FAZ 30.11.2025
15:59 Uhr

Hoffenheimer Aufschwung: Zwei erntende Österreicher


Beschimpfungen, ein Stadionverbot und eine Gerichtsverhandlung: In Hoffenheim geht es turbulent zu. Dabei ist das Spektakuläre auf dem Rasen zu sehen.

Hoffenheimer Aufschwung: Zwei erntende Österreicher

Wochenlang schien es rund um die TSG Hoffenheim, als ginge es weniger um den sehenswerten Fußball der frisch renovierten Mannschaft als vielmehr um den erbitterten Streit der Architekten des Klubs. Zwischen dem Mäzen Dietmar Hopp und seinem Freund, dem Spielerberater Roger Wittmann, auf der einen und dem Verein sowie der Geschäftsführung auf der anderen Seite. Ein Machtkampf mit wüsten Beschimpfungen, einem Stadionverbot, einer Gerichtsverhandlung und einer Protestaktion der Fans war eben ungewöhnlich viel Drama im sonst so beschaulichen Kraichgau. Doch nachdem zwei Geschäftsführer gehen mussten und der erkrankte Klubvorsitzende sein Amt niedergelegt hat, haben sich die übrig gebliebenen Führungsfiguren fürs Erste am Riemen gerissen. So rückt die Leistung der Mannschaft in den Fokus. Die erste Halbzeit beim 3:0 am Samstag gegen den FC Augsburg war ein Glanzstück mit spektakulärem Offensivfußball. Trainer Christian Ilzer und Sportgeschäftsführer Andreas Schicker, zwei Österreicher, die als Meistermacher von Sturm Graz kamen, beginnen zu ernten, was vor rund einem Jahr mit zunächst kaum sichtbaren Fortschritten gesät wurde. Also merke: Solange die Gärtner derart gute Arbeit leisten, können sich die Architekten ruhig streiten.