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13.12.2025
16:59 Uhr
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Krieg in Nahost 2024: Aktuelle News & Nachrichten zum Israel-Krieg ► Lesen Sie die neuesten Berichte & Meldungen im Liveblog der FAZ

Das israelische Militär hat nach eigenen Angaben einen hohen Kommandeur der Hamas im Gazastreifen getötet. In den vergangenen Monaten habe der Terrorist daran gearbeitet, die Fähigkeiten der Hamas und deren Waffenproduktion wiederherzustellen, teilte die Armee mit. Um wen es sich genau handelte, blieb in der Mitteilung offen.Nach Informationen der israelischen Medien „Times of Israel“ und ynet.com wurde die Aktion mit einem Drohnenangriff in der Stadt Gaza ausgeführt. Der Getötete sei Raed Saad, ein Top-Kommandeur der Hamas. Saad soll nach israelischen Berichten Chefplaner des Terrorangriffs vom 7. Oktober 2023 im Süden Israels gewesen sein, bei dem rund 1200 Israelis getötet und mehr als 250 in den Gazastreifen verschleppt worden waren.Hinter Izz al-Din al-Haddad, dem Kommandeur der Qassam-Brigaden, soll Saad der zweite Mann im militärischen Arm der Hamas gewesen sein. Er soll die Operations- und Produktionsabteilungen geleitet haben. Nach Angaben der „Times of Israel“ hatte er zuvor mehrere Attentatsversuche überlebt.Palästinensische Medien berichteten, dass es bei dem Drohnenangriff auf ein Auto in der Stadt Gaza insgesamt vier Todesopfer gegeben habe. Zum Zeitpunkt des Angriffs hielt sich Saad in einem Gebiet auf, das gemäß einer Waffenruhe-Vereinbarung von der Hamas kontrolliert wird. Der gewöhnlich gut informierte Journalist Barak Ravid schrieb unter Berufung auf israelische Beamte, dass die Regierung von US-Präsident Donald Trump nicht vorab über den Angriff informiert worden sei.
Israelische Soldaten haben an der selbst definierten neuen Grenze zum Gazastreifen einen Palästinenser getötet. Nach Angaben der israelischen Armee identifizierten Truppen am Freitag im südlichen Gazastreifen „zwei Terroristen, die die sogenannte ,gelbe Linie‘ überschritten hatten und eine unmittelbare Bedrohung für sie darstellten“. Einer der beiden Männer sei „eliminiert“ worden, um die Bedrohung zu beseitigen. Die Truppen blieben im Rahmen der Vereinbarung über eine Waffenruhe weiter in dem Gebiet stationiert, um jede unmittelbare Bedrohung zu beseitigen. Israels Generalstabschef Ejal Zamir hatte am vergangenen Sonntag die sogenannte „gelbe Linie“ zur neuen Grenze zum Gazastreifen erklärt. Diese Linie markiert die Rückzugsposition der Armee im Rahmen der Gaza-Waffenruhe. Sie ist durch gelb markierte Betonelemente und Schilder gekennzeichnet. Nach unterschiedlichen Angaben kontrolliert Israel etwas mehr als die Hälfte des Gazastreifens, der rund 41 Kilometer lang sowie zwischen 6 und 12 Kilometer breit ist. Zum Vergleich: Das Palästinensergebiet ist etwas kleiner als die Stadt Köln.
Die Bundesregierung kritisiert Israel für die Genehmigung von mehr als 750 neuen Wohneinheiten im Westjordanland. „Dieses Vorgehen lehnt die Bundesregierung in aller Deutlichkeit ab“, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts am Abend. Der Siedlungsbau verstoße nicht nur gegen das Völkerrecht, sondern erschwere auch eine Zweistaatenlösung.Mit Zweistaatenlösung ist ein unabhängiger palästinensischer Staat gemeint, der friedlich Seite an Seite mit Israel existiert. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu lehnt eine Zweistaatenlösung ab – ebenso wie die islamistische Hamas im Gazastreifen.
Das US-Zentralkommando plant für den 16. Dezember in Doha eine Konferenz zur Aufstellung einer Internationalen Stabilisierungstruppe für den Gazastreifen. Dies sagen zwei US-Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur Reuters. Bei der Konferenz mit Vertretern aus mehr als 25 Ländern sollen demnach unter anderem die Kommandostruktur und weitere Fragen im Zusammenhang mit der Truppe erörtert werden.
Israel hat 19 jüdische Siedlungen im besetzten Westjordanland legalisiert. Dies meldeten israelische Medien am Freitag unter Berufung auf eine Entscheidung der Regierung vom späten Donnerstagabend. Die Palästinensische Autonomiebehörde verurteilte den Schritt umgehend. Der Vorschlag zur Legalisierung stammte demnach vom rechtsextremen Finanzminister Bezalel Smotrich und Verteidigungsminister Israel Katz.
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Die USA verlangen laut einem Medienbericht von Israel, die Räumung der Trümmer im Gazastreifen sowie die Kosten dafür zu übernehmen. Israel habe grundsätzlich zugestimmt, berichtet das israelische Nachrichtenportal „ynet“ unter Berufung auf einen namentlich nicht genannten israelischen Regierungsvertreter. Dafür gab es zunächst keine offizielle Bestätigung. Die Kosten werden laut dem Bericht auf mehrere hundert Millionen Schekel geschätzt. Ein Euro liegt bei rund 3,7 Schekel. Das „Wall Street Journal“ berichtete zuletzt von rund 68 Millionen Tonnen Trümmern im Gazastreifen. Nach jüngsten Angaben des UN-Nothilfebüros Ocha sind mehr als 80 Prozent der Gebäude in dem Küstenstreifen am Mittelmeer zerstört oder beschädigt. Der Schutt stelle zudem erhebliche Gesundheits- und Umweltgefahren dar, da viel davon mit Sprengstoffen, Asbest, Industrieabfällen und medizinischem Abfall kontaminiert sei. Theoretisch könne ein Großteil des Schutts innerhalb von sieben Jahren beseitigt werden. Die Beseitigung der Trümmer gilt als eine der Bedingungen für einen Wiederaufbau des verwüsteten Gebiets. Dieser ist in der zweiten Phase des Gaza-Friedensplans von US-Präsident Donald Trump vorgesehen. Israel besteht darauf, dass zuvor die Leiche einer letzten Geisel überführt wird, die nach dem Hamas-Massaker 2023 noch im Gazastreifen festgehalten wird. Dies ist eine der Bedingungen der ersten Phase des Trump-Plans.
Amnesty International hat der radikalislamischen Hamas und anderen militanten Palästinensergruppen erstmals Verbrechen gegen die Menschlichkeit während und seit dem 7. Oktober 2023 vorgeworfen. „Bewaffnete palästinensische Gruppen haben während ihrer Angriffe im Süden Israels, die am 7. Oktober 2023 begannen, Verstöße gegen das Völkerrecht, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen“, erklärte die Menschenrechtsorganisation am Donnerstag in einem Bericht.Amnesty hatte der Hamas schon zuvor Kriegsverbrechen vorgeworfen. Nun erklärte die Organisation, die Hamas und ihre Verbündeten hätten während ihres Angriffs auf den Süden Israels am 7. Oktober 2023 und anschließend gegen Geiseln im Gazastreifen auch Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen, etwa indem sie „Geiseln festgehalten und misshandelt und Leichen zurückgehalten“ hätten. Amnesty wirft der Hamas eine Reihe von Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor: Mord, „körperliche Zerstörung“, Freiheitsentzug, Folter, Verschwindenlassen, Vergewaltigung und „andere Formen sexualisierter Gewalt“. Dem Bericht zufolge waren die Hamas und ihr bewaffneter Arm, die Kassam-Brigaden, „hauptverantwortlich“ für diese Verbrechen.Israels „erschreckende Bilanz an Verstößen gegen die Rechte der Palästinenser“ könne „in keiner Weise als Entschuldigung für diese Verbrechen dienen und entbindet die bewaffneten palästinensischen Gruppen auch nicht von ihren Verpflichtungen unter dem Völkerrecht“, betonte Amnesty. Die Menschenrechtsorganisation hatte Israel im Dezember 2024 vorgeworfen, einen „Völkermord“ an den Palästinensern im Gazastreifen zu begehen und wiederholte diesen Vorwurf im vergangenen Monat.Die Hamas wies die Vorwürfe von Amnesty zurück. Der Bericht der Menschenrechtsorganisation enthalte „Ungenauigkeiten und Widersprüche“, erklärte die radikalislamische Palästinenserorganisation. Israel erklärte hingegen, der Amnesty-Bericht gehe nicht weit genug. Er erfasse „nicht das Ausmaß der Gräueltaten“, die von der Hamas verübt worden seien.
Im durch den Krieg verwüsteten Gazastreifen spitzt sich die ohnehin verzweifelte Lage vieler Menschen nach andauernden Regenfällen zu. Augenzeugen und Berichten zufolge wurden Zeltlager für Binnenvertriebene überflutet. Das seit Dienstag wütende Unwetter soll noch bis diesen Freitag anhalten. Hunderttausende Palästinenser haben im mehr als zwei Jahre dauernden Krieg zwischen der israelischen Armee und der islamistischen Hamas ihr Zuhause verloren und leben in provisorischen Unterkünften. Die heftigen Regenfälle bedeuten nun eine weitere Katastrophe für die Menschen vor Ort. Eine Klinik im Gazastreifen teilte mit, dort sei ein Baby an Unterkühlung gestorben. Der Sprecher des palästinensischen Zivilschutzes in Gaza, Mahmud Basal, forderte auf Instagram, unverzüglich Wohnwagen in den Gazastreifen zu lassen. Zelte seien als Unterkünfte in „tödlicher Kälte und eskalierenden Stürmen“ nicht mehr geeignet. Die Hamas machte Israel in einer Stellungnahme für das sich verschärfende Leid der Zivilbevölkerung in Gaza verantwortlich, unter anderem durch die Einfuhrblockade für Baumaterial.Das Sturmtief namens „Byron“ bringt derzeit in Israel und den Palästinensergebieten kühlere Temperaturen, viel Regen und starken Wind.
Die islamistische Terror-Organisation Hamas bietet nach Aussagen eines ranghohen Anführers eine „Einlagerung“ ihrer Waffen im Gazastreifen an, will sie aber entgegen dem Friedensplan von US-Präsident Donald Trump nicht abgeben. Eine Entwaffnung sei für einen Palästinenser gleichbedeutend mit „dem Entzug der Seele“, sagte der Auslandschef der Hamas, Chalid Maschal, in einer Sendung des arabischen TV-Senders Al-Jazeera. Der mit einer UN-Resolution abgesicherte Friedensplan sieht die Entwaffnung der Hamas in einer zweiten Phase vor, die nach Trumps Worten „ziemlich bald passieren“ werde.Die zweite Phase sieht neben der Hamas-Entwaffnung auch die Einsetzung einer internationalen Stabilisierungstruppe (ISF) in Gaza vor. Dazu sagte Maschal, die Hamas lehne jede Form der Besatzung ab, habe aber keinen Einwand dagegen, wenn es eine internationale Stabilisierungstruppe an den Grenzen Gazas gebe. Laut dem Friedensplan soll eine Übergangsregierung aus unpolitischen palästinensischen Fachleuten eingerichtet werden. Zudem soll es für eine Übergangszeit einen „Friedensrat“ geben, dem US-Präsident Trump vorsteht. Maschal sagte, die Palästinenser sollten selbst entscheiden, wer sie regiere.
Israelische Soldaten haben nach Angaben der UN-Friedenstruppe auf Blauhelme in Südlibanon geschossen. Die Unifil-Soldaten seien entlang der Blauen Linie, der Grenze zwischen Israel und dem Libanon, patrouilliert, als sie von israelischen Soldaten in einem Panzer beschossen worden seien, teilte die Beobachtermission mit. Eine zehn Schuss umfassende Maschinengewehrsalve sei über den Konvoi hinweg abgefeuert worden. Vier weitere Salven schlugen nach UN-Angaben mit jeweils zehn Schüssen in der Umgebung ein. Sowohl die Blauhelme als auch der Panzer der israelischen Streitkräfte befanden sich demnach zum Zeitpunkt des Vorfalls auf libanesischem Gebiet. Es habe keine Verletzte gegeben.Das israelische Militär sei im Voraus über den Ort und den Zeitpunkt der Patrouille informiert worden. Unifil forderte die israelischen Streitkräfte auf, ihr „aggressives Verhalten“ sowie Angriffe auf und in der Nähe der Friedenstruppen einzustellen. Das israelische Militär teilte mit, die Angelegenheit zu prüfen. Die Blauhelme überwachen in Südlibanon unter anderem eine Waffenruhe zwischen der libanesischen Hizbullah-Miliz und Israel. Nach dem offenen Krieg im vergangenen Jahr einigten sich beide Seiten eigentlich auf eine Waffenruhe. Es kommt jedoch immer wieder zu Verstößen. Israel wirft der Hizbullah vor, sich entgegen der Vereinbarung im Grenzgebiet neu zu organisieren. Die Lage hatte sich zuletzt wieder deutlich zugespitzt. Israel greift nahezu täglich weiter in Libanon an. Seit Inkrafttreten der Waffenruhe Ende November 2024 wurden in Libanon nach UN-Angaben mehr als 100 Menschen getötet.
Israel genehmigt den Bau von 764 neuen Wohneinheiten im Westjordanland. Diese werden in drei Siedlungen des von Israel besetzten Gebiets errichtet, gibt Finanzminister Bezalel Smotrich bekannt. „Wir setzen die Revolution fort“, sagt der nationalistische Politiker, der die Gründung eines Palästinenserstaates ablehnt. Smotrich spricht von einem „klaren strategischen Prozess zur Stärkung der Siedlungen“. Die Vereinten Nationen und der Internationale Gerichtshof stufen die jüdischen Siedlungen in dem Palästinensergebiet als völkerrechtswidrig ein.
Mehr als zwei Jahre nach dem Abbruch haben Israel und Bolivien wieder diplomatische Beziehungen aufgenommen. Das teilte Israels Außenminister Gideon Saar sowie das bolivianische Außenministerium mit. Das südamerikanische Land hatte die Beziehungen wegen des Gaza-Kriegs im Herbst 2023 abgebrochen. Bolivien bezeichnete damals unter Präsident Luis Arce Israels Vorgehen im Gazastreifen nach dem Hamas-Massaker am 7. Oktober 2023 in Israel als „aggressiv und unverhältnismäßig“. Bolivien hat im Oktober einen neuen Präsidenten gewählt. Rodrigo Paz Pereira, Kandidat der christdemokratischen Partei, die der politischen Mitte zugerechnet wird, beendete eine fast zwei Jahrzehnte währende Ära linker Regierungen im Land. Im Jahr 2009 hatte der damalige bolivianische Präsident Evo Morales ebenfalls die Beziehungen wegen eines israelischen Militäreinsatzes im Gazastreifen abgebrochen. Im Jahr 2020 nahmen beide Länder dann wieder diplomatische Beziehungen auf.Israelischen Medienberichten zufolge wollen beide Länder nun auch bald Botschafter ernennen.
Das Vereinigte Königreich lädt im kommenden Jahr zu einer Friedenskonferenz zum Nahostkonflikt ein. Dabei gehe es auch um die Errichtung eines internationalen Friedensfonds für Israel und Palästina, teilte das britische Außenministerium mit.Die Konferenz wird den Angaben nach am 12. März 2026 im Londoner Lancaster House stattfinden. Geplant ist, Experten und führende Vertreter der israelischen und palästinensischen Zivilgesellschaft zum Austausch zusammenzubringen. Die seit Oktober bestehende Waffenruhe und der von US-Präsident Donald Trump vermittelte Gaza-Friedensplan seien eine „entscheidende Chance“ für langfristigen Frieden in der Region, doch es müsse „noch sehr viel mehr getan werden“.Großbritannien erklärte in den vergangenen Wochen bereits, eine führende Rolle in der nächsten Phase des Friedensplans zu spielen. Im Oktober gab es in London rund um die Unterzeichnung des Waffenruhe-Abkommens in Ägypten etwa auch eine Konferenz zur Zukunft des Gazastreifens.Außenministerin Yvette Cooper zufolge bleibt die Waffenruhe „äußerst fragil“. Es liege noch „ein weiter Weg vor uns“, um den Friedensplan von Trump durchzusetzen. „Diese Konferenz wird ein entscheidender Schritt auf diesem Weg sein“, sagt Cooper der Mitteilung zufolge.