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22.12.2025
08:46 Uhr
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Russische Ermittler: Nicht ausgeschlossen, dass es ukrainische Spezialkräfte waren +++ Selenskyj spricht von konstruktiven Gesprächen über Friedenslösung in Miami +++ alle Neuigkeiten im Liveblog

Präsident Wladimir Putin will seinem Sprecher zufolge nicht die gesamte Ukraine erobern und beansprucht auch keine ehemals zur Sowjetunion gehörenden Teile Europas. Sollte ein Reuters-Bericht zutreffen, seien die Schlussfolgerungen der US-Geheimdienste falsch, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Montag. „Dies entspricht absolut nicht der Wahrheit“, fügte er hinzu. Moskau wisse nicht, wie verlässlich die von der Nachrichtenagentur Reuters zitierten Quellen seien.Reuters hatte unter Berufung auf sechs nicht namentlich genannte Insider berichtet, dass US-Geheimdienstberichte weiterhin davor warnten, Putin habe sein Ziel nicht aufgegeben. Demnach wolle er die gesamte Ukraine erobern und Teile Europas zurückfordern, die einst zur Sowjetunion gehörten. Dies schließe auch Mitglieder der NATO mit ein.Die offizielle Haltung Russlands dazu wurde durch den stellvertretenden Außenminister Sergej Rjabkow untermauert. Laut der staatlichen Nachrichtenagentur RIA sagte Rjabkow, Russland wolle weder die NATO noch die EU angreifen. Moskau sei sogar bereit, dies in einer rechtlichen Vereinbarung zuzusichern.
Die von Russland angegriffene Ukraine hat von der EU weitere Finanzhilfen in Höhe von 2,3 Milliarden Euro ausgezahlt bekommen. Damit sollen die Staatsfinanzen und die öffentliche Verwaltung des Landes unterstützt werden, wie die Europäische Kommission mitteilte.
Ukrainische Truppen sind nach eigenen Angaben an der Front auf einzelne berittene russische Soldaten gestoßen. Die 92. besondere Sturmbrigade der ukrainischen Armee veröffentlichte auf Telegram ein Video, das angeblich zeigt, wie zwei feindliche Soldaten auf Pferden oder Maultieren durch kleine FPV-Drohnen ausgeschaltet werden. „Die russischen Besatzer verlieren bei ihren „Fleischangriffen“ (gemeint sind verlustreiche Sturmangriffe) so schnell ihre Ausrüstung, dass sie gezwungen sind, sich auf Pferden fortzubewegen“, heißt es in dem Post. Mindestens eins der Tiere kommt dem Video zufolge zu Schaden. Die Aufnahmen könnten Analysen zufolge im südlichen Gebiet Dnipropetrowsk entstanden sein.Mit großen Kavallerieangriffen vergangener Jahrhunderte hat der Einsatz von Reittieren im Ukrainekrieg aber wenig zu tun. Dem Video nach versuchen die russischen Soldaten, möglichst schnell ein großes leeres Feld zu überqueren. Beide Seiten beobachten in diesem Krieg das gesamte Gefechtsfeld mit Drohnen; unbemerkte Bewegungen sind fast unmöglich. Für gepanzerte Fahrzeuge gibt es kaum ein Durchkommen.
Bei einem ukrainischen Drohnenangriff in der südrussischen Region Krasnodar sind nach Angaben der örtlichen Behörden zwei Schiffe und zwei Anlegestellen beschädigt worden. Die gesamte Besatzung der Schiffe am Terminal Wolna in der Region sei sicher evakuiert worden, teilte der operative Stab der Region Krasnodar über den Nachrichtendienst Telegram mit. Die Beschädigungen hätten zu einem Brand geführt, der sich auf bis zu 1500 Quadratmeter ausgebreitet habe, fügten die Behörden hinzu.
Der US-Sondergesandte Steve Witkoff hat die Gespräche mit dem russischen Sondergesandten ebenfalls als „produktiv und konstruktiv“ beschrieben. In einem Beitrag auf X schrieb er: „Russland bleibt vollständig dem Ziel verpflichtet, Frieden in der Ukraine zu erreichen.“ Russland schätze außerdem die Bemühungen und Unterstützung der USA zur Lösung des Ukrainekonfliktes und zur Wiederherstellung der globalen Sicherheit, fügte Witkoff hinzu.
Nach den Gesprächen mit dem US-Sondergesandten Steve Witkoff in den USA will Russland dem außenpolitischen Berater des russischen Präsidenten Wladimir Putin, Juri Uschakow, zufolge seine Position abermals darlegen. Laut Uschakow wird Putins Sondergesandter Kirill Dmitriev am Montag nach Moskau zurückkehren und dem Präsidenten über das Ergebnis seiner Gespräche berichten. „Danach werden wir die Position formulieren, mit der wir fortfahren werden, auch in unseren Kontakten mit den Amerikanern“, sagte Uschakow in Bemerkungen, die der Kreml-Pool-Journalist Pawel Zarubin in seinem Telegram-Kanal veröffentlichte.
Auch der US-Sondergesandte Steve Witkoff bezeichnet die Gespräche zwischen Vertretern der USA, Europas und der Ukraine in Florida zur Beendigung des Ukrainekrieges als produktiv und konstruktiv:
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj zeigt sich zufrieden über den Verlauf der Gespräche in den USA über eine Friedenslösung für den Ukrainekrieg. „Die Arbeit an den Dokumenten über die Beendigung des Kriegs, über Sicherheitsgarantien und den Wiederaufbau geht weiter – jeder Punkt wird detailliert durchgesprochen“, sagte er in seiner abendlichen Videoansprache. Die Zusammenarbeit mit den US-Vertretern sei konstruktiv. „Das ist wichtig“, betonte Selenskyj.Bei den Verhandlungen in Miami im US-Bundesstaat Florida werde auch über einen Zeitplan gesprochen. „Über den möglichen Zeitrahmen für bestimmte Entscheidungen“, präzisierte Selenskyj. Er erwarte den Bericht seines Verhandlungsteams.Mit Blick auf die zunehmenden russischen Angriffe auf die südukrainische Region Odessa und die dortigen Häfen warf Selenskyj Russland vor, keine Bereitschaft zur Beendigung des Kriegs zu zeigen. „Jeder muss sehen, dass Russland ohne Druck nicht bereit ist, seine Aggression wirklich zu beenden. Der Druck muss erhöht werden“, sagte er.
Ukrainische Unterhändler wollen diesen Sonntag ein weiteres Treffen mit US-Vertretern in Miami abhalten. „Wir arbeiten konstruktiv und substanziell“, teilte Chefunterhändler Rustem Umerow auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Man zähle auf weitere Fortschritte und praktische Ergebnisse nach den Gesprächen der vergangenen Tage.
Russische Soldaten haben nach ukrainischen Angaben ungefähr 50 Ukrainer aus der Grenzregion Sumy im Nordosten des Landes nach Russland verschleppt. Der ukrainische Menschenrechtsbeauftragte Dmytro Lubinez schrieb auf Telegram unter Berufung auf vorläufige Informationen, dass Soldaten der russischen Streitkräfte bereits am Donnerstag ungefähr 50 Einwohner des Dorfs Hrabowske gefangen genommen, ohne Zugang zu Kommunikationsmitteln und angemessene Bedingungen festgehalten und am Samstag nach Russland verschleppt hätten. Unabhängig lassen sich die Angaben nicht prüfen.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich für ein neues Treffen mit den Europäern nach dem Gespräch einer ukrainischen Delegation und der US-Seite in Miami ausgesprochen. Es gebe Einigkeit darüber, dass die Ukraine nach der Arbeit ihres diplomatischen Teams in den USA mit ihren europäischen Partnern im größeren Kreis beraten sollte, schrieb er nach einem Gespräch mit dem norwegischen Ministerpräsidenten Jonas Gahr Støre in sozialen Medien.Die ukrainische Delegation in Florida habe mit der US-Seite zusammengearbeitet, man komme zügig voran. Selenskyj schrieb von konstruktiven Verhandlungen, nannte aber keine Details. Norwegen dankte er für die Unterstützung seines Landes.Nach Gesprächen der US-Amerikaner, Europäer und Ukrainer in Berlin am vergangenen Sonntag und Montag gingen in Florida die Verhandlungen über eine Friedenslösung an diesem Wochenende in die nächste Runde. Die amerikanischen Unterhändler wollten Vertretern Russlands die Ergebnisse aus Berlin rückkoppeln.
Der russische Präsidentenberater Juri Uschakow hat Berichte über ein direktes Treffen zwischen Gesandten der USA, der Ukraine und Russlands dementiert. „Bislang hat niemand ernsthaft über dieses Vorhaben gesprochen, und meines Wissens ist dies nicht in Vorbereitung“, teilte Uschakow am Sonntag laut russischen Nachrichtenagenturen vor Journalisten mit. Änderungen an den US-Friedensvorschlägen für die Ukraine wies Uschakow zurück. „Ich bin sicher, dass die Vorschläge, die die Europäer und Ukrainer gemacht haben … die Möglichkeit eines langfristigen Friedens definitiv nicht verbessern“, zitiert ihn die Nachrichtenagentur Interfax.
Der russische Präsident Wladimir Putin ist zu Gesprächen mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron bereit. Voraussetzung sei jedoch ein gegenseitiger politischer Wille, meldete die Nachrichtenagentur RIA unter Berufung auf Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. „Wenn es einen gegenseitigen politischen Willen gibt, dann kann das nur positiv gesehen werden“, zitierte die Agentur den Sprecher.Macron hatte am Freitag gesagt, es liege „in unserem Interesse als Europäer und Ukrainer“, die Gespräche mit Putin über ein Ende des Kriegs wieder aufzunehmen.
Die Gespräche in den USA über eine Friedenslösung für den Ukrainekrieg sind nach Angaben des russischen Unterhändlers Kirill Dmitrijew bislang konstruktiv verlaufen. Die noch andauernden Gespräche mit der US-Seite hätten am Samstag begonnen und sollten auch am heutigen Sonntag weitergeführt werden, sagte der Berater von Kremlchef Wladimir Putin laut der russischen Staatsagentur Tass vor Reportern. „Die Diskussionen werden konstruktiv geführt“, sagte Dmitrijew demnach weiter. An den Gesprächen in Miami im US-Bundesstaat Florida nehmen von US-Seite der Sondergesandte Steve Witkoff und der Schwiegersohn von Präsident Donald Trump, Jared Kushner, teil. Mit dem Treffen gehen die Verhandlungen nach fast vier Jahren des russischen Angriffskriegs in der Ukraine in die nächste Runde. Nach den jüngsten Gesprächen zwischen führenden europäischen Staaten, den USA und der Ukraine in Berlin wollen die amerikanischen Unterhändler die Ergebnisse nun mit Vertretern Russlands rückkoppeln. Die USA sehen sich als Vermittler.