Man kann es machen wie das ZDF in der Drittelpause des deutschen Eishockeyspiels und Donald Trump wie einen ignoranten Vollpfosten darstellen. Weil der eine zentrale Klimaschutzregelung aufgehoben hat. Ins Bild gehoben werden der amerikanische Präsident und eine düstere Kohlemine, befragt zwei Klimaschutzaktivisten, fertig ist ein weiterer Beleg für Julia Klöckners Vorwürfe. Oder man schaut differenzierter hin und entdeckt, dass Trump den Alarmismus der Klimaschützer als ein Vehikel für wirtschaftliche Spezialinteressen ansieht. Auf die Idee kann auch hierzulande kommen, wer sich die Debatte um die Luftgrenzwerte in Erinnerung ruft, die, wie angesichts flächendeckender Grenzwerteinhaltung nunmehr alle wissen, gezielt geschürte Panikmache war. Der Verband der Automobilhändler Deutschlands, VAD, beklagt das Energielabel für Neuwagen. Aus Millionen von Verkaufsgesprächen wüssten die Händler, dass dieses nutzlos sei. Die Kunden könnten damit nichts anfangen, die Einstufung in Kategorien sei unübersichtlich und schwer nachvollziehbar. Der Zwang zur Auszeichnung habe sich derweil aber zu einem willkommenen Anlass für Abmahnvereine wie die Deutsche Umwelthilfe entwickelt, den Handel mit Klagen zu überziehen. Nur ein Beispiel, und ob es in aller Konsequenz so stimmt, darf hinterfragt werden. Zweifellos verlieren belehrende, ideologisch erhobene Zeigefinger an Rückhalt in der Bevölkerung. Das Institut für Demoskopie Allensbach meldet, der Anteil derer, die sich große Sorgen über die Folgen des Klimawandels machen, sei seit 2022 von 51 auf 33 Prozent gesunken. Es müsste doch, sagt der gesunde Menschenverstand, einen pragmatischen Weg geben zwischen Ignoranz und Apokalypse. Vielleicht darf man dann sogar wieder streuen, wenn Glatteis ist.
