Der Ausdruck Servicewüste Deutschland ist nun auch schon 30 Jahre alt. In jener ist der Kunde für viele kein König, nur Durchreisender mit Duldungsstatus. Wasser gibt es meist nur gegen Formular, Orientierung selten kostenlos. Doch selbst in einer Wüste findet sich hin und wieder eine Oase, in diesem Fall magentafarben. In einem Land, in dem oft über schlechten Service geklagt wird, brechen wir für die Telekom eine Lanze. Für eine Steuererklärung benötigten wir die Festnetzabrechnungen aus dem Jahr 2024. Da der Versand auf Papier eingestellt wurde, wollten wir sie im Kundenportal herunterladen. Nur blöd, dass wir zu lange gewartet haben und Rechnungen nur noch ab Juni 2024 zur Verfügung standen. Kopien mussten her, für die die Telekom je Monatsdoppel 2,55 Euro, zuzüglich Mehrwertsteuer, verlangt. Das tut weh. Erst recht, wenn sie nach zwei Wochen immer noch nicht angekommen sind, die Kosten aber auf der nächsten Rechnung stehen. Eine Serviceoase So blieb nichts anderes übrig, als den Kundenservice zu kontaktieren. Weil das auch über Whatsapp geht, versuchten wir es darüber, ohne große Hoffnung. Zunächst kommunizierten wir mit einer freundlichen, aber Künstlichen Intelligenz, die im Frage-Antwort-Stil das Problem eingrenzte. Als klar wurde, dass die Sache zu komplex ist, leitete sie an ein Serviceteam weiter. Nur zwei Minuten später meldete sich Batuhan, ein echter Mitarbeiter. Er konnte feststellen, dass die Rechnungen an eine seit Jahren nicht mehr aktuelle Wohnadresse geschickt wurden. Eine Stunde später folgte von ihm im Chat der faire Vorschlag, die Rechnungskopien kostenfrei erneut an die aktuelle Adresse schicken zu lassen. Darüber hinaus bekämen wir einen 40-Euro-Gutschein, einlösbar im Shop oder verrechenbar mit einer Rechnung. Dieses schnelle und unkomplizierte Handeln verdient Lob. Deutschland ist also nicht immer eine Servicewüste, manchmal auch eine Serviceoase.
