FAZ 21.02.2026
11:34 Uhr

Hessen: Verdi ruft abermals zu Warnstreiks im Nahverkehr auf


Am Dienstag sind abermals ganztägige Warnstreiks im ÖPNV in mehreren hessischen Städten angekündigt. Darunter Frankfurt, Wiesbaden, Gießen, Marburg und Kassel. Hintergrund ist der Streit um Arbeitsbedingungen.

Hessen: Verdi ruft abermals zu Warnstreiks im Nahverkehr auf

Wegen erneuter Warnstreiks müssen sich die Pendler in Hessen abermals auf Fahrtausfälle und Verspätungen einstellen. Die Gewerkschaft Verdi hat im Tarifkonflikt der kommunalen Verkehrsbetriebe für diesen Dienstag in Frankfurt, Wiesbaden, Marburg, Kassel und Gießen zu weiteren ganztägigen Arbeitsniederlegungen bei Verkehrsgesellschaften aufgerufen. Der Streik beginnt laut Verdi jeweils mit der Frühschicht und dauert bis zum Ende der letzten Schicht, auch wenn diese bis zum Folgetag dauern sollte. Aufgerufene Betriebe seien die Stadtwerke Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main mbH (VGF), die Stadtwerke Gießen AG und die Marburger Verkehrsgesellschaft mbh (MVG) sowie die Kasseler Verkehrsbetriebe (KVG) und die Wiesbadener ESWE Verkehr. „Die Warnstreiks richten sich gegen die Bestrebungen der Arbeitgeberseite, kräftig bei tariflich vereinbarten Zulagen sparen zu wollen“, teilte die Gewerkschaft mit. Dies hätten die Arbeitgeber bei der dritten Verhandlungsrunde für den öffentlichen Personen-Nahverkehr in Hessen überraschend aufgebracht. „Konkret wollen sie eine tariflich vereinbarte Zulage zur Mitarbeitergewinnung mit künftigen Tariferhöhungen verrechnen.“ „Wir machen jetzt nochmal Druck“ Zudem solle eine ebenfalls tariflich seit langem gültige Aufstockung des Krankengelds gekürzt werden. „Wir machen jetzt nochmal Druck mit dem weiteren hessenweiten Streik“, sagte Verdi-Verhandlungsführer Jochen Koppel laut der Mitteilung. „Damit machen wir deutlich, dass wir entschlossen sind, keine tariflich erprobten Vereinbarungen zu opfern. Bei den Verhandlungen am Tag darauf erwarten wir von den Arbeitgebern, dass sie einsichtig sind und von ihren Vorhaben ablassen.“ Die ÖPNV-Verhandlungen werden von Verdi gleichzeitig in allen Bundesländern geführt. Es geht in Hessen nicht um die Gehälter der Beschäftigten, sondern um die Arbeitsbedingungen nach dem Manteltarifvertrag. Bei der nächsten Verhandlungsrunde am 25. Februar soll es schwerpunktmäßig um die Eingruppierung von Tätigkeiten gehen, wie Verdi-Gewerkschaftssekretär Koppel sagte. Zuletzt hatte die Gewerkschaft Verdi am Donnerstag die Beschäftigten der Verkehrsgesellschaft Frankfurt zu ganztägigen Arbeitsniederlegungen aufgerufen. Betroffen waren alle neun U-Bahn-Linien sowie die zehn Straßenbahn-Linien in Hessens größter Stadt. Die Verkehrsgesellschaft hatte vorab auf Ausweichmöglichkeiten hingewiesen. Busse, S-Bahnen sowie Regionalzüge seien nicht von dem Warnstreik betroffen. Für Pendler bedeutet das, sich wieder Alternativen zu suchen. Fahrgästen wird empfohlen, möglichst kurz vor Fahrtantritt noch einmal aktuelle Informationen einzuholen. Diese gibt es über die Radio­sender, am RMV-Servicetelefon, im Internet unter www.rmv-frankfurt.de sowie in den sozialen Medien.