FAZ 17.02.2026
16:36 Uhr

Kater feiert Jubiläum: Premierminister kommen und gehen – doch Larry bleibt


Schon seit 15 Jahren lebt Kater Larry in der Downing Street Nummer 10 – und hat seither einige Premierminister miterlebt. Sogar die Website des Regierungs­sitzes verzeichnet ihn als offiziellen Bediensteten.

Kater feiert Jubiläum: Premierminister kommen und gehen – doch Larry bleibt

Ein fünfzehnjähriges Dienstjubiläum ist seit mehr als 200 Jahren keinem Hausherrn in der Downing Street Nummer 10 vergönnt gewesen; der letzte, der dort über eine längere Zeit seine Dienstadresse hatte, war ­William Pitt der Jüngere, der 1783 erstmals zum Premierminister ernannt worden war. Nun aber hat die Regierungszentrale dem Chef-Mäusejäger Larry the Cat zu einer entsprechend langen Dienstzeit gratuliert. Die grauweiß gefleckte und grau getigerte ­Katze trat ihre Funktion an der Downing Street in der Regierungszeit von David Cameron an, dem seither fünf weitere Premierminister im Amt folgten. Larry wurde damals vom Tierheim in Battersea aus engagiert. Er erlangte in seiner langen Zuständigkeit für die Mäusejagd an der engen Sackgasse im Regierungsbezirk Westminster weniger seiner Jagderfolge wegen Berühmtheit, sondern weil er zum beliebten Foto- und ­Kameramotiv für viele Journalisten wurde. Wenn sie oft stundenlang vor der berühmten schwarzen Tür von Nummer 10 ausharrten, um auf ­Ankündigungen der Regierung zu warten oder den Empfang auslän­discher Staatsgäste zu filmen, trat Larry häufig als Unterhaltungs­künstler und Ersatzmotiv in Erscheinung, marschierte auf die Treppen­stufen der Eingangstür zu, leckte und reckte sich und verschwand wieder. Sein schwarz-weiß gefleckter Kollege und Konkurrent Lord Palmerston, der nebenan im Gebäude des Foreign ­Office Dienst tat, verendete kürzlich im Ruhestand auf Bermuda. Larry schickte einen Kondolenzgruß. Sogar die Website des Regierungs­sitzes verzeichnet Larry als offiziellen Bediensteten. Es heißt dort, seine Pflichten bestünden aus der Begrüßung von Gästen und daraus, „antike Möbel daraufhin zu prüfen, ob sie sich für ein Nickerchen eigneten“. Während einige Vorgänger im Amt des Chef-Mausers eine staatliche Apanage bekamen, werden seine Unterhaltskosten von Spenden und Zuwendungen der Angestellten des Regierungssitzes bestritten.