Wenn die größten Handballstars verschiedener Länder gemeinsame Sache machen, geschieht das oft in den Bundesligaklubs. Beim deutschen Meister Füchse Berlin zum Beispiel, wo das internationale Staraufgebot um den dänischen Welthandballer Mathias Gidsel bald auch um den famosen Franzosen Dika Mem erweitert wird. Die Verpflichtung solch hochbegabter Handwerker des Sports kostet Zeit, Nerven und Geld. In der Welt des Comics dagegen bringt man ein Starensemble wie mit einem Federstrich zusammen. So vereint das Micky-Maus-Magazin in seinem an diesem Freitag erscheinenden „Handball-Spezial“ Ausnahmekönner aus vier Ländern in einem Strip. Der Däne Gidsel und der Norweger Magnus Rød, in echt meist im rechten Rückraum zu finden, zeigen bei Werbeaufnahmen in der Tierwelt mit den Spielmachern Juri Knorr (Deutschland) und Jim Gottfridsson (Schweden), welche Tricks und Täuschungen sie beherrschen. So dynamisch das Zusammenspiel der beiden Regisseure dargestellt ist, so altbacken wirken die dazugehörigen Sprechblasen: „Astreiner Pass, Juri!“ – „Pfeffer ihn rein, Jim!“ Sagt man das heute noch so? Von diesem Donnerstag (20.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Handball-EM, in der ARD und bei DYN) an spielen Knorr, Gidsel, Gottfridsson und Rød mit ihren Nationalteams in Dänemark, Schweden und Norwegen um den EM-Titel. Alle zählten vorab zum erweiterten Favoritenkreis. In ihrem Comic-Auftritt sind die vier Protagonisten, wie sollte es anders sein, gemeinsam erfolgreich: Mit gezielten Würfen überrumpeln sie die Panzerknacker, die wie immer in Micky-Maus-Geschichten Arges im Schilde führen und darüber hinaus mit früheren Sporterfolgen prahlen. Diesmal will sich die hungrige Bande vor allem am Büffet gütlich halten, zu dem sie sich an Donald Duck vorbei Zugang verschafft hat. Auf der Flucht werden die Panzerknacker im Tornetz gefangen, nachdem Knorr und Co. sie mit zielgenauen Würfen dorthin gejagt haben. Als eine „coole Sache“ bezeichnet Knorr, der als Kind von Vater und Opa mit „Lustigen Taschenbüchern“ versorgt wurde, im Interview mit dem Micky-Maus-Magazin seine Auftritte als Ente mit Kinnbart und Zopf. In einem weiteren Strip des zweiwöchig erscheinenden Magazins erklärt der Fünfundzwanzigjährige gemeinsam mit dem deutschen Weltklassetorhüter Andreas Wolff, worauf es bei einem Siebenmeter ankommt und wie man am besten wirft oder aber pariert. Donald Duck, als Handballreporter für den „Entenhausener Kurier“ unterwegs und somit eine Zeitungsente im besten Sinne, versucht sich auch mit einem Wurf, scheitert aber spektakulär. Warum, soll an dieser Stelle nicht verraten werden. Dass bekannte Sportler wie Knorr und Wolff zu Comichelden werden, hat beim Micky-Maus-Magazin Tradition. „Duckifiziert“, wie der zuständige Redakteur Johannes Kanty sagt, wurden zu verschiedenen Anlässen so einige: aus dem Fußball Alexandra Popp und Jamal Musiala, aus dem Basketball die Wagner-Brüder Moritz und Franz, auch Zehnkämpfer Leo Neugebauer. Welche Ente am Ende wohl Handball-Europameister wird? Womöglich gar keine, sondern Titelverteidiger Frankreich mit seinem nicht duckifizierten Starspieler Dika Mem. Es will halt nicht jeder heute als Ente auflaufen, wenn er übermorgen bei den Füchsen gefordert ist.
