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22.01.2026
15:00 Uhr
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Ausweisung folgt auf Festnahme mutmaßlicher Agentin +++ Treffen zwischen Trump und Selenskyj in Davos beendet +++ Witkoff: Zu Ukrainekrieg nur noch „eine Frage“ offen +++ alle Neuigkeiten im Liveblog

Selenskyj geht mit den Europäern in seiner Rede hart ins Gericht. Der Kontinent müsse endlich lernen, sich selbst zu verteidigen. Nur auf diese Weise könne aus Europa eine echte Macht werden. Selenskyj kritisiert auch die europäische Reaktion auf Trumps Grönland-Forderungen: \"Wenn man 40 oder 50 Soldaten nach Grönland schickt, welche Botschaft sendet das? Welche Botschaft sendet das an China, Russland und vor allem an Dänemark - euren wichtigen Alliierten. Ihr riskiert, nicht ernst genommen zu werden.\" Die Ukraine könne mithelfen, wenn es um russische Schiffe in der Nähe von Grönland geht. \"Wir können sie vor Grönland versenken, wie wir sie auch in der Nähe der Krim untergehen lassen.\"Der ukrainische Präsident bezeichnet Europa als \"schönes aber fragmentiertes Kaleidoskop von Mittelmächten.\" Das größte Problem der Europäer sei das eigene Mindset. Man müsse nun handeln, zur See, in der Luft und an Land, um eine neue Weltordnung zu formen. Nur so könne aus dem \"Salat aus Mittelmächten\" eine Großmacht werden. \"Denn wenn Europa vereint ist, ist es unschlagbar.\" Die gegenwärtigen Herausforderungen seien auch eine Bedrohung für den europäischen \"Way of Life\". Europa müsse nun eine bessere Welt erschaffen, eine Welt ohne Krieg. \"Dafür braucht es aber Stärke.\" Gegen Ende nimmt Selenskyj Bezug auf den Filmklassiker \"Und täglich grüßt das Murmeltier\" von 1993. Lasst uns diesen \"Groundhog-Day\" (Originaltitel) beenden, sagt Selenskyj in Anspielung auf die immergleichen Debatten. \"Und ja, es ist möglich.\"
Sobald ein Waffenstillstand in Kraft trete, werde es ausländische Truppen auf ukrainischem Boden geben, sagt Selenskyj. Man werde alles dafür tun, damit die „Koalition der Willigen“ zu einer „Koalition der Handlung“ wird. Man brauche aber Präsident Trump für Sicherheitsgarantien. Dann kritisiert Selenskyj die Europäer. „Warum kann Trump Öltanker stoppen und die Europäer bekommen das nicht hin?“ Wenn Putin kein Geld mehr habe, könne er seinen Krieg auch nicht fortsetzen. Selenskyj fordert: „Europa braucht starke und vereinte Truppen“.
\"Es ist das vierte Jahr des größten Krieges in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg\", sagt Selenskyj. Putin versuche noch immer, die beschlagnahmten Gelder zurückzubekommen. Zum Glück habe die EU sich dafür entschieden, das Geld einzufrieren.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj spricht nun auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos.
Ein Sprecher des ukrainischen Präsidenten bezeichnete das Treffen mit Trump als \"gut\". Wie viele Minuten es gedauert hat, habe man aber nicht mitgezählt.
In Davos beginnt jetzt nach Angaben der Regierung in Kiew das Treffen von US-Präsident Donald Trump und seinem ukrainischen Amtskollegen Wolodymyr Selenskyj.
Das ukrainische Militär hat nach eigenen Angaben das russische Ölterminal Tamanneftegas in der südlichen Region Krasnodar angegriffen. Der Generalstab nennt keine weiteren Einzelheiten, erklärt aber, die Anlage liefere Treibstoff an die russische Armee. Eine Stellungnahme Russlands liegt zunächst nicht vor.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist in Davos angekommen, um am Weltwirtschaftsforum teilzunehmen. Er soll sich dort auch mit US-Präsident Donald Trump treffen. Das berichtet das ukrainische Onlineportal „nv.ua“ unter Berufung auf Selenskyjs Pressesprecher. Demnach ist das Treffen der Präsidenten vorläufig für 13.00 Uhr geplant.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist auf dem Weg zum Weltwirtschaftsforum in Davos. Dort will sich US-Präsident Donald Trump mit ihm treffen. Selenskyjs Kommunikationsberater bestätigte am Donnerstagmorgen, dass Selenskyj nach Davos abgereist sei. Er gab jedoch keine Auskunft darüber, ob für heute ein Treffen mit Trump geplant sei.
Die Bemühungen um ein Ende des Ukrainekriegs gehen an diesem Donnerstag an gleich zwei Orten in die nächste Runde. Auf dem Weltwirtschaftsforum will sich Donald Trump mit Wolodymyr Selenskyj treffen. Er glaube, dass sein ukrainischer Kollege einen Deal machen wolle, sagte der US-Präsident in Davos. „Ich denke, ich kann sagen, dass wir einigermaßen nah dran sind.“Derweil wird in Moskau der US-Sondergesandte Steve Witkoff nach mehreren Gesprächen zwischen Amerikanern, Europäern und Ukrainern abermals bei Wladimir Putin erwartet. Dieser bestätigte am Abend das geplante Treffen. Dabei deutete er Bereitschaft an, auch über eine Bezahlung des Wiederaufbaus nach Kriegsende zu verhandeln. So sagte er zunächst, dass Russland eine Milliarde Dollar aus dem in den USA festgehaltenen Geld für eine Beteiligung am von Trump ins Leben gerufenen sogenannten Friedensrat verwenden könne – und schob dann nach: „Die übrig bleibenden Mittel der in den USA eingefrorenen Vermögenswerte könnten übrigens nach einem Friedensschluss zwischen Russland und der Ukraine auch zur Wiederherstellung der Territorien genutzt werden, die von den Kampfhandlungen in Mitleidenschaft gezogen wurden.“ Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos sagte Witkoff, in den Verhandlungen gebe es große Fortschritte. Diese seien auf eine letzte Frage reduziert. „Wenn also beide Seiten eine Lösung wollen, werden wir sie auch finden.“ Die Schaffung einer Freihandelszone in der Ukraine wäre Witkoff zufolge „bahnbrechend“ für die Wirtschaft des Landes. Für eine Anreise Selenskyjs in Davos gab es unterdessen noch keine Bestätigung. Der ukrainische Präsident vor dem Weltwirtschaftsgipfel erklärt, angesichts der schweren russischen Angriffe aus der Luft habe er im eigenen Land genügend Probleme zu klären. Er werde höchstens fahren, wenn es Verträge zu unterzeichnen gelte oder neue Hilfszusagen gebe, etwa bei der Flugabwehr. Allerdings publizierte Selenskyj am Mittwoch nicht wie gewöhnlich seine abendliche Videoansprache, was ein Indiz für eine Reise in die Schweiz sein könnte.
Bei russischen Drohnenangriffen auf die Ukraine sind nach Behördenangaben zwei Menschen getötet worden. Ziel der Angriffe sei die Stadt Krywyj Rih gewesen, teilte die regionale Militärverwaltung am Mittwoch mit. Bei den Opfern handele es sich um einen 77 Jahre alten Mann und eine 72 Jahre alte Frau. Russische Behörden meldeten derweil drei Tote und acht Verletzte nach ukrainischen Angriffen auf die südrussische Region Krasnodar.In der russischen Kaukasusrepublik Adygeja meldeten die russischen Behörden einen weiteren Drohnenangriff durch die ukrainischen Streitkräfte. Dabei seien elf Menschen verletzt worden, neun von ihnen seien ins Krankenhaus gebracht worden. Unter den Verletzten seien zwei Kinder, erklärten die örtlichen Behörden. Adygeja grenzt an die Großstadt Krasnodar. Die Region rund um das Schwarze und Asowsche Meer wird immer wieder zum Ziel ukrainischer Drohnenangriffe.
Der britische Verteidigungsminister John Healey hat angesichts der russischen Bedrohung zum Zusammenhalt aufgerufen. „Wir dürfen nie vergessen, wer unsere Gegner sind und wer unsere Verbündeten bleiben“, sagte der Minister nach einem Treffen mit seinem dänischen Amtskollegen Troels Lund Poulsen in Kopenhagen.„Es sind russische Angriffe, die in der Ukraine eskalieren. Es sind russische Aktivitäten, die im hohen Norden zunehmen. Und es ist die russische Rücksichtslosigkeit, die die NATO auf die Probe stellt“, sagte Healey weiter. Ein sicheres Europa erfordere eine starke Ukraine. Dafür setzten sich Großbritannien und Dänemark gemeinsam ein.Der dänische Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen betonte die verstärkte Sicherheitszusammenarbeit der beiden Länder und der NATO in der Ostsee und der Arktis. Man sei sich einig, dass der Sicherheit im hohen Norden eine größere Priorität eingeräumt werden müsse als bisher – auch im Rahmen einer stärkeren NATO-Präsenz.Für dieses Jahr seien weitere Übungen in Grönland geplant, sagte Troels Lund Poulsen. Dazu seien auch die Amerikaner eingeladen. „Wir haben die USA über unsere Initiativen in Grönland informiert und werden im Laufe des Jahres hoffentlich auch eine amerikanische Teilnahme sehen“, sagte der Verteidigungsminister. Bislang hätten die USA noch nicht zugesagt.US-Präsident Donald Trump hatte seine Ansprüche auf das zu Dänemark gehörende Grönland beim Weltwirtschaftsforum in Davos wiederholt. Auf die Anwendung von Gewalt will er aber verzichten. „Diplomatie ist der richtige Weg“, kommentierte Healey. „Der richtige Ansatz für Grönland ist ein ruhiger Ansatz, ein Ansatz der Diskussion unter Verbündeten, und ich betrachte Präsident Trumps Rede heute als Teil der notwendigen Schritte, die wir unternehmen.“
Sich „um die Ukraine zu kümmern“ ist nach Ansicht von US-Präsident Donald Trump Aufgabe der NATO und Europas – und nicht der USA. „Was haben die USA von all dieser Arbeit, all diesem Geld, außer Tod, Zerstörung und kolossalen Geldsummen, die an Menschen gehen, die unsere Taten nicht zu schätzen wissen?“, sagte Trump am Mittwoch in seiner Rede auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos.„Sie wissen nicht zu schätzen, was wir tun, ich spreche von der NATO, ich spreche von Europa. Es ist ihre Aufgabe, sich um die Ukraine zu kümmern, nicht unsere“, sagte Trump weiter. Die USA seien „sehr weit entfernt, ein großer und schöner Ozean trennt uns. Wir haben damit nichts zu tun“, erklärte der US-Präsident.Gleichwohl verkündete Trump, er wolle sich in Davos mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj treffen, um über eine Beendigung des Krieges zu sprechen. „Ich verhandele mit Präsident (Wladimir) Putin, und er will einen Deal. Ich verhandele mit Präsident Selenskyj, und ich glaube, er will einen Deal. Ich treffe ihn heute“, sagte Trump.Kiew stellte kurz danach Trumps Äußerung richtig: Selenskyj halte sich nicht in Davos auf, sondern sei in der Ukraine. Der ukrainische Präsident hatte zuvor erklärt, das Weltwirtschaftsforum ausfallen zu lassen und sich stattdessen um die massiven, durch russische Angriffe auf die Energieinfrastruktur ausgelösten Stromausfälle in seinem Land zu kümmern.
Der Kreml bestätigt das Treffen Wladimir Putins mit den amerikanischen Emissären Steve Witkoff und Jared Kushner an diesem Donnerstag in Moskau. Entsprechend äußerte sich Dmitrij Peskow, der Sprecher des russischen Herrschers, am Mittwoch gegenüber der Nachrichtenagentur Interfax, wobei sich dem Bericht nicht entnehmen ließ, dass der Kreml selbst um das Treffen ersucht, wie Witkoff dem Sender CNBC sagte.„Es ist wichtig, dass wir alle Informationen über die Erörterungen erhalten, die zwischen den Amerikanern und Europäern sowie zwischen den Ukrainern und Europäern zu verschiedenen Themen geführt wurden“, sagte Peskow weiter. „Es ist wichtig, die diesbezüglichen Vorschläge zu hören.“ Putin und seine Funktionäre hatten bei etlichen Gelegenheiten klargestellt, dass Moskau selbst der ursprüngliche 28-Punkte-Katalog der Amerikaner, der als „Friedensplan“ verbreitet wurde, nicht weit genug geht.Unter anderem fordert Putin, dass die Ukrainer nicht nur, wie in dem Ausgangsentwurf vorgesehen, die beiden Donbass-Gebiete von Luhansk und Donezk Russland überlassen sollten, sondern auch die südlichen Gebiete von Cherson und Saporischschja. In dem Treffen dürfte Putin bestrebt sein, neuerlich der Ukraine und ihren europäischen Unterstützern die Schuld an der Fortdauer des russischen Angriffskrieges zu geben und den amerikanischen Präsidenten Donald Trump für sich einzunehmen.