Nach der Verhaftung mehrerer iranischer Politiker aus dem sogenannten Reformlager sind mindestens drei von ihnen wieder auf freiem Fuß. Asar Mansuri, Ebrahim Asgharsadeh und Dschawad Emam seien gegen Kaution aus der Haft entlassen worden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Irna am Samstag. Die Politiker waren vor einigen Tagen wegen kritischer Äußerungen im Zusammenhang mit den Massenprotesten Anfang Januar festgenommen worden. Auch Irans Präsident Massud Peseschkian gehört dem sogenannte Reformlager an. Laut der Nachrichtenagentur Fars soll er sich für die Freilassung der Politiker eingesetzt haben. In Iran gibt es seit Jahren keine politische Kraft mehr, die von der Protestbewegung als glaubwürdige Opposition anerkannt wird. Auch die Reformer gelten unter Demonstranten als Teil des islamischen Herrschaftssystems, der keine grundlegenden politischen Änderungen bewirken kann. 100.000 Demonstranten in München erwartet In München wollen an diesem Samstag zehntausende Menschen gegen die Regierung im Iran protestieren. Zu einer Großdemonstration auf der Münchner Theresienwiese erwarten die Organisatoren 100.000 Teilnehmer. Noch offen ist, ob der Sohn des 1979 gestürzten Schahs, derin den USA lebende Reza Pahlavi, bei der Kundgebung sprechen wird. Pahlavi ist Gast der Münchner Sicherheitskonferenz an diesem Wochenende. Dort rief er US-Präsident Donald Trump dazu auf, dem iranischen Volk zu helfen. „Es ist Zeit, die Islamische Republik zu beenden. Dies ist die Forderung, die aus dem Blutvergießen meiner Landsleute widerhallt“, sagte Pahlavi am Samstag. Trump hält einen Machtwechsel in Iran für wünschenswert. Auf eine entsprechende Frage eines Reporters sagte er am Freitag nach dem Besuch eines US-Militärstützpunktes im Bundesstaat North Carolina: „Das scheint das Beste zu sein, was passieren könnte“. Auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj forderte in München ein Ende der Mullah-Herrschaft im Iran. „Regime wie die in Iran darf man nicht mehr Zeit geben“, sagte Selenskyj am Samstag. „Wenn sie Zeit haben, dann töten sie nur noch mehr“, fügte er hinzu. „Sie müssen sofort gestoppt werden.“ Dabei verwies Selenskyj auf die kontinuierliche Lieferung iranischer Drohnen an Russland. Mit diesen Waffen würden Menschen getötet, vor allem in der Ukraine, und es werde Infrastruktur zerstört. Nach Informationen des Nachrichtenportals „Axios“ wird eine neue Verhandlungsrunde über Irans Atomprogramm am Dienstag in Genf erwartet. Auf die Frage, was der Iran tun könne, um einen US-Angriff zu vermeiden, sagte Trump: Wenn „sie uns den richtigen Deal geben, werden wir das nicht tun.“ Bisher habe der Iran viel geredet, aber nichts getan, sagte Trump.
