Die Eheleute Katie und Stephen Miller arbeiten Hand und Hand und betreiben, wenn man so will, ein florierendes politisches Familienunternehmen. Sie unterhält seit einem halben Jahr den „Katie Miller Podcast“, er ist stellvertretender Stabschef im Weißen Haus. Sie war Sprecherin von Elon Musks Abrisstruppe „DOGE“, er ist der Spiritus Rector der knallharten Einwanderungspolitik der Regierung Trump. Sie postet, kaum dass der US-Angriff in Caracas vorüber ist, eine Karte, die Grönland in den Farben der US-Flagge zeigt und schreibt in Großbuchstaben dazu: „Bald“. Daraufhin erklärt er im Gespräch mit CNN, dass die Einnahme Grönlands keine große Sache und unbedingt vonnöten sei – und schildert, wie das laufen könne. Katie und Stephen Miller sind ein MAGA-Traumpaar Die Millers sind ein ultrakonservatives Power-Couple ganz nach Donald Trumps Geschmack. Katie Miller inszeniert sich als „MAGA-Mom“, als behütende Mutter, Herrin des Hauses und hingebungsvolle Ehefrau, die vor Stolz auf ihren Mann platzt (in ihrem X-Account preist sie ihn alle paar Tage als Heilsbringer und Patriot mit Superkräften). Zugleich demonstriert sie, wie die Frauen mit dem „Mar-a-Lago-Face“ in der ersten Reihe, etwa die Heimatschutzministerin Kristi Noem, äußerste Härte. Die legte Katie Miller schon während Donald Trumps erster Amtszeit als stellvertretende Pressesprecherin im jetzt von Noem geführten Ministerium an den Tag. Mit der Trennung von Familien Geflüchteter an der Grenze habe sie kein Problem, wird sie von dem Journalisten Jacob Soboroff in seinem im Jahr 2020 erschienenen Buch „Separated: Inside an American Tragedy“ zitiert. Das Ministerium habe sie an die Grenze geschickt, „um die Trennungen selbst zu sehen – um mich mitfühlender zu machen – aber es hat nicht funktioniert“. Was funktionierte und Katie Miller nicht mitfühlender machte, hatte ihr Mann Stephen, den sie im Februar 2020 heiratete, konzipiert, und als Vertrauensmann und Redenschreiber des Präsidenten auch dafür gesorgt, dass die damalige Heimatschutzministerin Kirstjen Nielsen, die den Hardlinern im Weißen Haus als zu „weich“ galt, nach anderthalb Jahren im Amt im April 2019 zurücktrat. Die Familientrennungen seien dazu gedacht gewesen, Flüchtlinge zu schocken, sagte Katie Miller, genauso wie den US-Kongress, um dort eine Verschärfung des Einwanderungsrechts zu erreichen. Nun also der nächste Streich, den Stephen Miller bei CNN als Sachwalter Trumps ganz kühl erklärte. Niemand werde „wegen der Zukunft Grönlands militärisch gegen die Vereinigten Staaten kämpfen. Das ergibt keinen Sinn“, sagte er. Dass die USA Grönland „haben“ wollten, habe Donald Trump seit Langem deutlich gemacht. Als wichtigstes Mitglied der NATO brauchten die USA Grönland, um die Arktis zu sichern, es sei gar nicht nötig, über eine militärische Intervention zu reden. Und wieso habe Dänemark überhaupt ein Anrecht auf Grönland als – „Kolonie“? Dänemark soll Grönland Miller zufolge also wohl freiwillig abgeben. So begegnet er der Warnung der dänischen Regierungschefin Mette Frederiksen, die gesagt hatte: „Wenn die USA ein anderes NATO-Land angreifen, dann hört alles auf.“ Groß „angreifen“ müssten die USA Grönland wohl nicht einmal. Es würde reichen, amerikanische Truppen auf die schon bestehende Militärbasis Pituffik zu verschieben. Den Rest könnte Trumps neuer Sondergesandter für Grönland, Jeff Landry, besorgen. Mit dem westlichen Verteidigungsbündnis, der NATO, wäre es dann vorbei. Wann das geschieht? „Bald“, schreibt Katie Miller frohgemut.
