FAZ 26.11.2025
14:19 Uhr

Hohe Nachfrage, stabile Preise: Das Brennholz bleibt knapp


Was kostet Buchen- oder Eichenholz zum Heizen derzeit? Und gibt es noch genügend Vorrat in der Rhein-Main-Region? Ein Überblick.

Hohe Nachfrage, stabile Preise: Das Brennholz bleibt knapp

Die ganz besondere Wärme eines Holzofens steht bei vielen Menschen im Rhein-Main-Gebiet weiterhin hoch im Kurs, zumal so die Kosten für Gas- oder Ölheizungen reduziert werden können. Die Preise für Brennholz haben sich auf einem stabilen Niveau eingependelt, die Händler können die hohe Nachfrage bedienen. Wer sein Holz jedoch selbst machen möchte, sieht sich weiterhin mit einem engen Angebot konfrontiert. Viele Städte und Gemeinden begrenzen die Abgabemengen und ändern ihre Vergabeverfahren. Zudem müssen Kunden auf einige Besonderheiten achten. Brennholz: Schüttmeter, Festmeter oder Raummeter? Der bequemste Weg, um Brennholz zu kaufen, ist die Bestellung bei einem Händler. Das Brennholzwerk in Künzell bei Fulda wirbt im Netz mit dem Slogan „Wir bringen die Wärme zu Ihnen“ und liefert unter anderem nach Frankfurt, Wiesbaden, Hofheim und selbst bis nach Rüdesheim im Rheingau. Im Angebot ist etwa Premium-Buchenholz, das je nach Scheitlänge 132 bis 147 Euro je Schüttraummeter kostet. Zur Wahl stehen Scheitlängen von 20, 25, 33 oder 50 Zentimetern. Das Holz wird in einem Pack auf Paletten geliefert. Der Preisvergleich fällt dem Laien nicht immer leicht, denn es existieren unterschiedliche Lieferarten für Holz. So gibt es den Festmeter ohne Luftzwischenräume. Ein Festmeter Holz entspricht 1,4 Raummeter mit geringen Luftzwischenräumen, Holz mit größeren Zwischenräumen wird in Schüttraummetern geliefert. Zwei bis 2,3 Schüttraummeter sind ein Festmeter – ein Schüttraummeter ist daher etwa ein halber Festmeter. Kaminholz selbst machen oder bestellen? Manche Händler nennen ihre Preise aus Wettbewerbsgründen den Kunden erst auf Anfrage, wie etwa Michael Nöll von Taunus-Holz in Schmitten. Laut Nöll sind seine Preise in den vergangenen Jahren nicht gestiegen. Der Händler liefert unter anderem bis nach Oberursel, Bad Homburg, Bad Camberg und Idstein. Die Lieferung über Schmitten hinaus kostet im Umkreis von 30 Kilometern 45 Euro, gegen Aufpreis bringt er sein Holz auch nach Frankfurt und Wiesbaden. „Die Nachfrage bei uns ist immer sehr hoch, aber es ist auch genügend Holz da“, sagt Nöll und ergänzt: „Wir sind noch am Ausliefern und fahren jede Woche zwischen 20 und 25 Lieferungen zu unseren Kunden.“ Die Lieferfrist beträgt aktuell etwa zwei Wochen. Wesentlich günstiger, aber auch aufwendiger ist es für Käufer, Brennholz direkt von der Stadt oder aber dem Landesbetrieb Hessenforst zu kaufen. Wer sein Holz dann im Wald selbst auf die gewünschte Länge schneiden möchte, benötigt zwingend einen Nachweis, dass er mit der Kettensäge umgehen kann. Brennholz direkt aus dem Wald ist weiterhin sehr begehrt, daher wird es von vielen Kommunen nicht mehr in beliebiger Menge abgegeben. Die Förster bewirtschaften den Wald nachhaltig und lassen nur so viel Holz einschlagen, wie auch nachwächst. Viele Gemeinden begrenzen Bestellmengen In Taunusstein etwa hat die Stadtverwaltung ihr Abgabeverfahren für Buchenholz geändert, „um mit der sehr hohen Nachfrage verantwortungsvoll und fair umzugehen“, wie ein Stadtsprecher bestätigt. Buchenholz ist nur noch begrenzt verfügbar, da sich die Menge lediglich aus Durchforstungen und Baumfällungen zur Verkehrssicherheit ergibt. In der Vergangenheit konnte es passieren, dass Bürger gar kein Holz bekamen. Das soll künftig vermieden werden. Die Gesamtmenge an Brennholz wird auf alle Besteller verteilt, so dass zwar niemand leer ausgeht, es aber erheblich weniger Brennholz für einzelne Bürger geben kann. In der Stadt gibt es zudem einen Sonderfall: Im Frühjahr haben unbekannte Täter rund 60 Festmeter aus dem Wald gestohlen. Die Nachfrage wird nach Einschätzung des Sprechers weiterhin hoch bleiben, aber die Preise haben sich in den vergangenen drei Jahren nicht verändert: Laubholz kostet in diesem Jahr 60 Euro pro Festmeter, reine Eiche 50 Euro, Nadelholz 38 Euro. Zur Einordnung: Ein Schüttraummeter Eiche würde damit etwa 25 Euro kosten – nachdem er selbst eigenhändig gesägt und gehackt wurde. Brennholz: Früh anfragen lohnt sich Wer Holz bei der Kommune bestellt hat, muss oft bis weit ins nächste Jahr warten, um zu erfahren, wie viel er tatsächlich bekommt. In Oestrich-Winkel im Rheingau müssen sich die Bürger online beim Forst- und Holzkontor des Rheingau-Taunus-Kreises anmelden und haben wie auch die Bürger der anderen Kommunen noch bis zum 30. November Zeit, um ihr Holz zu ordern. Die Preise sind identisch. In Oestrich-Winkel beträgt die Mindestbestellmenge 2,5 Festmeter, maximal gibt es 15 Festmeter. In Taunusstein können Holzkäufer nur bis zu 7,5 Festmeter bestellen, in Hünstetten sind es höchstens zehn Festmeter. Die Höchstmengen sind damit von der jeweiligen Heimatgemeinde abhängig und Kunden dürfen auch nur dort bestellen, wo sie wohnen. Kunden können ihr Holz auch bei Hessenforst unter www.hessen-holz.de bestellen. Dabei handelt es sich um Holz aus dem Staatswald, die Preise und Abgabemengen variieren zum Teil. So kostet im Forstamt Wiesbaden-Chausseehaus im Revier Chausseehaus der Festmeter Buche 85 Euro, Birke gibt es für 70 Euro. In Eppstein im Main-Taunus-Kreis kostet die Buche ebenfalls 85 Euro, aber die Höchstbestellmenge ist auf fünf Festmeter begrenzt. Im Forstamt Hanau-Wolfgang von Hessenforst im Revier Gelnhausen gibt es gar keine Buche, Nadelholz kostet 30 Euro der Festmeter, Birke gibt es für 35 Euro. Die Höchstmenge beträgt fünf Festmeter. Im Revier Bad Camberg im Forstamt Weilmünster ist das Holz ausverkauft, ebenso wie im Forstamt Darmstadt im Revier Griesheim. Im Revier Hünfelden des Forstamtes Weilmünster gibt es noch Buche zu 85 Euro pro Festmeter, allerdings nur noch maximal fünf Festmeter. Aber: Die Gemeinde Hünfelden verkauft ebenfalls Brennholz aus ihren Wäldern über die Holzvermarktung Taunus-Westerwald GmbH Brennholz. Da auch in Hünfelden Holz knapp ist, schreibt die Gemeinde , dass, sollte es zu großen Nachfragen kommen, die Zuteilung nach dem Eingang der Bestellung vorgenommen wird. Leider könne man aber nicht garantieren, dass alle Bürger bedient werden. In Hünfelden kostet der Festmeter Buche 75 Euro. Die Bestellformulare des Forst- und Holzkontors Rheingau-Taunus sind im Internet abrufbar. Das Holzkontor mahnt insbesondere unerfahrene Kunden: „Aus unserer Erfahrung überschätzen manche Brennholzwerber ihren Festmeterbedarf und stehen dann vor nicht lösbaren Aufgaben. Zehn Festmeter sind 14 Raummeter.“ Volker Diefenbach (SPD) ist Bürgermeister von Heidenrod und damit der waldreichsten Gemeinde in Hessen. Er hatte bereits vor einem Jahr gewarnt: „Wir können nicht alle mit Holz heizen“. In diesem Jahr, so Diefenbach, ist Nachfrage wieder ähnlich hoch, aber die Gemeinde habe ausreichend Holz. Große Mengen von mehr als zehn Festmetern werden nach Auskunft des Bürgermeisters jedoch kaum noch bestellt.