Letztlich gilt das für alle Medien, auch für klassische: Es kommt auf den Inhalt an. Und auf denjenigen, der liest, sieht oder hört. Und schließlich darauf, was er daraus macht. Neu ist der im Grunde schrankenlose Zugriff auf Inhalte aus aller Welt. Man kann immer darüber streiten, was genau pädagogisch wertvoll ist. Unbestreitbar liefert das Netz auch höchst Destruktives: Anleitungen zum Bombenbau und Plattformen zur Verabredung für Terror. Es überrascht nicht, dass gerade Kinder und Jugendliche hier verführt werden können; dass „soziale“ Kanäle süchtig machen können, ist kein Geheimnis. Nur eine Frage der Zeit Es war deshalb nur eine Frage der Zeit, was nun herausgefunden wurde, dass Kinder zur Extremistenszene gehören und sich in einer „Terrorgram-Szene“ vernetzen, mit erschreckenden Inhalten. Oft sind diese Kinder psychisch krank, wurden in der Schule gemobbt. Was aber die Regel ist: ein Elternhaus, das sich nicht um die Kinder kümmert. Doch stehen zuerst die Eltern in der Verantwortung, nicht zuletzt durch ihr eigenes Vorbild. Aber auch der Staat und seine Einrichtungen. Die allgemeine Schulpflicht kann Erziehung nicht ersetzen, aber sie hat erst recht nicht den Zweck, Versäumnisse und Fehlentwicklungen wie die Cybersucht noch zu verstärken. Andere Suchtmittel sind ja auch nicht geduldet. Und schließlich sind die Nutzung von Quellen, die Beurteilung von Inhalten und soziales Lernen eine uralte Herausforderung.
