlang der Straße Saeppyol. Ein Foto zeigt Kim, wie er auf einem Sofa offenbar mit Angehörigen eines gefallenen Soldaten spricht, seine Tochter steht hinter ihnen. „Vor ihrem Tod werden sich die heldenhaften Märtyrer vor dem inneren Auge ihre geliebten Familien in dem ewig aufblühenden Land ausgemalt haben“, sagte Kim in seiner Rede.
Stromausfall in westrussischem Brjansk nach DrohnenangriffenIn der westrussischen Region Brjansk ist Behördenangaben zufolge nach ukrainischen Drohnenangriffen die Energieversorgung teilweise zusammengebrochen. „Durch einen Schlag des Feindes gegen Objekte der Energieinfrastruktur im Gebiet Brjansk sind in fünf Gemeinden und teilweise in der Stadt Brjansk Wärme und Strom ausgefallen“, schrieb Gouverneur Alexander Bogomas bei Telegram. Seinen Angaben nach handelte es sich um einen der schwersten ukrainischen Angriffe seit Kriegsbeginn. Der Drohnenbeschuss habe mehr als zwölf Stunden gedauert. Mehr als 170 Drohnen seien abgewehrt worden.
Fico: Ukraine könnte mit Ölpipeline Druck auf Ungarn ausüben Der slowakische Ministerpräsident Robert Fico warnt davor, dass die Ukraine Ungarn mit der ausbleibenden Reparatur der Druschba-Ölpipeline unter Druck setzen könne. Dies wäre dann der Fall, wenn die Ukraine die Pipeline nicht repariere, die russisches Öl durch die Ukraine nach Ungarn und in die Slowakei transportiert, sagt Fico nach einem Treffen mit dem amerikanischen Außenminister Marco Rubio in Bratislava.
Russland schlägt internationale Verwaltung für Ukraine vor Moskau bringt kurz vor Gesprächen über ein Kriegsende wieder eine internationale Übergangsverwaltung für die Ukraine unter Ägide der Vereinten Nationen ins Spiel. Russland sei bereit, mit den USA, Europa und anderen Ländern über eine externe Verwaltung zu sprechen, sagte Vizeaußenminister Michail Galusin der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass in Moskau. „Ein solcher Schritt würde es ermöglichen, demokratische Wahlen in der Ukraine abzuhalten und eine handlungsfähige Regierung an die Macht zu bringen“, sagte Galusin. Mit dieser Führung könnten dann ein Friedensvertrag und Dokumente über die zukünftige Zusammenarbeit der beiden Länder unterzeichnet werden.Galusins Äußerungen reihen sich ein in die Moskauer Versuche, die Ukraine als nicht handlungsfähigen Staat und die Führung von Präsident Wolodymyr Selenskyj als nicht legitim darzustellen. In der Ukraine sind aber alle staatlichen Stellen arbeitsfähig.Selenskyj verwies bei der Münchner Sicherheitskonferenz darauf, wie schwierig eine Wahl sei, solange die Soldaten an der Front wie die Bevölkerung im Hinterland unter Beschuss liegen. Vor einer Wahl seien mindestens zwei Monate Waffenruhe nötig, erklärte er.
Haluschtschenko steht unter KorruptionsverdachtIm Herbst erschütterte ein Korruptionsskandal die Ukraine: Ein kriminelles Netzwerk soll 100 Millionen Dollar beim staatlichen Atomkraftwerkbetreiber Energoatom unterschlagen haben. Eine der führenden Figuren in dem Fall ist mutmaßlich der damalige Justiz- und frühere Energieminister Herman Haluschtschenko. Dieser ist nun bei einer versuchten Ausreise aus der Ukraine festgenommen worden. Das teilten die für Korruptionsbekämpfung zuständigen Behörden SAP und NABU am Sonntag auf ihren Telegram-Kanälen mit. Die Ermittlungen in dem weitverzweigten Fall dauerten an.Ukrainische Korruptionsermittler hatten im November Vorwürfe gegen eine Gruppe von Ministern, Beamten und Vertrauten im Umfeld von Präsident Wolodymyr Selenskyj erhoben. Sie sollen bei Ernergoatom Geld abgezweigt haben, das eigentlich für Schutzbauten um Energieanlagen gegen feindliche Luftangriffe bestimmt war. Der damalige Justizminister Haluschtschenko musste ebenso wie seine Nachfolgerin als Energieministerin, Switlana Hryntschuk, seinen Rücktritt einreichen. Der langjährige Freund von Selenskyj und mutmaßliche Kopf des Netzwerks, Tymur Minditsch, konnte sich wenige Stunden vor den damaligen Durchsuchungen bei ihm ins Ausland absetzen. Infolge des Skandals entließ der Präsident auch seinen einflussreichen Stabschef Andrij Jermak.
Gouverneur: Russische Oblast Krasnodar Ziel von DrohnenangriffDie russische Oblast Krasnodar ist Gouverneur Wenjamin Kondratjew zufolge Ziel eines schweren ukrainischen Drohnenangriffs geworden. Der Hafen Taman sei beschossen worden. Ein Feuer sei ausgebrochen. Ein Öltank, ein Lagerhaus und Terminals des Hafens seien beschädigt worden, teilt Kondratjew mit. Krasnodar war wiederholt Ziel ukrainischer Angriffe. Die Oblast liegt im Südwesten Russlands am Schwarzen Meer und gegenüber der 2014 von Russland annektierten ukrainischen Halbinsel Krim, mit der sie durch die Brücke von Kertsch verbunden ist.