FAZ 13.01.2026
14:42 Uhr

Krieg in der Ukraine: Bundesanwaltschaft erhebt Anklage wegen Sabotage


Zwei Personen sollen für Russland spioniert haben +++ Parlament bestätigt Absetzung von SBU-Chef Maljuk +++ Selenskyj warnt vor neuem massivem Angriff Russlands +++ alle Neuigkeiten im Liveblog

Krieg in der Ukraine: Bundesanwaltschaft erhebt Anklage wegen Sabotage

Das ukrainische Parlament hat auch dem Rücktritt von SBU-Chef Wassyl Maljuk als Chef des Inlandsgeheimdienstes SBU knapp zugestimmt. Insgesamt 235 Abgeordnete votierten dafür. Für eine Mehrheit sind stets 226 Stimmen nötig. Selenskyj hatte den Rücktritt initiiert, war aber darum bemüht, die Herabstufung als Versetzung auf einen geeigneteren Posten darzustellen. Bekannte Armeekommandeure hatten den Präsidenten kritisiert und sich dafür ausgesprochen, Maljuk auf seinem Posten zu belassen. Maljuk hatte die Leitung des SBU im Februar 2023 während der russischen Vollinvasion von einem Vertrauten Selenskyjs übernommen. Seither trugen aufsehenerregende Militäroperationen zu einer Verbesserung der Reputation des Dienstes bei. Der SBU koordinierte etwa die als Operation \"Spinnennetz\" bezeichnete Zerstörung von Bombern auf Flugfeldern tief im russischen Hinterland. Mindestens umstritten ist aber die Rolle des SBU beim Vorgehen gegen die Antikorruptionsbehörde NABU im Sommer. Was Selenskyj zur Ablösung des SBU-Chefs bewogen hat, ist unklar. Politische Ambitionen werden Maljuk nicht nachgesagt. Selenskyj will Maljuk dauerhaft durch den nun kommissarischen SBU-Chef Jewhen Chmara ersetzen. Mehrere Abgeordnete hatten deshalb öffentlich angekündigt, gegen die Entlassung Maljuks stimmen zu wollen. 

Das ukrainische Parlament hat der Entlassung Denis Schmyhals als Verteidigungsminister zugestimmt. Schmyhal äußerte sich in einer Rede kurz vor seiner erwarteten Ernennung zum Energieminister. Demnach habe die Ukraine im vergangenen Jahr 23 Flugabwehrsysteme mittlerer und großer Reichweite erhalten. Zudem seien 11.000 Raketen dafür geliefert worden. 

Russland hat ​den polnischen Botschafter wegen der Verhaftung eines russischen Archäologen einbestellt. Er solle freigelassen und nicht an die Ukraine ​übergeben werden, teilt das russische Außenministerium mit. Krzysztof Krajewski sei bei dem Termin am Montag mitgeteilt worden, dass die ukrainischen Vorwürfe gegen den ⁠Archäologen absurd seien. Der Wisschenschaftler ​Alexander Butjagin arbeitet für die Hermitage in Sankt Petersburg. Die Ukraine wirft ⁠ihm vor, nicht genehmigte Ausgrabungen vorzunehmen und insbesondere Artefakte auf ‍der Krim zu plündern. ‍Die Krim gehört völkerrechtlich zur Ukraine und wurde 2014 von Russland annektiert. Die Ukraine erklärte, sie verteidige nicht nur ihr Volk und ⁠Territorium, sondern auch ihr kulturelles Erbe. 

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Bürger seines Landes vor einem weiteren heftigen Angriff Russlands gewarnt. Es gebe Geheimdienstinformationen, wonach Moskau abermals einen massiven Angriff vorbereite, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft am Montag. Konkret sprach er von Drohnen zur Ausschaltung der Flugabwehr und Raketen. Dieser Angriff könne in den nächsten Tagen geschehen, sagte er und forderte die Menschen auf, den Luftalarm zu beachten. Russland wolle die Kälte ausnutzen. In vielen Regionen der Ukraine fallen die Temperaturen nachts derzeit in den zweistelligen Minusbereich. Bereits am vergangenen Donnerstag hatte Selenskyj vor einem neuen massiven Angriff Moskaus in der Nacht gewarnt. Tatsächlich attackierte Russlands Militär die Ukraine in der Nacht zu Freitag heftig. Dabei es es unter anderem nach eigenen Angaben die neue Mittelstreckenrakete Oreschnik bei einem Angriff auf die westukrainische Region Lwiw ein. In der Hauptstadt Kiew kam es in der Folge des massiven Angriffs zu so heftigen Ausfällen von Strom-, Wasser- und Heizungsversorgung, dass Bürgermeister Vitali Klitschko zum vorübergehenden Verlassen der Stadt riet. Russland überzieht die Ukraine seit fast vier Jahren mit einem zerstörerischen Angriffskrieg.Außerdem sprach Selenskyj von Fortschritten beim Austausch des ukrainischen Verhandlungsteams mit US-Vertretern. Dokumente seien größtenteils unterschriftsreif, sagte er, nannte aber keine Details. Er gehe davon aus, dass das  Weltwirtschaftsforum Davos im Hinblick auf Beziehungen zu den Partnern der Ukraine und ihren Wiederaufbau nach den russischen Angriffen sehr erfolgreich werde.

Durch einen schweren russischen Luftangriff sind mindestens vier Menschen in der ostukrainischen Großstadt Charkiw getötet worden. Der Militärgouverneur der Region, Oleh Snyjehubow, sprach außerdem von mindestens sechs Verletzten. Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe wurden auch Kiew, Odessa und andere Städte in der Nacht mit Drohnen, Raketen und Marschflugkörpern angegriffen.In dem Vorort von Charkiw wurde nach Angaben der regionalen Staatsanwaltschaft ein Logistikzentrum des Postunternehmens Nowa Poschta zerstört. Die Behörde warf der russischen Armee einen sogenannten Doppelschlag vor: Erst sei das Gebäude mit einer Rakete beschossen worden, wenig später hätten Drohnen auf Feuerwehrleute und Rettungskräfte gezielt. In der Hauptstadt Kiew musste nach dem Angriff abermals an vielen Stellen notfallmäßig der Strom abgeschaltet werden, wie die Stadtverwaltung mitteilte. In den größten Städten der Ukraine müssen derzeit bei strengem Frost Millionen Menschen ohne Strom, Heizung oder Wasser ausharren, weil russische Angriffe die Versorgungsnetze gezielt ausgeschaltet haben.Ihrerseits griff die ukrainische Armee in der Nacht mehrere Orte in Russland mit Drohnen an. Die Behörden des südrussischen Gebiets Rostow bestätigten einen Treffer auf ein Industrieunternehmen in der Stadt Taganrog. Dabei handelte es sich nach Berichten russischer Telegramkanäle um ein Werk, in dem Flugzeuge repariert und Drohnenteile hergestellt werden. 

Die Ukraine hat die Rechte für den Abbau des ​Lithium-Vorkommens Dobra an eine Investorengruppe mit Verbindungen in die USA vergeben. Dies gilt als wichtiger Test, ob westliches Kapital in die vom Krieg gezeichnete Wirtschaft des Landes fließen kann. Zudem sollen die Beziehungen zu Washington vertieft werden. Die ​ukrainische Regierung erteilte die Entwicklungsrechte für den Standort Dobra in der zentralen Region Kirowohrad an die Dobra Lithium Holdings, wie Ministerpräsidentin Julia Swyrydenko am Montag über ​den Nachrichtendienst Telegram mitteilte.Im Rahmen der Vereinbarung zur Produktionsteilung wird das Unternehmen eines der größten Lithiumvorkommen der Ukraine erschließen und die Förderung mit dem ukrainischen Staat teilen. Lithium ist ein wichtiges Metall, ⁠das unter anderem für Batterien von ​Elektroautos benötigt wird. Hinter dem Projekt stehen die Firmen TechMet und Rock Holdings. Es soll Investitionen von ⁠mindestens 179 Millionen Dollar anziehen. TechMet wird nach Angaben der US-Entwicklungsfinanzierungsgesellschaft DFC von der US-Regierung unterstützt.Die Vergabe ‍erfolgt, während ‍die Ukraine nach Investitionen sucht, die trotz der Kriegsrisiken Bestand haben. Die Ausschreibung für das Lithium-Projekt hatte im August begonnen. Sie gilt als erstes Vorhaben im Rahmen eines gemeinsamen Investitionsfonds ⁠mit den USA. Diese umfassendere Vereinbarung wurde von US-Präsident Donald Trump gefördert. Sie sichert ​den USA einen ​bevorzugten Zugang zu neuen ukrainischen Rohstoffgeschäften und ‌lenkt die Mittel des Fonds in den Wiederaufbau der ‍Ukraine. Einem Bericht der Zeitung „New York Times\" zufolge gehört der Milliardär Ronald S. ‍Lauder, ein Freund Trumps, zu den Investoren. 

​Die russische Luftabwehr hat nach eigenen Angaben einen ukrainischen Luftangriff auf ⁠die Stadt ‍Taganrog im Süden Russlands ‍abgewehrt. Das teilte der Gouverneur der Region Rostow, ⁠Juri Sljussar, über Telegram ​mit. Details zu ‌den Folgen am ‍Boden würden noch geklärt.

Die Ukraine hat die Rechte für den Abbau des ​Lithium-Vorkommens Dobra an eine Investorengruppe mit Verbindungen in die USA vergeben. Dies gilt als wichtiger Test, ob westliches Kapital in die vom Krieg gezeichnete Wirtschaft des Landes fließen kann. Zudem sollen die Beziehungen zu Washington vertieft werden. Die ​ukrainische Regierung erteilte die Entwicklungsrechte für den Standort in der zentralen Region Kirowohrad an die Dobra Lithium Holdings, wie Ministerpräsidentin Julia Swyrydenko über Telegram mitteilte.Im Rahmen der Vereinbarung zur Produktionsteilung wird das Unternehmen eines der größten Lithiumvorkommen der Ukraine erschließen und die Förderung mit dem ukrainischen Staat teilen. Lithium ist ein wichtiges Metall, ⁠das unter anderem für Batterien von ​Elektroautos benötigt wird. Hinter dem Projekt stehen die Firmen TechMet und Rock Holdings. Es soll Investitionen von ⁠mindestens 179 Millionen Dollar anziehen. TechMet wird nach Angaben der US-Entwicklungsfinanzierungsgesellschaft DFC von der US-Regierung unterstützt.Die Vergabe ‍erfolgt, während ‍die Ukraine nach Investitionen sucht, die trotz der Kriegsrisiken Bestand haben. Die Ausschreibung für das Lithium-Projekt war im August gestartet worden. Sie gilt als erstes Vorhaben im Rahmen eines gemeinsamen Investitionsfonds ⁠mit den USA. Diese umfassendere Vereinbarung wurde von US-Präsident Donald Trump gefördert. Sie sichert ​den USA einen ​bevorzugten Zugang zu neuen ukrainischen Rohstoffgeschäften und ‌lenkt die Mittel des Fonds in den Wiederaufbau der ‍Ukraine. Einem Bericht der „New York Times“ zufolge gehört der Milliardär Ronald S. ‍Lauder, ein Freund Trumps, zu den Investoren.

Bundesaußenminister Johann Wadephul betont nach einem Treffen mit seinem amerikanischen Amtskollegen Marco Rubio die Einigkeit mit den USA. Die Partnerschaft sei stark, sagt Wadephul in Washington und verweist auf ein gemeinsames Bekenntnis zu einem gerechten Frieden in der Ukraine. Man sei sich zudem einig über die Verbindlichkeit der Beistandspflicht nach NATO-Artikel 5. Dies sei ein klares Signal an Russland. Auch Grönland sei Thema des Gesprächs gewesen, sagt Wadephul weiter. Es sei Sache der NATO, die Interessen dort zu verteidigen. 

Bei einem ukrainischen Drohnenangriff ist nach russischen Angaben ein Mensch im Grenzgebiet Brjansk getötet worden. Er sei unterwegs in einem Auto im Dorf Stratschowo nahe der Grenze zur Ukraine ums Leben gekommen, teilte der Gouverneur der Region, Alexander Bogomas, mit.

Die USA haben den Angriff Russlands auf die Ukraine mit der modernen atomwaffenfähigen Mittelstreckenrakete Oreschnik verurteilt. „Dies ist eine weitere gefährliche und unerklärliche Eskalation, während die Vereinigten Staaten mit Kiew, anderen Partnern und Moskau zusammenarbeiten, um den Krieg durch eine Verhandlungslösung zu beenden“, sagte die stellvertretende US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Tammy Bruce, am Montag bei einer Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats zum Ukrainekrieg.Russland hatte die Rakete bei massiven Angriffen in der Nacht zum Freitag eingesetzt. Nach Angaben Moskaus traf die Hyperschallrakete eine Flugzeug-Instandsetzungsfabrik in der westukrainischen Stadt Lwiw. Die Ukraine erklärte, es sei ein „ziviles“ Ziel getroffen worden. Der Angriff nahe der Grenze zur EU löste empörte Reaktionen westlicher Regierungen aus.Es war der zweite bekannte Angriff mit einer Rakete diesen Typs in der Ukraine. Im November 2024 hatte die russische Armee damit eine Rüstungsfabrik in der Millionenstadt Dnipro angegriffen.  

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Bürger seines Landes vor einem weiteren heftigen Angriff Russlands gewarnt. Es gebe Geheimdienstinformationen, wonach Moskau erneut einen massiven Angriff vorbereite, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft. Konkret sprach er von Drohnen zur Ausschaltung der Flugabwehr und Raketen. Dieser Angriff könne in den nächsten Tagen geschehen, sagte er und forderte die Menschen auf, den Luftalarm zu beachten. Russland wolle die Kälte ausnutzen. In vielen Regionen der Ukraine fallen die Temperaturen nachts derzeit in den zweistelligen Minusbereich. Außerdem sprach Selenskyj von Fortschritten beim Austausch des ukrainischen Verhandlungsteams mit US-Vertretern. Dokumente seien größtenteils unterschriftsreif, sagte er, nannte aber keine Details. Er gehe davon aus, dass das Format Davos im Hinblick auf Beziehungen zu den Partnern der Ukraine und ihren Wiederaufbau nach den russischen Angriffen sehr erfolgreich werde. 

 Die moldauische Präsidentin Maia Sandu hat sich für eine Vereinigung ihres Landes ​mit dem EU- und NATO-Mitglied Rumänien ausgesprochen, um ihr Land vor dem Druck Russlands zu schützen. Sollte es dazu ein Referendum geben, würde sie für die Vereinigung stimmen, sagte Sandu in einem Interview für den britischen Podcast „The Rest is Politics“. „Schauen Sie sich an, was in der Welt ​geschieht. Für ein kleines Land wie Moldau wird es immer schwieriger, als Demokratie, als souveränes Land zu überleben und natürlich Russland zu widerstehen.“Sandu räumte in dem am Sonntag ausgestrahlten ​Interview jedoch ein, dass derzeit die meisten Moldauer ihre Position nicht unterstützten. Jüngsten Umfragen zufolge befürwortet nur etwa ein Drittel der Bevölkerung eine Wiedervereinigung mit Rumänien. Die Integration in die Europäische Union sei ein „realistischeres Ziel“, fügte die Präsidentin hinzu. Ihre Regierung ⁠strebt einen EU-Beitritt bis 2030 an, muss ​dafür jedoch schwierige Reformen umsetzen. Zudem sieht sich das Land erheblichem Druck aus Russland ausgesetzt, das einen EU-Beitritt der Republik Moldau ⁠ablehnt.Sandu, deren proeuropäische Regierungspartei im vergangenen September ein neues Mandat erhielt, hat Russland wiederholt vorgeworfen, sich in die inneren Angelegenheiten ‍der ehemaligen Sowjetrepublik ‍einzumischen. Das Land hat rund 2,4 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner mit einer rumänischsprachigen Mehrheit und einer russischsprachigen Minderheit. Noch bis 2020 waren in der Republik Moldau pro-russische Sozialisten an der Macht.

Russland hat nach eigenen Angaben beim Angriff mit der Mittelstreckenrakete Oreschnik das ukrainische Flugzeugwerk in Lwiw zerstört. „Nach Informationen, die durch mehrere unabhängige Quellen bestätigt wurden, ist das staatliche Flugzeugreparaturwerk Lwiw durch einen Schlag der russischen Streitkräfte in der Nacht zum 9. Januar, bei dem der mobile Raketenkomplex Oreschnik eingesetzt wurde, außer Gefecht gesetzt worden“, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit.Nach Angaben des russischen Militärs wurden in der Fabrik Flugzeuge, darunter auch die Westen gelieferten Kampfjets F-16, repariert und Kampfdrohnen mit hoher und mittlerer Reichweite produziert. Getroffen worden seien Produktions- und Lagerhallen mit schon gefertigten Drohnen sowie die Infrastruktur des betriebseigenen Flugplatzes. In Kiew seien zu gleicher Zeit die Produktionskapazitäten zweier Drohnenhersteller zerstört worden, heißt es in der Meldung weiter.