|
03.02.2026
13:00 Uhr
|
Kiew wirft Moskau versuchten „winterlichen Völkermord“ vor +++ NATO-Generalsekretär Rutte in Kiew +++ Moskau wirft Deutschland vor, Kiew aus Rache für frühere Niederlagen zu unterstützen +++ alle Neuigkeiten im Liveblog

Selenskyj: Überdenken Ansatz des Verhandlungsteams in Abu DhabiNach den neuen russischen Angriffen auf die Energieversorgung wird die Ukraine wird den Ansatz ihres Verhandlungsteams anpassen. Das kündigte Präsident Wolodymyr Selenskyj an. Es habe sich bei den Angriffen in der Nacht um einen gezielten Schlag mit einer Rekordzahl an ballistischen Raketen gehandelt. Russland habe den US-Vorschlag für eine Feuerpause missbraucht, um Raketen zu horten und auf die kältesten Tage des Jahres mit Temperaturen unter minus 20 Grad zu warten. In Abu Dhabi soll am Mittwoch die nächste Runde der Friedensgespräche beginnen.
Rutte in Kiew eingetroffenVor der Fortsetzung der Gespräche zwischen der Ukraine und Russland über ein Kriegsende ist am Dienstag NATO-Generalsekretär Mark Rutte in Kiew eingetroffen. Dort sprach er unter anderem im Parlament, der Werchowna Rada. Ein Abkommen zur Beendigung des Krieges werde harte Entscheidungen erfordern, sagte Rutte. Weiter führte er aus, dass 90 Prozent der ukrainischen Flugabwehrraketen aus dem von der NATO ins Leben gerufene Beschaffungsprogramm PURL stammten.Wie ein vom ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj veröffentlichtes Video zeigte, legten Rutte und Selenskyj Blumen an einem Mahnmal in Kiew nieder, das an die während des russischen Angriffskrieges getöteten ukrainischen Soldaten erinnert.
Kiew wirft Moskau versuchten „winterlichen Völkermord“ vor Nach einer begrenzten Waffenruhe hat Russland die Energieinfrastruktur der Ukraine abermals massiv angegriffen. Moskau habe ballistische Raketen, Marschflugkörper und Drohnen gegen Hochhäuser und Heizkraftwerke eingesetzt, schrieb Energieminister Denys Schmyhal bei Telegram. Er sprach vom „Versuch eines winterlichen Völkermords“.Es habe sich ausschließlich um zivile Ziele gehandelt. Hunderttausende Familien, darunter Kinder, seien gezielt ohne Heizung in strengster winterlicher Kälte zurückgelassen worden, schrieb Schmyhal.Die Temperaturen in der Ukraine liegen teilweise im zweistelligen Minusbereich. In der Hauptstadt Kiew wurden in der Nacht minus 20 Grad Frost gemeldet.
Ukrainisches Wahrzeichen beschädigtBei dem nächtlichen russischen Angriff auf Kiew ist nach ukrainischen Angaben ein Wahrzeichen der Hauptstadt beschädigt worden. Kulturministerin Tetjana Bereschna bezeichnete die Beschädigung der „Mutter-Heimat“-Statue in Onlinenetzwerken als „symbolisch und zynisch“. Die 62 Meter hohe Stahl-Statue einer Frau, die ein Schwert und einen Schild in die Höhe reckt, ist Teil des Nationalen Museums der Geschichte der Ukraine im Zweiten Weltkrieg. Sie war 1981 zur Erinnerung an den Sieg der Sowjetunion eingeweiht worden. 2023 wurden Hammer und Sichel als Symbole der Sowjetmacht von der Statue entfernt.Bereschna fügte hinzu, dass Russland seit Beginn der vollumfänglichen Invasion mehr als 1.680 Kulturdenkmäler und Tausende kulturelle Einrichtungen beschädigt oder zerstört habe.
Verletzte bei russischen Angriffen auf Kiew und CharkiwRussland hat offensichtlich seine Angriffspause für ukrainische Kraftwerke beendet. Nach Angaben der ukrainischen Regierung hat die russische Armee in der Nacht mit 450 Drohnen angegriffen. Zudem seien mehr als 60 Raketen abgefeuert worden, teilte Außenminister Andrij Sybiha auf der Plattform X mit. Der russische Präsident Wladimir Putin habe auf sinkende Temperaturen gewartet, um das ukrainische Energiesystem anzugreifen, schrieb Sybiha. „Weder die erwarteten diplomatischen Bemühungen in Abu Dhabi in dieser Woche noch seine Versprechen gegenüber den Vereinigten Staaten haben ihn davon abgehalten, den Terror gegen die Zivilbevölkerung im härtesten Winter fortzusetzen.“
„Financial Times“: Ukraine, Europäer und USA einig über Plan zu Durchsetzung von WaffenruheDie Ukraine hat sich einem Medienbericht zufolge mit westlichen Partnern auf eine koordinierte militärische Reaktion für den Fall verständigt, dass Russland ein künftiges Waffenstillstandsabkommen verletzen sollte. Dies berichtet die „Financial Times“. Der Plan sei bei mehreren Gelegenheiten im Dezember und Januar zwischen ukrainischen, europäischen und US-Vertretern besprochen worden und sehe eine mehrstufige Reaktion vor. Demnach soll auf jeden russischen Bruch eines Waffenstillstands innerhalb von 24 Stunden reagiert werden, beginnend mit einer diplomatischen Warnung und notfalls einem Einsatz der ukrainischen Armee. Sollten die Kampfhandlungen andauern, kämen in einer zweiten Phase Kräfte einer „Koalition der Willigen“ zum Einsatz, zu der viele EU-Mitglieder, Großbritannien, Norwegen, Island und die Türkei gehörten. Bei einem ausgeweiteten Angriff solle 72 Stunden nach dem ursprünglichen Bruch eine koordinierte Reaktion unter Einbeziehung des US-Militärs erfolgen.
Menschenrechtsgericht urteilt über Inhaftierung Nawalnyjs in RusslandZwei Jahre nach dem Tod des Kreml-Kritikers Alexej Nawalnyj in einem russischen Straflager befasst sich der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) am Dienstag erneut mit seinem Fall. Nawalny hatte Russland vor dem Straßburger Gericht verklagt und der russischen Justiz vorgeworfen, sein Leben zu gefährden. Er argumentierte, dass seine Inhaftierung im Januar 2021 nicht rechtmäßig gewesen sei. Auch prangerte er seine Haftbedingungen an, besonders mangelnde medizinische Versorgung.Nawalny war im Februar 2024 im Alter von 47 Jahren unter ungeklärten Umständen in einem entlegenen Straflager am Polarkreis gestorben. Der EGMR verurteilte Russland im vergangenen Dezember wegen der Unterdrückung von Organisationen im Umfeld Nawalnyjs. Russland war nach dem Beginn seines Angriffskriegs gegen die Ukraine aus dem Europarat ausgeschlossen worden, zu dem der EGMR gehört.
Russland greift Kiew und andere ukrainische Städte anRussische Streitkräfte greifen die ukrainische Hauptstadt Kiew und andere Städte des Landes mit Raketen und Drohnen an. In Kiew werden nach Angaben der Militärverwaltung mehrere Wohnhäuser, eine Bildungseinrichtung und ein Geschäftsgebäude beschädigt. Bürgermeister Vitali Klitschko entsendet Rettungskräfte in die betroffenen Stadtteile. Auch die Großstadt Charkiw im Nordosten steht unter Beschuss, wie Bürgermeister Ihor Terechow mitteilt. In der Region Saporischschja ist die Flugabwehr im Einsatz. Eine russische Stellungnahme liegt zunächst nicht vor.
Wadephul: Moskau will mit Revanchismus-Vorwürfen ablenkenAußenminister Johann Wadephul weist Moskauer Revanchismus-Vorwürfe im Zusammenhang mit der deutschen Unterstützung für die von Russland angegriffene Ukraine strikt zurück. „Das ist ein billiger Ablenkungsversuch Russlands“, sagte der CDU-Politiker bei einem Treffen mit seinem neuseeländischen Amtskollegen Winston Peters in dessen Heimatregion Bay of Islands nahe der Stadt Kerrikerri auf der neuseeländischen Nordinsel. Wadephul fügte zugleich hinzu, Deutschland habe „überhaupt keine Probleme damit, die eigene Vergangenheit kritisch zu beleuchten“.
Selenskyj: Weniger russische Angriffe auf InfrastrukturNach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj ist die Zahl der russischen Angriffe auf Energieanlagen in seinem Land zurückgegangen. Zwar seien in frontnahen Gebieten erneut Infrastrukturobjekte durch Beschuss getroffen worden, darunter auch lokale Energieerzeuger. Doch es habe im Tagesverlauf keine Angriffe mit Raketen und Shahed-Kampfdrohnen gegeben, sagte er in seiner abendlichen Videobotschaft. Er führte das auf US-amerikanischen Druck auf Moskau zurück. „Das zeigt, dass wenn in Amerika die Motivation da ist, die Lage zu ändern, dann kann sich die Lage auch ändern.“Selenskyj kündigte mit Blick auf die geplanten Verhandlungen in Abu Dhabi über ein Ende des Ukraine-Kriegs auch weitere bilaterale Gespräche mit den USA über Sicherheitsgarantien an. Es sei wichtig, den Druck auf Moskau aufrechtzuerhalten, damit es zu einer diplomatischen Lösung komme.
Unbekannte Drohne fällt auf Militärgelände in Polen
Trump: Indien will auf russisches Öl verzichten
Bei russischen Angriffen in der Ukraine sind nach Behördenangaben vom Montag drei Menschen getötet worden. Im Gebiet Donezk seien beim Einschlag einer Bombe auf ein Haus in der frontnahen Stadt Oleksijewo-Druschkiwka ein Vater und sein volljähriger Sohn ums Leben gekommen, teilte Gouverneur Wadim Filaschkin mit. Die Mutter, ihre 16 Jahre alte Tochter und ihr elfjähriger Sohn wurden demnach verletzt.Eine 38 Jahre alte Frau wurde Gouverneur Iwan Fedorow zufolge bei einem Drohnenangriff nahe der Großstadt Saporischschja im Südosten der Ukraine getötet. Eine 59 alte Jahre alte Frau sei verletzt worden, teilte er mit. Am Sonntag war ein Bus mit Minenarbeitern in der zentralukrainischen Stadt Pawlohrad von einer Drohne getroffen worden. Dabei kamen laut des Minenbetreibers DTEK mindestens ein Dutzend Männer ums Leben, 16 weitere wurden verletzt.
Ukrainer lehnen Abgabe des Donbass mehrheitlich abEine Mehrheit der Ukrainer lehnt eine Übergabe des Donbass an Russland im Austausch gegen amerikanische Sicherheitsgarantien ab. Laut einer am Montag veröffentlichten Umfrage des Kiewer Internationalen Instituts für Soziologie (KIIS) lehnen 52 Prozent der Befragten diese Möglichkeit kategorisch ab. Demnach sind 40 Prozent zu einem solchen Zugeständnis bereit, weitere sieben Prozent waren unentschieden. Das KIIS wies in einer Pressemitteilung darauf hin, dass die Zustimmungswerte trotz des massiven Beschusses der Energieinfrastruktur und der schwierigen Lage bei hohen Minusgraden in den vergangenen Wochen nicht gestiegen seien. Die Umfrage wurde vom 23. bis 29. Januar mittels Telefoninterviews durchgeführt.In dieser Woche wollen Moskau und Kiew abermals über ein Kriegsende in der Ukraine verhandeln. Zugleich glauben immer weniger Ukrainer an ein Kriegsende noch in diesem Jahr. 43 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass es erst 2027 oder später dazu kommen wird. Nur 38 Prozent glauben an ein Kriegsende noch in diesem Jahr. Letztere Zahl hat sich zwar seit der vergangenen Umfrage im Dezember kaum verändert, allerdings gingen damals nur 29 Prozent davon aus, dass sich der Krieg länger als 2026 hinziehen werde. Während im Dezember ein Drittel der Befragten auf die Frage nach einem Ende des Kriegs antwortete: „Schwer zu sagen\", waren es nun nur noch 19 Prozent.