Geärgert haben wir uns diese Woche über eine Meldung der „Bild“-Zeitung über die Internetnutzung der Deutschen. „Trotz aller Warnungen“, lesen wir, „ist ,123456‘ wieder das beliebteste Passwort.“ Ganz ehrlich: Wir finden das unverantwortlich. Unverantwortlich von „Bild“, einfach das Passwort hinauszuposaunen, das uns seit Jahren gute Dienste leistet. Jetzt werden wir uns ein neues suchen müssen. Ob wir uns „234567“ genauso gut merken können? Immerhin liefert „Bild“ uns auch die Munition, um uns über sie zu amüsieren, und zwar mit dem hauseigenen „Fehler-Radar“. So habe man die kroatischen Handballer fälschlicherweise als „Männer vom Balken“ bezeichnet, was in uns das bizarre Bild einer Truppe auf dem Donnerbalken hervorruft. Der Balkan scheint für „Bild“ generell ein schreiberisches Minenfeld zu sein; einst behauptete sie, der Minister Bodo Hombach sei zum EU-Koordinator „auf den Balkon“ weggelobt worden. Zumindest die Aussicht dürfte schön gewesen sein. Wo ich bin und wo er ist Hilft in solchen Fällen die Autokorrektur weiter? Nicht wenn als Sprache Englisch eingestellt ist, wie es offenbar bei einem anderen „Bild“-Lapsus der Fall war. Über den Dschungelcamper Hubert Fella, räumt das Blatt ein, habe man geschrieben, „,Counterfeits‘ würden seine Kissen zieren. Richtig muss es ,Konterfeis‘ heißen.“ Wobei sowohl das Konterfei als auch das Counterfeit zurückgehen aufs mittelhochdeutsche kunterfeit, was bedeutet: Nachahmung, Fälschung. Das wäre echt shockierend: Hat Hubert Fellow etwa gefälschte Pillows in den Jungle gesmuggelt? Seinen Mitcamper Gil Ofarim nennt „Bild“ derweil „Jammer-Gil“. Was wohl bedeutet, dass Ofarim eine Jam-Session veranstaltet hat. Star der aktuellen Staffel ist offensichtlich eine junge Frau namens Ariel, die laut „Bild“ über den Vater ihrer Tochter gesagt hat: „Wir waren etwa drei Jahre zusammen, wir haben ein gemeinsames Kind, aber wir haben keinen Kontakt mehr. Man sieht ja, wo ich bin und wo er ist.“ Nun, Ariel ist, wie gesagt, im Dschungelcamp; wo er ist, das wissen wir nicht, würden aber sagen: Praktisch überall ist es besser als da, wo Ariel gerade ist. Vielleicht schafft Frederik bei seinem zweiten Buch 14 Seiten Ganz oben angekommen ist Maite Kelly, die „Frau im Spiegel“ zufolge Helene Fischer übertrumpft hat: „Ihr Hit ,Der Morgen danach‘ steht seit elf Wochen in den Airplay-Charts in der Kategorie ,Deutschland Konservativ Pop‘ auf Platz eins.“ Von solchen Kategorien wussten wir gar nichts, ob es auch „Linksliberal Pop“ oder „Anarchistisch Pop“ gibt? In Kellys „Konservativ Pop“-Hit jedenfalls singt sie Zeilen wie „Geheiltes Herz und zerrissenes Kleid / Hab’ dir gesagt ,Bitte geh heut zu weit‘“, „24/7 Arten, sich zu lieben mit dir“ und „Du hast mich dreimal in den Himmel gebracht“. Der Konservatismus scheint auch nicht mehr ganz so zu sein, wie wir ihn in Erinnerung hatten. Gewiss gesitteter geht es bei König Frederik zu. „Der dänische Monarch (57) hat sein erstes Buch ,Kongeord‘ (dt. ,Königsworte‘) selbst als Hörbuch eingesprochen!“, staunt „Neue Post“. „Bilder aus dem Tonstudio zeigen ihn lächelnd und voller Elan, wie er die Aufgabe bewältigt – immerhin elf Seiten. Respekt, Majestät!“ Hm, für ein erstes Buch sind elf Seiten schon gar nicht schlecht, vielleicht schafft Frederik mit seinem zweiten ja 14 Seiten. Wobei, Moment: Wie eine schnelle Internetsuche ergibt, umfasst „Kongeord“ in Wahrheit 112 Seiten. Dass jemand so viele Seiten lesen kann, ohne dass zwischendrin mal ein Kreuzworträtsel kommt, ist für „Neue Post“ natürlich unvorstellbar. Über die „spektakuläre Bombe“, die Brooklyn Beckham „auf Instagram platzen ließ“, berichtet nun auch „Frau im Spiegel“, genauer, wie er in „einem sechsseitigen Anklageschreiben“ mit seiner Familie brach. Sechs Seiten, das sind fast so viele, wie Frederiks Buch laut „Neue Post“ hat, doch wie groß sind eigentlich die Seiten auf Instagram: DIN A4 oder nur DIN A5? Nicola Peltz soll eine Million Dollar Taschengeld im Monat bekommen Was Brooklyn Beckham beruflich macht, war uns nie völlig klar, laut „Frau im Spiegel“ ist er „Food-Influencer“. Das ist nicht so zu verstehen, dass er Tomaten dazu brächte, schneller zu wachsen. Stattdessen stellt Beckham auf Instagram Rezepte vor, zum Beispiel „Lobster Mac and Cheese“. Und vermutlich auch Kaviarpizza und Kobe-Rind-Labskaus. Leisten kann sich Beckham das auch, weil seine Frau Nicola Peltz gemäß Medienberichten von ihrem Vater monatlich „eine Million Dollar Taschengeld“ bekommt. Sie dürfte auch über entsprechend große Taschen verfügen. Einer Unbekannten geholfen hat, wie „Das neue Blatt“ weiß, Guido Maria Kretschmer. „Guido sitzt gemeinsam mit Maskenbildnerin Peggy in einem Abteil, als eine fremde Frau dazukommt“, lesen wir. „Zack, hat die rausgelassen, dass die ihren Mann betrügt“, der gerade in der Reha weile: Sie wolle „mal was für sich machen“. Wozu Kretschmer sie ausdrücklich ermutigt. „Und er erklärt: ,Erika, ich sage, weißt du was? Spring!‘“ Gut für Kretschmer, dass Erika ihn nicht missverstanden hat: Vor Schreck hätte sie auch aus dem Zug springen können.
