Die Zahl der antisemitischen Vorfälle im Jüdischen Museum in Frankfurt hat weiter zugenommen. Im Jahr 2025 erstattete das Museum deshalb insgesamt 31 Strafanzeigen. 53 Vorfälle wurden gegenüber der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (RIAS), die judenfeindliche Übergriffe in ganz Deutschland dokumentiert, gemeldet. Das ist eine weitere Steigerung gegenüber den sowieso schon hohen Zahlen des Jahres 2024: Damals wurden elf Strafanzeigen gestellt und 33 Vorfälle gemeldet. Noch einmal deutlich angestiegen sind laut der Museumsleitung volksverhetzende Äußerungen und das Hinterlassen von nationalsozialistischen Symbolen im Gebäude sowie auf den Social-Media-Plattformen des Museums. Registriert wurde außerdem ein Anstieg von israelbezogenem Antisemitismus auf Social Media und von Vandalismus im Außenraum. Acht Prozent mehr Besucher gegenüber dem Vorjahr Positiv wertet das Jüdische Museum dagegen den Anstieg der Besucherzahlen: Rund 90.000 Menschen haben das Museum und seine Filiale Museum Judengasse, den Gewölbekeller „Goldener Apfel“ und die Erinnerungsstätte an der Großmarkthalle im vergangenen Jahr besucht. Mitgezählt wurden außerdem Teilnehmer von Angeboten im Stadtraum und von Bildungsangeboten an Schulen, Horten und Kindertagesstätten. Insgesamt liegt der Zuwachs im Vergleich zum Jahr 2024 bei etwa acht Prozent. Menschen, die das Museum wegen des Restaurants, der Buchhandlung oder der Bibliothek aufgesucht haben, wurden in der Statistik nicht berücksichtigt. 2026 wird das Jüdische Museum zwei große Sonderausstellungen zeigen: die Schau „Mishpocha. The Art of Collaboration“, die Mitte April eröffnet, entsteht in Zusammenarbeit mit dem New Yorker Musiker Mike Diamond von der Band Beastie Boys. Im Rahmen der multimedialen Ausstellung laufen auch Hiphopworkshops, Konzerte und Performances in der Frankfurter Innenstadt. Wellbeing-Angebote werden ins Programm aufgenommen Von Mitte November an widmet sich dann eine Wechselausstellung dem Werk der bekannten Fotografin Gisèle Freund. In ihr werden auch Teile der Sammlung Freund aus dem Nachlass von Hans Puttnies, die das Museum im Dezember 2022 erworben hat, zu sehen sein. Außerdem ist eine kleinere Ausstellung zu dem weitgehend vergessenen impressionistischen Künstler Armin Stern geplant, der an der Frankfurter Städelschule studiert hatte. 1933 ging er ins Exil, zunächst nach Bratislava, bis er 1938 ein Einreisevisum für die Vereinigten Staaten erhielt, wo er in New York lebte. Ganz neu im Programm des Jüdischen Museums sind sogenannte Wellbeing-Angebote. Veranstaltet werden etwa Back- und Kochworkshops, gruppenanalytische Gesprächskreise, Yogakurse und Spieleabende. Sie sollen die Besucher „angesichts der multiplen Krisen unserer Zeit stärken“, das Museum werde dadurch auch zu einem „Ort der Regeneration“.
