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19.12.2025
23:15 Uhr
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Krieg in Nahost 2024: Aktuelle News & Nachrichten zum Israel-Krieg ► Lesen Sie die neuesten Berichte & Meldungen im Liveblog der FAZ

Am Rande von Gesprächen zur nächsten Phase des Waffenruheabkommens im Gazastreifen hat US-Außenminister Marco Rubio auf die Entwaffnung der Hamas gepocht. „Wenn die Hamas in Zukunft jemals in der Lage sein sollte, Israel zu bedrohen oder anzugreifen, wird es keinen Frieden geben“, sagte Rubio am Freitag in Miami gegenüber Journalisten. Daher sei deren Entwaffnung so wichtig.In der Küstenmetropole trafen sich Vertreter der Nahost-Vermittlerstaaten Katar und Ägypten sowie der Türkei mit dem US-Sondergesandten Steve Witkoff und weiteren US-Vertretern. Rubio drückte zudem seine Hoffnung aus, dass mehrere Staaten sich an der anvisierten internationalen Friedenstruppe für den Gazastreifen beteiligen.
Der höchste katholische Würdenträger im Heiligen Land, Patriarch Pierbattista Pizzaballa, ist wenige Tage vor Weihnachten in den Gazastreifen gereist. Er sei in der Pfarrei der Heiligen Familie in der Stadt Gaza gewesen, um sich unter anderem über humanitäre Hilfsinitiativen zu informieren, teilte das lateinische Patriarchat in Jerusalem mit. Die Gemeinde im Gazastreifen habe „finstere und schwierige Zeiten durchlebt“ und tue dies auch weiter, hieß es. Pizzaballa will sich den Angaben zufolge auch mit Geistlichen und Gemeindemitgliedern treffen. Auch im vergangenen Jahr war der hohe Vertreter der katholischen Kirche in den Gazastreifen zu einem Solidaritätsbesuch gereist.
Die UN-Beobachtermission Unifil im Südlibanon hat seit Inkrafttreten einer Waffenruhe zwischen Israel und der Hizbullah keine Hinweise auf eine Aufrüstung der proiranischen Miliz gefunden. „Seit Inkrafttreten des Abkommens im letzten Jahr haben wir südlich des Litani-Flusses keine Hinweise auf die Einfuhr neuer Waffen, den Aufbau neuer militärischer Infrastruktur durch nicht-staatliche Akteure oder militärische Bewegungen nicht-staatlicher Akteure festgestellt“, sagte Unifil-Sprecherin Kandice Ardiel der Deutschen Presse-Agentur.Die Blauhelme seien täglich vor Ort, um die Lage zu überwachen. Vor und während des offenen Kriegs hatten sie demnach Aktivitäten nicht-staatlicher Akteure, darunter die Hizbullah, in Einsatzgebiet im Südlibanon beobachtet und gemeldet.Bislang hätten die Friedenstruppen fast 400 Waffenlager und Infrastrukturanlagen entdeckt, so Ardiel. Sie seien der staatlichen Armee übergeben worden. Es würden weiterhin verlassene Waffenlager entdeckt. Hinweise darauf, dass neue Waffen in das Einsatzgebiet gelangt seien oder dass nicht-staatliche Akteure dort neue militärische Infrastruktur errichten hätten, gebe es jedoch nicht, sagte Ardiel.Eigentlich gilt seit Ende November vergangenen Jahres zwischen der Hizbullah und Israel eine Waffenruhe. Israel wirft der Hizbullah jedoch vor, sich im Süden des Landes neu zu organisieren und aufzurüsten. Täglich greift das israelische Militär mit dieser Begründung weiter im Libanon an. Seit Inkrafttreten der Waffenruhe wurden dabei bis heute mehr 300 Menschen getötet. Darunter sind nach UN-Angaben auch mehr als 120 Zivilisten.
Die UNO hat die im August im Gazastreifen ausgerufene Hungersnot für beendet erklärt. Die Ernährungssicherheit im Gazastreifen habe sich verbessert, sodass in keinem Gebiet mehr eine Hungersnot gemäß der IPC-Skala zum Hungermonitoring gelte, erklärten die zuständigen UN-Experten am Freitag. Die Lage bleibe jedoch weiter „kritisch\". Die israelische Regierung kritisierte den UN-Bericht daraufhin als „verzerrend\". Die UNO stuft den gesamten Gazastreifen trotz eines „besseren Zugangs für humanitäre und kommerzielle Lebensmittellieferungen\" demnach weiterhin als „Notfallgebiet\" ein. Den UN-Experten zufolge werden bis Mitte April voraussichtlich noch immer rund 1,6 Millionen Menschen in dem Palästinensergebiet von einer \"krisenartigen\" Ernährungsunsicherheit betroffen sein.
Der EU-Gipfel hat die „massive Zunahme der Gewalt von Siedlern gegen palästinensische Zivilpersonen, auch der Gewalt gegen christliche Gemeinschaften“ verurteilt. In den Schlussfolgerungen des Treffens der 27 EU-Regierungen wird auf die Vertreibung und Annexion im Westjordanland, einschließlich Ostjerusalem, ausgerichteten politischen Maßnahmen und Drohungen hingewiesen. Die EU appelliert an die Regierung Israels, ihren völkerrechtlichen Verpflichtungen nachzukommen und die palästinensische Bevölkerung in den besetzten Gebieten zu schützen. Der Ausbau der völkerrechtswidrigen Siedlungen müsse rückgängig gemacht werden. Die israelische Regierung müsse Maßnahmen gegen extremistische Siedler sowie gegen Einrichtungen und Organisationen, die sie unterstützen, voranbringen.
Mehrere israelische Bürger haben am Donnerstag trotz des Verbots der israelischen Armee den Gazastreifen betreten und bei einer symbolischen Flaggenzeremonie die Wiederbesiedlung des Palästinensergebiets gefordert. Diejenigen, die den Gazastreifen betreten hätten, seien „in israelisches Gebiet zurückgebracht“ worden, erklärte die israelische Armee. Es sei gelungen, „dutzende“ weitere Menschen vom Grenzübertritt an einer anderen Stelle abzuhalten.Rechtsgerichtete Nutzer verbreiteten in Onlinediensten ein Foto, das rund 20 Männer, Frauen und Kinder zeigt, die versammelt um eine Flagge stehen. Demnach wurde es in Kfar Darom aufgenommen, einem früheren Kibbuz im Zentrum des Gazastreifens, das zusammen mit 20 weiteren Siedlungen während des einseitigen Rückzugs Israels im Jahr 2005 geräumt worden war.Die Protestaktion der Siedler war im Voraus geplant worden. Vergangene Woche hatte eine ultranationalistische Siedlerorganisation eine Flaggenzeremonie angekündigt. Dem Aufruf schlossen sich Israels rechtsextremer Sicherheitsminister Itamar Ben Gvir sowie zehn weitere Minister und mehr als 20 Abgeordnete an.Die israelische Armee betonte, dass „jeder Zutritt zu einem Kampfgebiet verboten ist, Zivilisten gefährdet und den Einsatz der Armee stört“.Seit dem Rückzug aus dem Gazastreifen hat eine Randbewegung in der israelischen Rechten eine Wiederbesiedlung des Gebiets gefordert. Im Zuge des Gaza-Krieges wurden die Befürworter einer Rückkehr israelischer Siedlungen im Gazastreifen lauter.
Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat den antisemitischen Anschlag in Sydney gefeiert, sich dabei aber nicht direkt zu der Attacke bekannt. In einer am Donnerstag im Internet verbreiteten Propagandaschrift bezeichnete der IS den Angriff am Bondi Beach der australischen Metropole als „Stolz von Sydney“. Kämpfer und Anhänger des IS würden weiter versuchen, „Juden überall“ anzugreifen, kündigte die Terrororganisation an. Bei dem Anschlag am vergangenen Sonntag hatten zwei Attentäter während des jüdischen Lichterfests Chanukka das Feuer auf die Menschenmenge am Strand eröffnet. Sie töteten 15 Menschen, Dutzende wurden verletzt. Der IS bekannte sich bisher nicht zu dem Anschlag. In der Rundschrift war auch keine Rede davon, ob die beiden Attentäter dem IS die Treue geschworen haben. Die australischen Behörden gehen aber davon aus, dass die beiden Täter sich am IS orientierten.
Die USA haben Sanktionen gegen zwei weitere Richter des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) in Den Haag verhängt. Ihnen wird nach Angaben des US-Außenministeriums vom Donnerstag die Einreise in die USA untersagt. Zudem dürfen US-Bürger und -Unternehmen keine Geschäfte mit ihnen treiben. Der IStGH kritisierte den Schritt als Angriff auf seine Unabhängigkeit als unparteiische juristische Institution.Betroffen sind die Richter Gocha Lordkipanidze aus Georgien und Erdenebalsuren Damdin aus der Mongolei. Sie hatten am Montag dafür gestimmt, die Haftbefehle gegen den israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu und den früheren Verteidigungsminister Yoav Gallant aufrechtzuerhalten. Den beiden werden mutmaßliche Verbrechen gegen die Menschlichkeit und mutmaßliche Kriegsverbrechen im Gaza-Krieg vorgeworfen.US-Außenminister Marco Rubio warf dem IStGH „Machtmissbrauch“ und Verstöße gegen die Souveränität Israels und der USA vor. Mit dem neuesten Schritt sind nun acht Richter und Ankläger des Strafgerichtshofs mit Sanktionen belegt. Weder die USA noch Israel haben das Römische Statut unterzeichnet, die vertragliche Grundlage des Internationalen Strafgerichtshofs. Das Gericht mit Sitz in Den Haag ahndet seit 2002 Verbrechen wie Völkermord, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Mehr als 120 Länder sind Vertragsstaaten, darunter auch Deutschland.
Die USA haben für Freitag neue Beratungen zum Gazastreifen in Miami im Bundesstaat Florida angekündigt. Der Sonderbeauftragte von US-Präsident Donald Trump, Steve Witkoff, will dort mit Vertretern aus Qatar, Ägypten und der Türkei zusammenkommen, wie es am Donnerstag in Washington hieß. Thema sind die nächsten Schritte zur Umsetzung des US-Friedensplans für den Gazastreifen. Der türkische Außenminister Hakan Fidan kündigte seine Teilnahme an. Seit dem 10. Oktober gilt im Gazastreifen eine Waffenruhe zwischen der radikalislamischen Hamas und Israel. Näheres zu dem Treffen war zunächst nicht bekannt.
Hunderte Strenggläubige haben in Jerusalem nach israelischen Polizeiangaben Einsatzkräfte nach der Festnahme eines Mannes angegriffen. Ultraorthodoxe hätten Steine, Eier und andere Gegenstände auf Polizisten geworfen und Fahrzeuge der Beamten beschädigt, hieß es. 13 Polizisten seien leicht verletzt worden. Die Randalierer versuchten den Angaben zufolge, einen Festgenommenen zu befreien. Laut Polizei hatte dieser zuvor einen Kontrolleur getreten und mit dem Tod bedroht, nachdem er Tickets wegen Falschparkens ausgestellt hatte. Israelischen Medien zufolge galten die Strafen Ultraorthodoxen, die den Angaben nach Wehrdienstverweigerer gewesen sein sollen. Die Polizei teilte mit, es habe eine Falschmeldung gegeben, dass Personen festgenommen worden seien, die den Wehrdienst verweigert hätten. Daraufhin hätten sich Hunderte Randalierer versammelt. Die Einsatzkräfte hätten unter anderem Blendgranaten und Schlagstöcke gegen sie eingesetzt. Vier Personen seien festgenommen worden. Die Suche nach weiteren Beteiligten laufe, teilte die Polizei weiter mit.Streng religiöse Männer waren in Israel jahrzehntelang von der Wehrpflicht befreit. Diese Ausnahmeregelung lief jedoch im vergangenen Jahr aus. Der israelischen Regierung gelang es nicht, ein neues Gesetz zu verabschieden, um diesen Sonderstatus für die Ultraorthodoxen zu zementieren. Seitdem gibt es immer wieder große Proteste streng religiöser Juden gegen ihre Rekrutierung. Viele Ultraorthodoxe empfinden den Militärdienst als Bedrohung ihres frommen Lebensstils, unter anderem, weil Frauen und Männer gemeinsam dienen. Die Armee hatte aber angesichts des langen Kriegs gegen die islamistische Hamas im Gazastreifen eindringlich vor einem drastischen Mangel an kampffähigen Soldaten gewarnt. Viele Israelis empfinden es zudem als ungerecht, dass die steigende Zahl ultraorthodoxer Juden vom Dienst an der Waffe und gefährlichen Kampfeinsätzen ausgenommen sind.
Die Vereinten Nationen haben für Hilfsprogramme im Gazastreifen und den besetzten Palästinensergebieten einen Hilfsappell über 4,06 Milliarden US-Dollar gestartet. Das sind 3,45 Milliarden Euro. Damit wolle man im kommenden Jahr 2,97 Millionen Menschen erreichen, teilte das Koordinierungsbüro für humanitäre Hilfe (OCHA) in New York am Dienstag mit. Vergangenes Jahr lag der Appell in etwa der gleichen Höhe.Umfang und Schwere von Tod, Verwüstung und extremer Entbehrung im Gazastreifen hätten zu tiefem menschlichen Leid und humanitärer Not geführt, hieß es zur Begründung. Im Westjordanland führten Zerstörungen, israelische Militäroperationen, Siedlergewalt und Bewegungsbeschränkungen zu Vertreibung und vielfachen Hilfsbedürfnissen. Schwindende Fähigkeiten der palästinensischen Gesellschaft, auf Krisen zu reagieren, verstärkten den humanitären Bedarf in allen Bereichen.
Juden auf der ganzen Welt feiern heute den Beginn von Chanukka. Um den Opfern des antisemitischen Anschlags in Australien zu gedenken, kommen mehrere hundert Menschen an der Strandpromenade in Tel Aviv zusammen. Franca Wittenbrink berichtet aus Tel Aviv über die Reaktionen der israelischen Bevölkerung:
Eine geplante Videoschalte zwischen in Brüssel tagenden EU-Außenministern und den für Ukraine-Gespräche nach Berlin gereisten US-Unterhändlern Steve Witkoff und Jared Kushner ist wegen Verbindungsproblemen nicht zustande gekommen. EU-Chefdiplomatin Kaja Kallas erklärte in Brüssel, sie wisse nicht, ob es einen Cyberangriff gegeben habe. Klar sei aber, dass die Technik nicht richtig funktioniert habe. Bei der von Frankreichs Außenminister Jean-Noël Barrot initiierten Videoschalte sollte es eigentlich um den Stand der Umsetzung des US-Friedensdeals für den Gazastreifen gehen. An diesem waren Witkoff und Kushner federführend beteiligt gewesen.
Das israelische Militär hat nach Einschätzungen der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) Bauausrüstung für den zivilen Wiederaufbau in Südlibanon zerstört. Angriffe des israelischen Militärs auf Ausrüstung für Wiederaufbauarbeiten und andere zivile Einrichtungen im Süden Libanons stellten mutmaßliche Kriegsverbrechen dar, hieß es in einem Bericht.Die israelische Armee teilte dagegen mit, die libanesische Hisbollah-Miliz versuche zunehmend, beschädigte militärische Infrastruktur im Südlibanon wiederaufzubauen. Die libanesische Armee gehe nicht ausreichend gegen diese Aktivitäten vor, die einen eklatanten Verstoß gegen die Waffenruhe darstellten. Im Rahmen des Vorgehens gegen die Hisbollah greife die israelische Armee auch technisches Gerät an, das zum militärischen Wiederaufbau missbraucht werde. Diese Geräte dienten nicht dem zivilen Wiederaufbau.Zwischen Oktober 2023 und Januar 2025 wurden HRW zufolge in Südlibanon mehr als 10.000 Gebäude schwerbeschädigt oder zerstört. Anwohner und Gemeindeverantwortliche berichteten den Menschenrechtlern, dass die Angriffe den Wiederaufbau und die Rückkehr von Zehntausenden Vertriebenen verzögerten.HRW untersuchte vier Angriffe auf Lagerstätten für schwere Maschinen, Zement- und Asphaltfabrik in Südlibanon. Über 360 Bulldozer, Bagger und anderes Gerät seien zerstört worden, ebenso wie eine Fabrik, in der rund 60 Menschen beschäftigt waren. Israels Militär hatte behauptet, die zerstörten Ausrüstungen gehörten zur Hisbollah. HRW fand jedoch keine Hinweise auf militärische Ziele an oder in der Nähe der betroffenen Orte. Die Organisation erklärte, dass zivile Infrastruktur nach internationalem Recht kein legitimes Ziel sei, auch wenn sie später möglicherweise militärisch genutzt werden könnte. Sie fordert Israel auf, Angriffe auf zivile Infrastruktur zu stoppen. Israels Armee gab dagegen an, angeblich zivile Organisationen in Libanon dienten als Tarnung für den Wiederaufbau der Hisbollah.