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21.12.2025
10:57 Uhr
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Krieg in Nahost 2024: Aktuelle News & Nachrichten zum Israel-Krieg ► Lesen Sie die neuesten Berichte & Meldungen im Liveblog der FAZ

Israel hat die Schaffung von 19 neuen Siedlungen im besetzten Westjordanland gebilligt. Der rechtsextreme Finanzminister Bezalel Smotrich schrieb in einem Post auf der Plattform X: „Das Kabinett hat den von mir gemeinsam mit meinem Freund, Verteidigungsminister Israel Katz, eingebrachten Vorschlag genehmigt, 19 neue Siedlungen auszurufen und zu regeln!“Israelische Medien hatten bereits in dieser Woche berichtet, das sogenannte Sicherheitskabinett habe die Einrichtung von 19 neuen Siedlungen beschlossen. Dafür gab es aber bisher keine offizielle Bestätigung der Regierung. Israel hatte 1967 unter anderem das Westjordanland und Ost-Jerusalem erobert, wo heute mehr als 700.000 Siedler inmitten von rund drei Millionen Palästinensern leben. Nach internationalem Recht sind die Siedlungen dort illegal. Die Vereinten Nationen betrachten die israelischen Siedlungen als großes Hindernis für eine Friedensregelung, weil sie kaum noch ein zusammenhängendes Territorium für die Palästinenser bei einer möglichen Zweistaatenlösung zulassen würden. Mit Zweistaatenlösung ist gemeint, dass Israel und ein unabhängiger Palästinenserstaat friedlich Seite an Seite existieren.
Eine Woche nach einem tödlichen Angriff auf US-Soldaten in Syrien hat die US-Armee mehr als 70 Ziele der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in dem Land angegriffen. US-Präsident Donald Trump bezeichnete das militärische Vorgehen in der Nacht zum Samstag als „sehr schwere Vergeltungsmaßnahme“ für den Anschlag. Aktivisten zufolge wurden bei den US-Luftangriffen, an denen sich auch Syriens Nachbarland Jordanien beteiligte, mindestens fünf IS-Mitglieder getötet. Das US-Regionalkommando Centcom erklärte, im Zentrum Syriens seien „mehr als 70 Ziele“ mit Kampfflugzeugen, Hubschraubern und Artillerie angegriffen worden. Trump schrieb auf seiner Onlineplattform Truth Social, es handle sich um die angekündigten Vergeltungsmaßnahmen gegen die „mörderischen Terroristen“. Wer US-Bürger angreife, werde „härter getroffen als je zuvor“. Ziel des Militäreinsatzes war es US-Verteidigungsminister Pete Hegseth zufolge, Waffenlager, Infrastruktur und Kämpfer des IS zu eliminieren. Die jordanische Armee teilte mit, ihre Luftwaffe sei an den US-geführten Luftangriffen auf IS-Stellungen im Süden Syriens beteiligt gewesen. Jordanien wolle damit „verhindern, dass extremistische Organisationen diese Regionen als Ausgangspunkt nutzen, um die Sicherheit der Nachbarländer Syriens zu bedrohen“, erklärte die Armee. Dies gelte „insbesondere, nachdem sich die Terrororganisation IS neu formiert und ihre Fähigkeiten im Süden Syriens wiederaufgebaut hat“.
Bei Einsätzen der israelischen Armee im Norden des palästinensischen Westjordanlands sind nach Militärangaben zwei Palästinenser getötet worden. Im Gebiet von Kabatija habe ein Mann einen Stein auf Soldaten geworfen. „Die Soldaten reagierten mit Feuer und schalteten den Terroristen aus“, hieß es in der Mitteilung weiter. Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums in Ramallah handelte es sich bei dem Toten um einen 16-Jährigen.Bei einem weiteren Einsatz im Gebiet von Silat al-Harithija im nördlichen Westjordanland warf ein Palästinenser nach Armeeangaben einen Sprengkörper auf Soldaten. Diese hätten daraufhin das Feuer eröffnet und den „Terroristen ausgeschaltet“. Der 22-Jährige sei durch Schüsse in die Brust getötet worden, teilte das palästinensische Gesundheitsministerium mit.
Bei der Umsetzung des Gaza-Friedensplans von US-Präsident Donald Trump geht es nach Darstellung des US-Sondergesandten Steve Witkoff voran. „Die erste Phase hat Fortschritte gebracht, darunter die Ausweitung der humanitären Hilfe, die Rückgabe der Leichen von Geiseln, den teilweisen Abzug von Truppen und eine Verringerung der Feindseligkeiten“, schrieb er einen Tag nach Sondierungen mit Vertretern Ägyptens, Katars und der Türkei auf X. In den kommenden Wochen sollen weitere Gespräche folgen, „um die Umsetzung der zweiten Phase voranzutreiben“. In der zweiten Phase des Gaza-Friedensplans ist unter anderem der Wiederaufbau des verwüsteten Gebiets vorgesehen. Israel besteht darauf, dass zuvor die Leiche einer letzten Geisel überführt wird, die nach dem Hamas-Massaker 2023 noch im Gazastreifen festgehalten wird. Dies ist eine der Bedingungen der ersten Phase des Trump-Plans. Auch ist die Entwaffnung der Hamas vorgesehen – diese will aber nicht ihre Waffen nicht abgeben.Bei den Gesprächen ging es Witkoff zufolge auch um Maßnahmen, wie der Handel in der Region erleichtert und die Infrastruktur entwickelt werden können. In diesem Zusammenhang hätten die Vertreter sich für eine „zeitnahe Einrichtung des Friedensrates als Übergangsverwaltung“ ausgesprochen.
Der Chef des türkischen Geheimdienstes MIT, Ibrahim Kalin, trifft sich mit dem Verhandlungsführer der Hamas, Chalil al-Haja. Bei dem Treffen in Istanbul gehe es um die notwendigen Maßnahmen für die zweite Phase des Gaza-Friedensplans, heißt es aus türkischen Sicherheitskreisen. Zudem würden Schritte erörtert, um israelische Verstöße gegen die Waffenruhe zu verhindern und bestehende Probleme zu lösen. Als kritischster Punkt der zweiten Phase gilt die vorgesehene Entwaffnung der radikal-islamischen Organisation.
Nach US-Luftangriffen in Syrien hat die Regierung in Damaskus eine Verstärkung ihres Kampfes gegen die Extremistenmiliz \"Islamischer Staat\" (IS) angekündigt. Das Land bekräftigte seine Entschlossenheit im Vorgehen gegen den IS, teilt das syrische Außenministerium mit. Zuvor hatte das US-Militär mehrere IS-Ziele aus der Luft angegriffen.
Am Rande von Gesprächen zur nächsten Phase des Waffenruheabkommens im Gazastreifen hat US-Außenminister Marco Rubio auf die Entwaffnung der Hamas gepocht. „Wenn die Hamas in Zukunft jemals in der Lage sein sollte, Israel zu bedrohen oder anzugreifen, wird es keinen Frieden geben“, sagte Rubio am Freitag in Miami gegenüber Journalisten. Daher sei deren Entwaffnung so wichtig.In der Küstenmetropole trafen sich Vertreter der Vermittlerstaaten Qatar und Ägypten sowie der Türkei mit dem US-Sondergesandten Steve Witkoff und weiteren US-Vertretern. Rubio drückte zudem seine Hoffnung aus, dass mehrere Staaten sich an der anvisierten internationalen Friedenstruppe für den Gazastreifen beteiligen.
Die amerikanischen Streitkräfte haben am Freitag Stellungen der Terrormiliz \"Islamischer Staat\" (IS) in Syrien angegriffen. Wie die \"New York Times\" berichtet, hätten Kampfflugzeuge und Hubschrauber Dutzende Ziele in dem Land angegriffen. Auch sei es zu Artilleriebeschuss gekommen. Präsident Donald Trump hatte nach einem Angriff durch den IS am vergangenen Samstag in Syrien, bei dem zwei amerikanische Soldaten und ein amerikanischer Übersetzer getötet worden waren, Vergeltungsschläge angekündigt. Die am Freitag erfolgten Angriffe fanden in Zentralsyrien statt. Die Zeitung berichtet, die Angriffe sollen bis Samstagmorgen andauern. Ein Regierungsvertreter wird mit den Worten zitiert, es handle sich um einen \"massiven\" Gegenschlag. Verteidigungsminister Pete Hegseth bestätigte den Angriff am Freitagabend. Die Operation habe den Namen \"Hawkeye Strike\". Auch Trump schrieb auf \"Truth Social\", die syrische Regierung von Übergangspräsident Ahmed al Scharaa unterstütze die Operation.
Der höchste katholische Würdenträger im Heiligen Land, Patriarch Pierbattista Pizzaballa, ist wenige Tage vor Weihnachten in den Gazastreifen gereist. Er sei in der Pfarrei der Heiligen Familie in der Stadt Gaza gewesen, um sich unter anderem über humanitäre Hilfsinitiativen zu informieren, teilte das lateinische Patriarchat in Jerusalem mit. Die Gemeinde im Gazastreifen habe „finstere und schwierige Zeiten durchlebt“ und tue dies auch weiter, hieß es. Pizzaballa will sich den Angaben zufolge auch mit Geistlichen und Gemeindemitgliedern treffen. Auch im vergangenen Jahr war der hohe Vertreter der katholischen Kirche in den Gazastreifen zu einem Solidaritätsbesuch gereist.
Die UN-Beobachtermission Unifil im Südlibanon hat seit Inkrafttreten einer Waffenruhe zwischen Israel und der Hizbullah keine Hinweise auf eine Aufrüstung der proiranischen Miliz gefunden. „Seit Inkrafttreten des Abkommens im letzten Jahr haben wir südlich des Litani-Flusses keine Hinweise auf die Einfuhr neuer Waffen, den Aufbau neuer militärischer Infrastruktur durch nicht-staatliche Akteure oder militärische Bewegungen nicht-staatlicher Akteure festgestellt“, sagte Unifil-Sprecherin Kandice Ardiel der Deutschen Presse-Agentur.Die Blauhelme seien täglich vor Ort, um die Lage zu überwachen. Vor und während des offenen Kriegs hatten sie demnach Aktivitäten nicht-staatlicher Akteure, darunter die Hizbullah, in Einsatzgebiet im Südlibanon beobachtet und gemeldet.Bislang hätten die Friedenstruppen fast 400 Waffenlager und Infrastrukturanlagen entdeckt, so Ardiel. Sie seien der staatlichen Armee übergeben worden. Es würden weiterhin verlassene Waffenlager entdeckt. Hinweise darauf, dass neue Waffen in das Einsatzgebiet gelangt seien oder dass nicht-staatliche Akteure dort neue militärische Infrastruktur errichten hätten, gebe es jedoch nicht, sagte Ardiel.Eigentlich gilt seit Ende November vergangenen Jahres zwischen der Hizbullah und Israel eine Waffenruhe. Israel wirft der Hizbullah jedoch vor, sich im Süden des Landes neu zu organisieren und aufzurüsten. Täglich greift das israelische Militär mit dieser Begründung weiter im Libanon an. Seit Inkrafttreten der Waffenruhe wurden dabei bis heute mehr 300 Menschen getötet. Darunter sind nach UN-Angaben auch mehr als 120 Zivilisten.
Die UNO hat die im August im Gazastreifen ausgerufene Hungersnot für beendet erklärt. Die Ernährungssicherheit im Gazastreifen habe sich verbessert, sodass in keinem Gebiet mehr eine Hungersnot gemäß der IPC-Skala zum Hungermonitoring gelte, erklärten die zuständigen UN-Experten am Freitag. Die Lage bleibe jedoch weiter „kritisch\". Die israelische Regierung kritisierte den UN-Bericht daraufhin als „verzerrend\". Die UNO stuft den gesamten Gazastreifen trotz eines „besseren Zugangs für humanitäre und kommerzielle Lebensmittellieferungen\" demnach weiterhin als „Notfallgebiet\" ein. Den UN-Experten zufolge werden bis Mitte April voraussichtlich noch immer rund 1,6 Millionen Menschen in dem Palästinensergebiet von einer \"krisenartigen\" Ernährungsunsicherheit betroffen sein.
Der EU-Gipfel hat die „massive Zunahme der Gewalt von Siedlern gegen palästinensische Zivilpersonen, auch der Gewalt gegen christliche Gemeinschaften“ verurteilt. In den Schlussfolgerungen des Treffens der 27 EU-Regierungen wird auf die Vertreibung und Annexion im Westjordanland, einschließlich Ostjerusalem, ausgerichteten politischen Maßnahmen und Drohungen hingewiesen. Die EU appelliert an die Regierung Israels, ihren völkerrechtlichen Verpflichtungen nachzukommen und die palästinensische Bevölkerung in den besetzten Gebieten zu schützen. Der Ausbau der völkerrechtswidrigen Siedlungen müsse rückgängig gemacht werden. Die israelische Regierung müsse Maßnahmen gegen extremistische Siedler sowie gegen Einrichtungen und Organisationen, die sie unterstützen, voranbringen.
Mehrere israelische Bürger haben am Donnerstag trotz des Verbots der israelischen Armee den Gazastreifen betreten und bei einer symbolischen Flaggenzeremonie die Wiederbesiedlung des Palästinensergebiets gefordert. Diejenigen, die den Gazastreifen betreten hätten, seien „in israelisches Gebiet zurückgebracht“ worden, erklärte die israelische Armee. Es sei gelungen, „dutzende“ weitere Menschen vom Grenzübertritt an einer anderen Stelle abzuhalten.Rechtsgerichtete Nutzer verbreiteten in Onlinediensten ein Foto, das rund 20 Männer, Frauen und Kinder zeigt, die versammelt um eine Flagge stehen. Demnach wurde es in Kfar Darom aufgenommen, einem früheren Kibbuz im Zentrum des Gazastreifens, das zusammen mit 20 weiteren Siedlungen während des einseitigen Rückzugs Israels im Jahr 2005 geräumt worden war.Die Protestaktion der Siedler war im Voraus geplant worden. Vergangene Woche hatte eine ultranationalistische Siedlerorganisation eine Flaggenzeremonie angekündigt. Dem Aufruf schlossen sich Israels rechtsextremer Sicherheitsminister Itamar Ben Gvir sowie zehn weitere Minister und mehr als 20 Abgeordnete an.Die israelische Armee betonte, dass „jeder Zutritt zu einem Kampfgebiet verboten ist, Zivilisten gefährdet und den Einsatz der Armee stört“.Seit dem Rückzug aus dem Gazastreifen hat eine Randbewegung in der israelischen Rechten eine Wiederbesiedlung des Gebiets gefordert. Im Zuge des Gaza-Krieges wurden die Befürworter einer Rückkehr israelischer Siedlungen im Gazastreifen lauter.
Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat den antisemitischen Anschlag in Sydney gefeiert, sich dabei aber nicht direkt zu der Attacke bekannt. In einer am Donnerstag im Internet verbreiteten Propagandaschrift bezeichnete der IS den Angriff am Bondi Beach der australischen Metropole als „Stolz von Sydney“. Kämpfer und Anhänger des IS würden weiter versuchen, „Juden überall“ anzugreifen, kündigte die Terrororganisation an. Bei dem Anschlag am vergangenen Sonntag hatten zwei Attentäter während des jüdischen Lichterfests Chanukka das Feuer auf die Menschenmenge am Strand eröffnet. Sie töteten 15 Menschen, Dutzende wurden verletzt. Der IS bekannte sich bisher nicht zu dem Anschlag. In der Rundschrift war auch keine Rede davon, ob die beiden Attentäter dem IS die Treue geschworen haben. Die australischen Behörden gehen aber davon aus, dass die beiden Täter sich am IS orientierten.