FAZ 20.02.2026
14:52 Uhr

Klimawandel: Zahl der Tage mit hohem Waldbrandrisiko hat sich fast verdreifacht


Das Risiko für Waldbrände ist in den vergangenen Jahrzehnten stark gestiegen. Forscher warnen vor einer Überlastung bei der Brandbekämpfung und zunehmenden Gesundheitsgefahren.

Klimawandel: Zahl der Tage mit hohem Waldbrandrisiko hat sich fast verdreifacht

Einer neuen Studie zufolge hat sich die weltweite Zahl der jährlichen Tage mit hohem Waldbrandrisiko fast verdreifacht. Die Ergebnisse wurden am Mittwoch in der Fachzeitschrift „Science Advances“ veröffentlicht. Die Wissenschaftler untersuchten dabei, wie häufig Wetterverhältnisse mit hohem Waldbrandrisiko an mehreren Orten gleichzeitig vorkommen. Zu diesen Verhältnissen zählen Wärme, starke Winde und Trockenheit. Demnach habe es in 14 betrachteten Weltregionen in den 15 Jahren seit 1979 global durchschnittlich 22 Tage pro Jahr mit entsprechenden Bedingungen gegeben – 2023 und 2024 dagegen mehr als 60 Tage. Über die Hälfte des Anstiegs hänge mit dem menschengemachten Klimawandel zusammen. Lediglich in Südasien sei ein Rückgang der Risikotage zu verzeichnen, was auf höhere Feuchtigkeit zurückgeführt werden könne. Die Forscher betonen jedoch, dass Wetter nur eine Bedingung für Waldbrände sei. Daneben brauche es unter anderem noch genügend Brennmaterial und Entzündung, etwa durch Blitze oder Menschen. Weniger Kontrolle über das Inferno Laut den Autoren könnten gleichzeitige Waldbrände zur Folge haben, dass einem Land die Ressourcen fehlen, um die Feuer in den Griff zu bekommen. Außerdem werde Hilfe aus dem Ausland unwahrscheinlicher, wenn dort ebenfalls Flammen wüten. Ein Beispiel derartiger internationaler Kooperation waren die Waldbrände 2023 in Kanada, als Löschtrupps aus der ganzen Welt angereist kamen, um zu helfen. Ein synchrones extremes Waldbrandrisiko durch Wetter bestünde vor allem zwischen Nordamerika, Europa, Nordasien und dem Nahen Osten sowie zwischen Südamerika und Afrika. Australien könne dagegen weitestgehend alleinstehend betrachtet werden. Direkte Gefährdung der Gesundheit Ein weiteres großes Problem liege in der mit Waldbränden einhergehenden Verschlechterung der Luftqualität, die die Gesundheit von Menschen stark beeinträchtige. Die Schadstoffe würden in der Luft bis zu Tausende Kilometer weit transportiert. Bei den australischen Buschbränden von 2019 bis 2020 sei es dadurch in dicht besiedelten Gebieten Australiens zu Toten gekommen, die mit dem Rauch in Verbindung gebracht werden konnten.