Es gibt mehr als 45 Millionen Autos in Deutschland. Kein Wunder, dass hin und wieder die ungewöhnlichsten Sachen passieren. Zurzeit macht die Geschichte von der offenen Wasserflasche im Kofferraum eines E-Autos im Netz die Runde. Das Nass läuft in die Batterie. Schaden: mehr als 10.000 Euro. Anderer Fall: Beim Rangieren im Parkhaus ist ein Rohr im Weg, die Heckscheibe des VW Multivan geht zu Bruch. Halb so schlimm. Das zahlt die Teilkasko. Aber dann: Die Scheibe ist einfaches Glas, und das bei einem sechs Monate alten Auto. Scherben und Scherbchen verteilen sich im Hohlkörper der Klappe, raussaugen geht nicht. Einfach drin lassen ginge schon, Scherben bringen ja bekanntlich Glück. Nur klappert und rasselt es dann während der Fahrt. Das ist schwer zu tolerieren, erst recht nicht im Leasingfahrzeug. Natürlich kann man die gesamte Heckklappe austauschen, das kostet rund 5000 Euro und geht zulasten der Vollkasko, die danach teurer wird, und der Selbstbehalt ist in diesem Fall bei 2000 Euro. Guter Rat ist also wie immer teuer, gibt es vielleicht einen Spezialsauger, der die Krümel rausholt? Bei VW Nutzfahrzeuge in Hannover weiß man wohl, dass bei den steil stehenden Heckscheiben der Busse die Glaspartikel nach einem vollständigen Bersten der Scheibe ins Innere der Heckklappe gelangen können und diese dann mühsam zu entfernen sind. „Ob Tausch oder Zerlegung der Heckklappe, das ist am Ende ein Abgleich des Aufwands, er bleibt in beiden Fällen hoch.“ Verbundglas werde nicht verbaut, auch nicht für die Seiten, damit die Scheiben mit einem Notfallhammer leicht zu zerbrechen sind und nach Unfällen als Notausstieg dienen können. Fazit: Eine einfache, günstige Lösung gibt es nicht. Der Kunde wundert sich, zahlt zähneknirschend oder fährt eben künftig knirschend und rasselnd. Man gewöhnt sich ja an vieles.
