Der Irankrieg hat große Auswirkungen auf zahlreiche Menschen, die den Nahen Osten bereisen oder dort einen Zwischenstopp einlegen. Viele müssen ihre Flüge umbuchen oder sitzen im Ausland fest. Grund dafür sind die geschlossenen Lufträume vieler Staaten in der Region und die prekäre Lage in der Straße von Hormus. Flugzeuge bleiben am Boden, Kreuzfahrtschiffe verlassen die Häfen nicht. Der Deutsche Reiseverband (DRV) spricht von 30.000 Kunden deutscher Veranstalter, die im Nahen Osten gestrandet sind. Auswärtiges Amt empfiehlt im Hotel zu bleiben Es gebe eine enge Abstimmung zwischen der Reisewirtschaft und „lokalen Partnern, Sicherheitsbehörden und dem Auswärtigen Amt“, sagte Torsten Schäfer, Sprecher des Verbandes, im Deutschlandfunk. Die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts seien sehr ernst zu nehmen. Entsprechend sollen Betroffene „im Hotel bleiben und sich nicht auf eigene Faust in ein anderes Land oder zum Flughafen begeben“. Den Menschen werde jedoch nichts vorgeschrieben, die Entscheidung liege bei jeder Einzelperson selbst. Der DRV-Sprecher versichert, dass Reiseveranstalter darauf vorbereitet seien Flüge wieder anzubieten, sobald sich die Situation in der Golfregion entspanne. Der Konflikt sorge deutlich für wirtschaftliche Unsicherheiten der Reisebranche, mahnt Anke Budde, Präsidentin der Allianz Selbstständiger Reiseunternehmen, im RBB-Inforadio. Mit Blick auf die Flughäfen in Dubai und Doha, sei der Ausfall eines wichtigen Drehkreuzes länger möglich. Zudem könnten höhere Ölpreise und ein gestiegener Beratungsaufwand zukünftig für höhere Reisekosten bei den Kunden sorgen. Erster Flug von Dubai nach Deutschland Am Dienstagmorgen konnte ein erstes Flugzeug von Dubai aus nach Frankfurt am Main starten. Die Maschine der emiratischen Airline Emirates habe Passagiere an Bord, sagte eine Sprecherin des Frankfurter Flughafen gegenüber der „Zeit“. Einem dpa-Fotografen zufolge erreichte der Linienflug sein Ziel kurz nach 13.30 Uhr. Warnung vor Betrug Aktuell ist rund um Buchungen mit zusätzlichen Fallstricken zu rechnen, da Schwindler die chaotische Situation ausnutzen. So wurde bereits eine Frau aus Niederbayern um 2500 Euro betrogen. Das bayerische Landeskriminalamt (BLKA) rät dazu nur Hotlines zu nutzen, die über offizielle Webseiten der Buchungsportale oder der Fluggesellschaften auffindbar sind. Buchungsänderungen sollten lediglich über das persönliche Kundenkonto vorgenommen werden. Jedes Gespräch, in dem ein vermeintlicher Service-Mitarbeiter Zugang auf ein technisches Gerät des Kunden fordert, sei sofort abzubrechen. Damit verdächtige Abbuchungen nicht lange unbemerkt bleiben und schnell Anzeige erstattet werden kann, empfiehlt das BLKA eine Aktivierung der Push-Nachrichten bei der Bank.
