Klingt nach einem guten Plan: Um sich das Lösen eines Parkscheins am Abend selbst zu sparen und so vielleicht auch ein bisschen Zeit, bietet der Onlineshop des Ticketanbieters an: „Buchen Sie Ihren Parkplatz dazu!“ Man schluckt ordentlich, wenn man ihn in den Warenkorb klickt: 12,50 Euro für zwei Stunden abendliches Parken am Stadtrand, das ist sogar für Frankfurter Verhältnisse schon jenseits von Gut und Böse. Aber, denkt man sich, dann geht es vielleicht ein bisschen schneller mit der An- und Abreise. Man hat schließlich das Kind dabei, ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk. Wider Erwarten gab es keinerlei Option auf einen Kinderpreis. Nur wenige Veranstalter, ist im Programm zu sehen, bieten diese Möglichkeit. Kein günstiges Vergnügen, aber man zahlt es gern, schließlich ist Live immer eine tolle Sache, auch für Kinder. Es sind viele da an diesem Abend – obwohl am nächsten Morgen wieder Schule und Kita ist. Es ist ein Publikum aus Fans, die nicht so aussehen, als gäben sie für viele andere Dinge ebenso viel Geld aus wie für diesen Abend. Ein zweites Mal aber darf man sich an der Pfaffenwiese in Frankfurt-Höchst ärgern, wenn man dann doch in einer ellenlangen Autoschlange steht und an einem Schild neben dem Parklotsen lesen darf: Parkgebühr acht Euro. Der Online-Service erhebt offenbar eine teure und gut versteckte Zusatzgebühr. Gut versteckte Mehrkosten Deutlich weniger versteckt geht es weiter, der zwar sehr freundliche Einlass durchleuchtet jedes Täschchen. Aus „Sicherheitsgründen“ darf weder die durchsichtige Box mit dem Pausensnack des Kindes noch die Trinkflasche mit Wasser mit. Wer mag, darf sie am Eingang deponieren. Beim Verlassen der Vorstellung steht eine Phalanx von Flaschen da, viele mit kindgerechten Mustern und Verschlüssen. Man wird auf den Pausenverkauf verwiesen. Das Glas Wasser im Plastikbecher des Veranstaltungsortes kostet 4,30 Euro. Den darf man nicht nur bei Popkonzerten mit in den Saal nehmen, wo schon in den ersten Minuten munteres Gepolter einiger umgeworfener Getränke sich lieblich in die klassische Musik mischt. Wer die eigene Flasche zurück ins Auto bringt, muss zwar noch einmal mit dem Ticket anstehen, kann aber die Gelegenheit nutzen, doch die Jacke im Auto zu lassen. Immerhin verlangt die Garderobe drei Euro. Das lässt sich gut studieren, denn vor der Toilette, zumal der Damen, steht man lang in Höhe der Garderobieren: Es gibt für die 4800 Quadratmeter große Halle nicht so viele sanitäre Anlagen. Das hat man vor mehr als 60 Jahren nicht bedacht. Über die Jahrhunderthalle im Frankfurter Stadtteil Höchst lässt sich dennoch viel Gutes sagen. Ein Glück, dass es diese Riesenhalle, zum Hundertjährigen der damaligen Hoechst AG erbaut, gibt. Sie ist ein höchst interessantes Stück Architektur und seit 1963 gibt es dort Konzerte, Ballett, Musical, mittlerweile vor allem Pop, Rock und Comedy. Die Halle hat Krisen überstanden, leichter ist das Unterhaltungsgeschäft nicht geworden. Fragt sich nur, ob es da so klug ist, diejenigen, die gern und ausnahmsweise viel Geld für ein Ticket ihres Stars zahlen, auch sonst derart zu rupfen.
