Selten sind sich Whoopi Goldberg und ihre Mitmoderatorinnen der Talkshow „The View“ so einig gewesen. „Sie haben einen Mann ermordet“, fasste die Siebzigjährige die Schüsse von Beamten der amerikanischen Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) zusammen, durch die Alex Pretti am Samstagmorgen (Ortszeit) in Minneapolis starb. „Jeder kann sehen, dass es Vorsatz war“, ließ Goldberg am Montag während der ersten Sendung nach dem Tod des 37 Jahre alten Krankenpflegers wissen. Ihre Mitmoderatorin Ana Navarro, Politikberaterin aus Nicaragua und bei Debatten oft ein Gegenpol der Oscar-Preisträgerin, stimmte zu. „Die amerikanische Regierung tut etwas, das ich noch nie über sie gesagt habe: Sie belügt die Bürger, sie belügt das Volk“, verwies die Vierundfünfzigjährige auf die Darstellung der Regierung Trump, der mit einer halbautomatischen Handfeuerwaffe ausgestattete Pretti sei während der Proteste in Minnesota in Notwehr erschossen worden. Auch Sara Haines, ebenfalls ein bekanntes Gesicht bei „The View“, teilte gegen ICE, eine Behörde des Ministeriums für Heimatschutz, aus. „Es gibt auch gute Beamte bei ICE, aber im Moment rekrutiert die Behörde Leute, deren Bildwelt von Ballerspielen stammt“, bemühte sich die 48 Jahre alte Moderatorin um Differenzierung. Sie tragen Pins mit dem Slogan „ICE out“ Wie erwartet, hatten sich in den Tagen zuvor schon viele Filmschaffende auf den roten Teppichen des Filmfestivals Sundance über das „Killing of Alex Pretti“ empört. Die israelisch-amerikanische Schauspielerin und Produzentin Natalie Portman forderte das „Ende der ICE-Brutalität“. Olivia Wilde, die in den Bergen von Utah ihre Komödie „The Invite“ vorstellte, verglich die Grenzschützer derweil mit einer „kriminellen Organisation“. „Wenn wir als Filmschaffende etwas tun können, dann ist es, die Bewegung zu unterstützen, die ICE vertreiben will“, sagte Wilde, die wie Zoey Deutch und weitere Besucher des Filmfestivals einen Pin mit dem Slogan „ICE out“ trug. In den sozialen Medien riefen Natasha Lyonne und andere Schauspieler zudem zu einer Gedenkveranstaltung für Pretti und die Anfang Januar ebenfalls in Minneapolis von Bundesbeamten erschossene Renée Good auf. Zu den Teilnehmern, die sich am Sonntag auf der Main Street in Park City versammelten, gehörte Elijah Wood. „Pretti und Good sind in Minnesota rechtswidrig erschossen worden. Es ist fürchterlich“, sagte der „Herr der Ringe“-Darsteller dem Branchendienst Deadline. Nach dem Tod der beiden Demonstranten rief auch Jamie Lee Curtis aus Hollywood zu einem „nationalen Streik“ auf. Bei Instagram erinnerte die Oscar-Preisträgerin („Everything Everywhere All at Once“) zudem an Prettis und Goods Staatsangehörigkeit. „Sie waren Amerikaner und wurden von unserer Regierung erschossen!“, schrieb die Siebenundsechzigjährige. Mark Ruffalo („Poor Things“) machte für die tödlichen Schüsse „eine militärische Besatzungstruppe“ verantwortlich. Sein Schauspielkollege Pedro Pascal, bekannt für Filme wie „Gladiator II“ und „The Fantastic Four“, zitierte derweil bei Instagram den demokratischen Bürgermeister von New York, Zohran Mamdani, der ICE vorwarf, amerikanische Städte zu terrorisieren. Auch die für Kritik an der Regierung Trump bekannten Moderatoren Jimmy Kimmel und Stephen Colbert holten gegen die Beamten aus. „Diese schlecht ausgebildeten, beschämend geführten, maskierten Trottel begehen eine Gräueltat nach der anderen“, wetterte Kimmel in der Nacht zu Dienstag in der nach ihm benannten Talkshow. Nach Vorwürfen gegen ICE erinnerte Colbert derweil an Prettis Leben vor dem 24. Januar. „Als Krankenpfleger war er während der Corona-Pandemie an vorderster Front. Er war jemand, den Patienten nicht vergessen“, ließ er das Publikum wissen und holte gegen das Weiße Haus aus. „Trump will Furcht säen. Aber die Menschen antworten mit Gemeinsinn.“
