FAZ 29.01.2026
11:09 Uhr

ICE-Beamte bei Olympia: „Eine furchterregende Botschaft an die Welt“


Die Bürgermeisterin von Los Angeles kritisiert die geplante Entsendung von ICE-Beamten nach Italien. Und vor der bevorstehenden Fußball-WM richtet sie eine Forderung an das Weiße Haus.

ICE-Beamte bei Olympia: „Eine furchterregende Botschaft an die Welt“

Die Bürgermeisterin von Los Angeles hat die US-Regierung dazu aufgefordert, den potenziellen Besuchern der Fußball-WM mögliche Ängste zu nehmen. „Wir müssen der Welt ein besseres Gesicht zeigen, dass wir Menschen willkommen heißen, dass sie keine Probleme mit der Einreise haben werden“, sagte Karen Bass am Mittwoch bei einer Veranstaltung des lokalen WM-Organisationskomitees. Das demokratische Stadtoberhaupt fügte hinzu, „diese Botschaft muss auch aus dem Weißen Haus kommen. Sie sind diejenigen, die diese Botschaft senden müssen.“ Bass traf ihre Aussagen vor dem Hintergrund der Unruhen in Minneapolis, wo die Einheiten der Polizeibehörde ICE zwei Menschen erschossen haben. Zu Beginn der Woche wurde zudem bekannt, dass ICE-Beamte zu den Olympischen Spielen nach Norditalien reisen werden. Tilman J. Fertitta, US-Botschafter in Italien, sagte am Mittwoch, diese nähmen eine „beratende“ Rolle ein. Bass dagegen bezeichnete die Entsendung der ICE-Beamten als „sehr beängstigend. Es sendet eine sehr furchterregende Botschaft an die Welt.“ Deutschlands Nationalspieler Leon Goretzka derweil blickt der WM trotz aller Diskussionen positiv entgegen. „Natürlich bekomme ich die politischen Debatten mit“, sagte der Profi von Bayern München der „Zeit“ und ergänzte: „Ich gehe dennoch davon aus, dass es ein großartiges Turnier wird. In Amerika wird die Welt zu Gast sein. Das Turnier wird den Fußball dort voranbringen und viele Menschen überzeugen, dass es ein unfassbar geiles Spiel ist.“ Die USA sind gemeinsam mit Kanada und Mexiko Gastgeber der Weltmeisterschaft mit 48 Mannschaften, sie richten 78 der 104 Spiele aus.