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26.11.2025 16:24 Uhr |

In den Bergen ist der globale Klimawandel noch stärker ausgeprägt als im Tiefland, und er \"hat sich auch stärker beschleunigt als vorhergesagt\". Das ist das Ergebnis einer Bestandsaufnahme der Wetterdaten zwischen 1980 und 2020, der soeben in \"Nature Reviews Earth & Environment\" veröffentlicht worden ist. Die Gruppe um Nick Pepin von der University of Portsmouth hat eine schon vor zehn Jahren publizierte Studie ergänzt, in der sie bereits den Nachweis erbrachte, dass es sich in den Gebirgen umso schneller erwärmt, je höher man steigt. Trotz erheblicher Datenlücken in zahlreichen Gebirgsregionen der Welt haben die Wissenschaftler nun versucht, die meteorologischen Trends mithilfe der vorliegenden Wetterstations- und Satellitenmessungen zu ermitteln. Besonders genau hingesehen hat man im Himalaya-Gebirge, den Alpen, den Anden und den Rocky Mountains. Ihr Fazit: Die Temperaturanstiege in allen alpinen Regionen sind - von regionalen Besonderheiten abgesehen - sind ähnlich. Was zeigt, dass die globale Erwärmung jeden Winkel, auch die höchstgelegenen, längst erreicht hat. Im globalen Mittel erwärmen sich die Gebirge um 0,21 Grad pro Jahrhundert schneller als die Tieflandgebiete, die sie umgeben. Und, durchaus erwartbar: Die Niederschläge ändern sich sehr deutlich - von Schneefall zu mehr Regen. Häufiger als noch vor vierzig Jahren würde das auch zu Extremregenfällen führen, die gefährlich große Wassermengen in die Täler entlassen. In Pakistan waren jüngst rund tausend Bergbewohner von ungewöhnlich starken Fluten getötet worden. Auf der anderen Seite kommt es offenbar immer ausgeprägter auch zu einer Art \"Gebirgsdürre\" - die geringeren Schneemengen und schwindenden Gletscher sorgen dafür, dass die Wasserreservoire in höheren Regionen schrumpfen. Eine Milliarde Menschen, die sich weltweit vom abfließenden Wasser aus den Bergen mit Trinkwasser versorgen, seien unmittelbar von diesen Veränderungen betroffen.