Die Grippe ist nicht nur in Frankfurt angekommen – und das früher als in den vergangenen Jahren. Wie das Gesundheitsamt der Stadt mitteilt, wurden seit Beginn der Wintersaison der Influenza Ende September 283 Influenzafälle gemeldet. Im Vorjahr waren es in diesem Zeitraum 128. Auch die Grippewelle hat nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) Deutschland früher als in den vorherigen Jahren erreicht: Normalerweise beginne die Grippewelle meist um den Jahreswechsel herum und dauere etwa drei bis vier Monate, heißt es vom RKI. In diesem Jahr allerdings habe die Grippewelle bereits Ende November begonnen, also zwei bis drei Wochen früher. Nicht nur in Deutschland, auch im europäischen Raum sowie in Teilen des südostasiatischen Kontinents zeigt sich laut Stadt ein verfrühter Beginn der Grippewelle. Das RKI spricht von einer Grippewelle, wenn in mindestens jeder fünften Probe von Patienten mit Atemwegsinfektionen Influenza-A- oder -B-Viren nachgewiesen werden. Als Grippesaison wird der Zeitraum bezeichnet, in dem die Grippeviren hauptsächlich zirkulieren. Auf der nördlichen Halbkugel ist das demnach üblicherweise zwischen Anfang Oktober und Mitte Mai. Neue Influenza-Subklade K treibt Infektionen voran Die Zahl akuter Atemwegserkrankungen wie Influenza und Covid-19 ist dem RKI zufolge auf hohem Niveau. So geht das Institut für die Woche vom 8. bis 14. Dezember von etwa 7,1 Millionen Erkrankungen aus, unabhängig von einem Arztbesuch. Die Zahl übermittelter Influenzafälle stieg demnach deutlich: Sie verdoppelte sich im Vergleich zur Vorwoche etwa. Hauptsächlich wurden Influenza-A- und -B-Viren nachgewiesen, gefolgt von SARS-CoV-2 sowie Rhinoviren. Unter den Influenzaviren wurden demnach bisher vor allem Influenza-A(H3N2)- und -A(H1N1)pdm09-Viren nachgewiesen, wobei A(H3N2)-Viren überwiegen. Diese Influenzavariante, nämlich A(H3N2), könnte laut dem Europäischem Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten für den Anstieg der Infektionen verantwortlich sein. Denn diese Subklade K, eine Untervariante des A(H3N2)-Virus, kann zuvor aufgebauter Immunität durch Antikörper ausweichen und so viele Menschen infizieren, die sich bereits mit der H3N2-Variante angesteckt hatten oder haben impfen lassen. Während sich eine Erkältung meist langsamer entwickelt, kommen die für eine Grippeinfektion typischen Symptome wie Fieber und Kopf- oder Muskelschmerzen plötzlich. Später kommt häufig trockener Reizhusten hinzu. Manche Infektionen verlaufen aber auch milder oder sogar ganz ohne Symptome. Nach fünf bis sieben Tagen ist eine Grippeerkrankung meist überwunden, aber der Husten kann auch darüber hinaus andauern. Influenza wird schnell übertragen Übertragen wird die „echte Grippe“, wie die Influenza auch genannt wird, laut Bundesgesundheitsministerium durch Tröpfchen, etwa beim Niesen, Husten oder Sprechen. Außerdem könne man sich durch Händeschütteln, über Türgriffe oder andere Gegenstände anstecken. Laut Bundesgesundheitsministerium bieten Kombischnelltests eine erste Orientierung, wenn Erkältungssymptome bestehen, da sie auf verschiedene Erkältungsviren testen können. Ein positiver Schnelltest während einer Grippewelle habe „generell eine hohe Aussagekraft“, ein negativer Test schließe eine Influenzainfektion aber nicht aus. Bei Verdacht auf eine Grippeerkrankung oder bei einem positiven Schnelltest solle vor allem dann ein Arzt hinzugezogen werden, wenn bereits andere Erkrankungen oder ein erhöhtes Risiko bestehen. Impfungen können schützen Säuglinge, Kleinkinder, Ältere und Menschen mit Vorerkrankungen haben laut Frankfurter Gesundheitsamt ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf. Dieser könne lebensgefährlich werden. Die Zahl der Todesfälle durch eine Grippeinfektion kann laut RKI stark schwanken. Das Institut spricht von mehreren Hundert bis mehr als 25.000 Todesopfern in der Grippesaison 2017/18. Um sich und seine Lieben nicht nur rund um die nahenden Feiertage vor einer Infektion zu schützen, empfiehlt das Gesundheitsamt Frankfurt, sich regelmäßig die Hände zu waschen, in die Armbeuge zu niesen und zu husten, sowie regelmäßiges Stoßlüften. An Orten mit vielen Menschen wie etwa in öffentlichen Verkehrsmitteln könne eine Maske schützen. Wer selbst Symptome einer Erkältung oder Grippe zeige, schütze andere, wenn er eine Maske trage, so die Behörde weiter. Experten raten außerdem, sich gegen Influenza impfen zu lassen. Das sollte laut Frankfurter Gesundheitsamt am besten zu Beginn der Grippesaison geschehen, denn es dauere etwa zwei Wochen, bis der Körper ausreichend Antikörper gebildet habe. Aber auch eine spätere Impfung könne noch sinnvoll sein. Weil sich die Grippeviren ständig verändern, muss die Impfung jedes Jahr aufgefrischt werden. Die Ständige Impfkommission empfiehlt die jährliche Impfung unter anderem Personen von 60 Jahren an, Schwangeren, chronisch Kranken und Menschen mit Immunschwäche sowie medizinischem Personal und Bewohnern von Alten- und Pflegeheimen. Trotz der neuen Subklade K ist laut dem Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten eine Impfung sinnvoll. „Selbst wenn der Impfstoff den aktuell zirkulierenden Grippestamm nicht optimal abdeckt, kann die Impfung vor schweren Krankheitsverläufen schützen, was besonders für Menschen mit einem erhöhten Risiko für Komplikationen wichtig ist“, sagt auch Peter Tinnemann, Leiter des Frankfurter Gesundheitsamtes. „Außerdem zirkulieren im Verlauf einer Grippesaison häufig unterschiedliche Virus-Subtypen.“ In der Impfsprechstunde des Gesundheitsamtes könne man sich beraten und impfen lassen. Termine nach vorheriger Absprache seien am 23. Dezember noch möglich.
