FAZ 24.11.2025
14:34 Uhr

Krieg in Nahost: Merz reist wohl noch vor Jahresende nach Israel


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Krieg in Nahost: Merz reist wohl noch vor Jahresende nach Israel

Bei neuer Gewalt trotz der vereinbarten Waffenruhe im Gazastreifen hat das israelische Militär drei Palästinenser getötet. Eine israelische Drohne habe eine Rakete auf eine Gruppe von Menschen östlich von Khan Yunis im Süden des Küstengebiets abgefeuert, teilten palästinensische Sanitäter am Montag mit. Dabei seien zwei Palästinenser getötet und ein weiterer verletzt worden. Zudem sei eine Person im Osten von Gaza-Stadt durch eine Panzergranate ums Leben gekommen. Das israelische Militär teilte mit, es habe das Feuer eröffnet, nachdem es Personen als \"Terroristen\" identifiziert habe, die die Waffenruhe-Linie überquert, sich den eigenen Truppen genähert und eine unmittelbare Bedrohung dargestellt hätten.

Die alawitische Minderheit in Syrien ist abermals zum Ziel gewalttätiger Ausschreitungen geworden. Wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in Großbritannien mitteilte, waren am Wochenende bewaffnete Angehörige des arabischen Stammes Bani Khalid in mehrere überwiegend von Alawiten und Schiiten bewohnte Stadtviertel von Homs eingedrungen und hatten Bewohner angegriffen sowie Autos und Gebäude beschädigt. Dabei soll es der Beobachtungsstelle zufolge Tote und Verletzte gegeben haben.Einer Meldung der staatlichen Nachrichtenagentur SANA zufolge wurden 18 Menschen verletzt, von Toten war zunächst keine Rede. Die Übergangsregierung von Präsident Ahmed al-Scharaa verhängte eine Ausgangssperre in weiten Teilen der drittgrößten Stadt Syriens, die auch am Montag verlängert wurde. Sicherheitskräften gelang es nach Angaben von SANA, die Ordnung wiederherzustellen. 

Wegen des Vorwurfs von Versäumnissen vor dem Hamas-Angriff auf Israel am 7. Oktober 2023 hat die israelische Armee drei ihrer Generäle entlassen. Die Betroffenen seien nicht mehr länger Teil der Armee und würden auch aus dem Reservekader gestrichen, teilte Armeechef Ejal Samir am späten Sonntagabend mit. Er wirft den – inzwischen bereits aus dem Dienst geschiedenen – Generälen vor, persönlich mitverantwortlich zu sein, dass der Angriff nicht verhindert wurde.Betroffen sind der damalige Geheimdienstchef der Armee, Aharon Haliva, der damalige Leiter der Einsatzdirektion, Oded Basjuk, sowie der damals für die Militärregion Süd verantwortliche General Jaron Finkelman. Haliva und Finkelman waren wegen Versäumnissen in Bezug auf den 7. Oktober bereits zurückgetreten. Basjuk war nach dem Krieg zwischen Israel und Iran im Juni in den Ruhestand gegangen. Zudem wurden disziplinarische Strafen unter anderem gegen Luftwaffenchef Tomer Bar und Marinechef David Saar Salma verhängt.Die Entlassungen und Strafmaßnahmen folgen auf die Veröffentlichung eines Expertenberichts im November zum Vorgehen der Armee im Vorfeld des Hamas-Angriffs. Dieser bescheinigte der Armee eine „langjährige systematische und organisatorische Fehlfunktion“. Der Bericht kritisierte Fehlentscheidungen unter anderem bei der Truppenstationierung in der Nacht des 7. Oktober und prangerte Missstände in der Befehlskette an. 

Iran hat die Tötung von Hizbullah-Militärchef Haytham Ali Tabatabai durch Israel verurteilt. Die „feige Ermordung“ Tabatabais durch die israelische Armee sei eine „eklatante Verletzung“ der Waffenruhe vom November 2024, erklärte das iranische Außenministerium am Montag. Zudem stelle die Tötung eine „brutale Verletzung der nationalen libanesischen Souveränität“ dar, hieß es weiter. Die israelische Armee hatte den Militärchef der mit Iran verbündeten libanesischen Miliz am Sonntag getötet. Nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums wurden bei dem Angriff insgesamt fünf Menschen getötet und 28 weitere verletzt.Die Hizbullah erklärte, neben Tabatabai seien drei weitere Kämpfer der Miliz bei dem Luftangriff getötet worden. Der Militärchef ist der ranghöchste Hizbullah-Vertreter, der seit Beginn der Waffenruhe vor einem Jahr einem israelischen Angriff zum Opfer fiel. Der israelischen Regierung zufolge war Tabatabai für den Wiederaufbau und die Wiederbewaffnung der Organisation verantwortlich.

Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben ein ranghohes Hizbullah-Mitglied in der libanesischen Hauptstadt Beirut getötet. Nach Angaben des Militärs handle es sich um Haitham Ali Tabatabai, den Generalstabschef der Hizbullah-Miliz. Die Hizbullah-Miliz bestätigte den Tod am Sonntagabend. Israelische Medien berichteten, er sei die „Nummer zwei“ innerhalb der  Hizbullah-Miliz. Die USA hatten 2018 eine Belohnung für seine Ergreifung ausgesetzt. Der Angriff traf am Sonntag eine Hauptstraße in den südlichen Vororten der Stadt. Nach offiziellen libanesischen Angaben starben dabei mindestens fünf Menschen. 28 weitere Menschen seien verletzt. Die libanesische Nachrichtenagentur NNA berichtete zudem, bei dem Angriff im südlichen Beiruter Vorort Haret Hreik sei ein erheblicher Schaden an benachbarten Gebäuden und Autos auf der Straße entstanden. Das Büro des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu teilte mit, die Armee habe „den Hizbullah-Generalstabschef angegriffen, der den Aufbau und die Wiederbewaffnung der Terrororganisation geleitet hatte“. Netanjahu habe die Attacke gemäß der Empfehlung des Verteidigungsministers Israel Katz und des Militärchefs Ejal Zamir angeordnet. Von der Hizbullah gab es zunächst keine offizielle Stellungnahme.Israel und die von Iran unterstützte Miliz hatten sich im November 2024 nach mehr als einjährigem gegenseitigen Beschuss auf eine Waffenruhe geeinigt. Dennoch greift das israelische Militär immer wieder Ziele in Libanon an. Beide Seiten werfen einander Verstöße gegen die Vereinbarung vor. Im September vergangenen Jahres hatte die israelische Luftwaffe den Hizbullah-Chef Hassan Nasrallah getötet.

Israel will in den kommenden Jahren Tausende Inder aufnehmen, die sich als Nachfahren des biblischen Stammes Menasche sehen. Die Regierung billigte einen entsprechenden Vorschlag des Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu, wie dessen Büro mitgeteilt hat. Demnach sollen bis Ende kommenden Jahres 1200 der „Bnei Menasche“ aus Nordostindien nach Israel kommen. Bis 2030 sollten es 5800 Personen sein. Sie sollten vor allem im Norden Israels angesiedelt werden.Netanjahu beschrieb die Entscheidung als „wichtig und zionistisch“ und betonte die Stärkung des nördlichen Teils Israels. Die Grenzregion hatte besonders unter dem jüngsten Krieg mit der libanesischen Hizbullah-Miliz gelitten, Zehntausende Bewohner waren geflohen oder evakuiert worden. Die Kosten für die Einwanderung bis 2026 belaufen sich umgerechnet auf knapp 24 Millionen Euro, darunter Kosten für Integration in die Arbeitswelt, Unterbringung sowie Hebräischunterricht.Laut der Mitteilung kamen in den vergangenen 20 Jahren bereits rund 4000 Mitglieder der indischen Minderheit nach Israel. Die neue Entscheidung soll den gesamten Prozess abschließen. Bnei Menasche bedeutet auf Deutsch „Kinder des Menasche“ oder „Nachkommen des Menasche“. Es handelt sich um eine jüdische Gemeinschaft, die traditionell im Nordosten Indiens lebt, hauptsächlich in den Bundesstaaten Manipur und Mizoram. Die Mitglieder dieser Gruppe glauben, vom Stamm Menasche abzustammen, einem der zwölf biblischen Stämme Israels. 

Nach der jüngsten Gewalteskalation im Gazastreifen ist eine Delegation der islamistischen Terrororganisation Hamas zu Gesprächen nach Kairo gereist. An der Spitze der Delegation stehe Khalil al-Hayya, ein sehr hoher Funktionär der Hamas im Ausland, berichtete die dpa unter Berufung auf Flughafenmitarbeiter in der ägyptischen Hauptstadt.Vorgesehen sind Gespräche mit den Vermittlern - neben Ägypten auch Qatar und die USA - im Konflikt zwischen Israel und der Hamas. Dabei solle es um Verletzungen der am 10. Oktober in Kraft getretenen Waffenruhe gehen sowie um den Übergang zur zweiten Phase des Gaza-Friedensplans von US-Präsident Donald Trump. Das berichtete der saudische Fernsehsender Al-Hadath. Auch der UN-Sicherheitsrat hatte zuletzt für eine von den USA eingebrachte Resolution zur Absicherung des Plans gestimmt. Mehrere gewaltsame Zwischenfälle im Gazastreifen lösten zuletzt jedoch Sorge um den Fortbestand der fragilen Waffenruhe aus. Allein am Samstag wurden nach Angaben der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde in Gaza mindestens 22 Personen bei israelischen Angriffen getötet. Die israelische Armee sprach von Reaktionen auf palästinensische Verstöße gegen die Waffenruhe und Angriffe auf ihre Truppen, die noch mehr als die Hälfte des Küstenstreifens kontrollieren.

Bei neuen gewaltsamen Vorfällen im Gazastreifen sowie Angriffen Israels sind insgesamt mindestens 18 Palästinenser getötet worden, wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet. Die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa berichtete, bei einem Luftangriff auf ein Fahrzeug in der Stadt Gaza seien zunächst fünf Palästinenser getötet worden. In sozialen Medien machten Videoaufnahmen von einem verkohlten Auto die Runde, neben dem offenbar Leichen lagen. Der saudische Fernsehsender Al-Hadath berichtete, bei dem Angriff seien ein Kommandeur des militärischen Hamas-Arms, der Kassam-Brigaden, getötet worden. Auch dessen Sohn sei ums Leben gekommen. Von der Hamas gab es dafür zunächst keine offizielle Bestätigung.Anschließend gab es laut Wafa auch im Flüchtlingsviertel Nuseirat einen Toten, als ein Haus bombardiert wurde. Bei einem weiteren Angriff in Deir al-Balah seien vier Menschen ums Leben gekommen, darunter zwei Minderjährige. Die israelische Armee teilte mit, als Reaktion auf einen vorherigen bewaffneten Angriff auf israelische Soldaten im Süden des Gazastreifens seien mehrere Hamas-Terrorziele in dem Küstengebiet beschossen worden. Ein Terrorist habe die Waffenruhe-Linie überquert und dabei eine Route missbraucht, die für humanitäre Hilfslieferungen in den Gazastreifen diene. Er habe auf Soldaten geschossen und sei daraufhin „ausgeschaltet“ worden. Außerdem seien in Rafah im Süden des Gazastreifens insgesamt fünf Terroristen getötet worden, die offenbar zuvor aus einem unterirdischen Tunnel geflüchtet seien, teilte die Armee mit. Bei zwei weiteren Vorfällen im Norden des Küstenstreifens seien vier Terroristen identifiziert worden, die die Waffenruhe-Linie überschritten und sich Truppen auf bedrohliche Weise genähert hätten. Zwei von ihnen seien getötet worden. 

Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben abermals Stellungen der proiranischen Hizbullah-Miliz im Libanon angegriffen. Nach Angaben der staatlichen libanesischen Nachrichtenagentur NNA wurde bei zwei verschiedenen Angriffen jeweils eine Person getötet. Ziel seien Raketenabschussrampen und Militärgelände in der Bekaa-Ebene im Osten des Landes sowie im Süden gewesen, hieß es in der Mitteilung der Armee. „Die Präsenz der Abschussvorrichtungen und die militärische Aktivität an diesen Standorten stellen eine Verletzung der Vereinbarungen zwischen Israel und dem Libanon dar“, hieß es weiter in der Stellungnahme. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte in der wöchentlichen Kabinettssitzung in Jerusalem, Israel werde alles unternehmen, um ein Wiedererstarken der Hizbullah zu verhindern. 

US-Präsident Donald Trump hat 17 ehemalige Geiseln der Terrororganisation Hamas im Weißen Haus empfangen. Am Donnerstag reisten sie nach Washington, um dort unter anderem Trump und seinen Schwiegersohn Jared Kushner zu treffen. „Der Kampf ist noch nicht vorbei. Wir sind hier in Washington, D.C., um unser eigenes Kapitel abzuschließen, aber es gibt Familien, die immer noch unter dem Schmerz leiden, den unsere Familien ertragen mussten. Das wird erst vorbei sein, wenn alle nach Hause kommen“, hieß es unter einem Video der Gruppe, das der Account „Bringhomenow“ auf Instagram teilte. In einer Rede lobte Trump die ehemaligen Geisel. Unter anderem sagte er über den IDF-Soldaten Matan Angrest, er sei ein „lebendiges Zeugnis für die Widerstandsfähigkeit des jüdischen Volkes“ und eine Inspiration. 

Die israelische Friedensorganisation Peace Now hat die Bildung einer neuen jüdischen Siedlung im Westjordanland kritisiert. Ziel der Gründung sei es, die Entwicklung der palästinensischen Stadt Beit Sahur zu behindern, kritisierte Peace Now am Donnerstag. Die „Dreistigkeit der Siedler bei der Gründung von Siedlungen und dem Schaffen von Tatsachen vor Ort kennt keine Grenzen“, erklärte die Friedensgruppe. Dabei würden staatliche Mittel genutzt, um „Israels Aussicht auf Frieden und eine Zweistaatenlösung zu untergraben“.Der Rat der Region Gusch Etzion im Süden des israelisch besetzten Westjordanlands hatte am Morgen die Gründung einer neuen Siedlung in Schdema bei Bethlehem verkündet. Laut dem Regionalrat wurden dort drei Wohncontainer aufgestellt, die am Wochenende von Siedlerfamilien bezogen werden sollen.In der Region Gusch Etzion hatte es in jüngster Zeit mehrere Fälle von Gewalt zwischen Siedlern und palästinensischen Einwohnern gegeben. 

Israelische Menschenrechtsgruppen verlangen für Patienten aus dem Gazastreifen, die lebensrettende Behandlungen benötigen, unverzügliche Verlegungen in Kliniken in Ostjerusalem und im besetzten Westjordanland. Eine entsprechende Petition reichten fünf Organisationen am Donnerstag beim obersten israelischen Gericht ein. Das Gesundheitssystem in Gaza sei zusammengebrochen, rund 16.500 Menschen seien durch die Versorgungslücke in Lebensgefahr. Es gehe um die \"grundlegende Verpflichtung, Menschenleben zu retten\".Die israelischen Menschenrechtsaktivisten werfen dem Staat vor, mit seiner Handhabung der Grenzkontrollen am Gazastreifen den Zugang zu lebenswichtigen Behandlungen zu blockieren. Insbesondere seit der Schließung des Übergangs Rafah nach Ägypten im Mai 2024 sei die Verlegung von Patienten in Drittländer „fast unmöglich\" geworden. Israel ist nach nationalem wie internationalem Recht verpflichtet, Zugang zu medizinischer Versorgung zu gewährleisten. 

Das Lenkungsgremium der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) fordert von Teheran, weitreichende Kontrollen des iranischen Atomprogramms zu erlauben. Der Gouverneursrat der IAEA stimmte in Wien für eine entsprechende Resolution, die von Deutschland, Frankreich, Großbritannien und den Vereinigten Staaten initiiert worden war.Im Juni hatten Israel und die USA wichtige iranische Atomanlagen angegriffen, um der Islamischen Republik die Möglichkeit zu nehmen, Nuklearwaffen zu entwickeln. Teheran bestreitet, solche Ziele zu verfolgen.Bereits vor den Attacken hatte Teheran die Kontrollmöglichkeiten der IAEA stark eingeschränkt. In den vergangenen Monaten durften IAEA-Inspektoren nur mehr unbeschädigte Anlagen besichtigen, aber nicht die zerstörten Anreicherungsstätten, in denen Uran mit einem beinahe atomwaffentauglichen Reinheitsgrad hergestellt worden war.Der Gouverneursrat forderte nun unverzüglichen Zugang zu den restlichen Atomanlagen und dem Uran. Außerdem müsse der Iran das sogenannte Zusatzprotokoll zu seinem Inspektionsabkommen mit der IAEA umsetzen, hieß es. Damit könnte die Atomenergiebehörde unter anderem Anlagen ohne lange Vorwarnung besuchen und auch außerhalb der bekannten Nuklear-Standorte nach Spuren von geheimen Aktivitäten suchen.

Bei neuerlichen israelischen Angriffen im Gazastreifen sind nach Angaben des Nasser-Krankenhauses in Khan Yunis im Süden des Palästinensergebiets vier Menschen getötet worden. Drei Menschen, darunter ein einjähriges Mädchen, seien bei einem Angriff auf ein Haus östlich von  Khan Yunis getötet worden, teilte das Krankenhaus mit. Ein weiteres Todesopfer habe es bei einem Angriff in dem Dorf Abasan al-Kabira gegeben.Weitere 18 Menschen wurden nach Angaben des von der Hamas kontrollierten Zivilschutzes bei israelischen Angriffen verletzt. Aus dem von der Hamas kontrollierten Innenministerium im Gazastreifen hieß es, im Gebiet um Khan Yunis halte der Artilleriebeschuss an.Die israelische Armee bestätigte die Angriffe im Gazastreifen. Ein Angriff sei erfolgt, „um Terrorinfrastrukturen zu zerstören\", hieß es. „Wir wissen nichts von den berichteten Todesfällen\", fügte die Armee hinzu.