FAZ 25.11.2025
16:18 Uhr

Kanal grün gefärbt: Klimaaktivisten um Greta Thunberg erhalten Einreiseverbot für Venedig


Greta Thunberg und weitere Klimaaktivisten haben den Canal Grande in Venedig grün eingefärbt – als Reaktion auf die Ergebnisse des Weltklimagipfels. Sie mussten die Stadt verlassen und erhalten eine Geldstrafe.

Kanal grün gefärbt: Klimaaktivisten um Greta Thunberg erhalten Einreiseverbot für Venedig

Ein seltsamer Anblick hat sich den Einwohnern und Besuchern der Stadt Venedig am Wochenende geboten. Denn der Canal Grade, eine der bekanntesten Attraktionen der Stadt, zeigte sich in einem giftgrünen Farbton. Verantwortlich dafür war die Klimaaktivismus-Gruppe „Extinction Rebellion“, die mit der grünen Farbe nach eigenen Angaben auf die Ergebnisse des Weltklimagipfels in Belém reagierte. Banner an der Rialto-Brücke Bei der Aktion anwesend war auch Greta Thunberg. Dazu entrollten die Aktivisten ein Banner mit dem Schriftzug „Fermare L'Eccocido“ von der Rialto-Brücke, auf Deutsch „Stoppt den Ökozid“. Als Strafe mussten die insgesamt 36 Aktivisten Venedig verlassen und wurden mit einem 48-stündigen Einreiseverbot belegt. Zusätzlich wurde eine Geldstrafe von 150 Euro gegen sie verhängt. Das berichtet unter anderem die britische Zeitung „Daily Mail“. Ob der Farbstoff schädlich für die Umwelt ist, ist noch nicht klar. Laut Medienberichten soll dies nicht der Fall sein. Der Gouverneur der Region Venetien, Luca Zaia, sprach davon, dass die Aktion „Folgen für die Umwelt haben könnte“. Nähere Angaben zu dem Farbstoff machte er nicht. Auf ihrer Internetseite schreibt der italienische Ableger von „Extinction Rebellion“: „Der visuell eindrucksvolle Protest wurde mit Fluorescein durchgeführt, einem völlig harmlosen Natriumsalz, das Höhlenforscher und Taucher regelmäßig zur Überwachung von Strömungen in Flüssen verwenden.“ Luca Zaia nannte den Protest eine „respektlose Geste gegenüber der Stadt, ihrer Geschichte und Fragilität“ und warf Thunberg und den Aktivisten vor, sich selbst in den Mittelpunkt zu drängen statt „das Bewusstsein für die Umwelt zu schärfen“. In roten Gewändern und mit weißen Masken, die an den venezianischen Karneval erinnerten, zogen die Aktivisten schweigend durch die Lagunenstadt. Abgesehen von Venedig gab es auch Proteste in anderen italienischen Städten wie Bologna, Mailand, Parma oder Turin.