Bei der Intendantenwahl im ZDF am Freitag kommender Woche steht doch nur ein Kandidat parat – der Amtsinhaber Norbert Himmler. Die Journalistin Floria Fee Fassihi, die gerade erst vorgeschlagen worden war, zieht ihre Kandidatur zurück. Das teilte die Geschäftsführung des Fernsehrats am Donnerstagnachmittag mit. Somit trete zum Wahltermin nur ein zugelassener Kandidat an, hieß es weiter. Es bleibe dabei, dass bis zu drei ordentliche Wahlgänge stattfinden können. Gewählt sei ein Kandidat, der drei Fünftel der Stimmen (36 Stimmen) der gesetzlichen Mitglieder des Fernsehrates auf sich vereinige. Die Wiederwahl ist damit so gut wie sicher Das erweiterte Präsidium des Fernsehrats hatte den 60 Mitgliedern zuvor sieben Bewerbungen zukommen lassen. Zum Kandidaten wird ein Bewerber aber erst, wenn ein Fernsehratsmitglied sie oder ihn vorschlägt. Der einzige Vorschlag lautet nun auf – Norbert Himmler. Seine Wiederwahl wird zum formalen Akt. Bei seiner ersten Wahl hatte Himmler im Juli 2021 noch eine ernste Gegenkandidatin gehabt – die Leiterin der ARD-Hauptstadtstudios, Tina Hassel. Gegen sie setzte sich Himmler erst im dritten Wahlgang durch, zu dem Hassel nicht mehr antrat, nachdem sie in den beiden Wahlgängen zuvor achtbare Ergebnisse erzielt hatte. Im ersten Wahlgang hatte sie 24, Himmler hatte 34 Stimmen erhalten, bei zwei Enthaltungen. Im zweiten Wahlgang war Tina Hassel sogar auf 28 Stimmen gekommen, Norbert Himmler auf 32. Darin dokumentierte sich der Widerstreit zwischen dem „roten“ und dem „schwarzen“ Lager im Fernsehrat. Davon wird bei der anstehenden Wahl nichts mehr zu sehen sein. Dokumentieren könnte sich in einem schwachen Ergebnis allenfalls Kritik an Himmlers Amtsführung, dessen Sender in der letzten Zeit für reichlich negative Schlagzeilen gesorgt hatte, etwa durch den Beitrag mit KI-Fake-Aufnahmen im „heute journal“.
