FAZ 14.12.2025
13:56 Uhr

Herzblatt-Geschichten: Nicht mal mit Katzen reden Männer genug


Wieso Katzen häufiger miauen, wenn Männer den Raum betreten, sich Horst Schlämmer als Maite-Kelly-Fan entpuppt und Dinkelbrötchen beim Abnehmen helfen: die Herzblatt-Geschichten.

Herzblatt-Geschichten: Nicht mal mit Katzen reden Männer genug

Dass in einer neuen Studie eines Evolutionsanthropologen aus Cambridge der Mensch unter 34 Säugetierarten auf Platz sieben landet, hinter dem Europäischen Biber, aber noch vor dem Weißhandgibbon, ist für unsere gebeutelte Spezies ein Achtungserfolg. Untersucht wurde dabei nicht die Intelligenz oder der ökologische Fußabdruck, sondern die Neigung zur Monogamie, abzulesen am Anteil der Vollgeschwister. Ein Leben in totaler Monogamie – und, womöglich, Monotonie – führt demnach einzig die Kalifornische Hirschmaus; ob dies an ihrem edlen Charakter liegt oder an Bequemlichkeit beziehungsweise einem Mangel an Gelegenheiten, wurde nicht untersucht. Mag sein, dass sich auch der Trend zur Situa­tionship noch nicht bis zu den braven Mäusen herumgesprochen hat. Keine andere Art ist so wenig umtriebig wie das Soayschaf Weit vorn, auf Rang drei, landet auch der Damara-Graumull, der allerdings ob seines gewöhnungsbedürftigen Äußeren froh sein wird, überhaupt jemanden zum Paaren gefunden zu haben. Am anderen Ende der Liste finden sich Bonvivants wie der Große Tümmler, dessen Umtriebigkeit schon im Namen durchklingt, der Antarktische Seebär, der vermutlich in jedem Hafen eine andere hat, und ganz hinten erstaunlicherweise nicht der Schweinigel, sondern das Soayschaf, das auf gerade 0,6 Prozent an Vollgeschwistern kommt. „Das Soayschaf ist ein primitiver Typ von Hausschaf“, teilt Wikipedia fast schon beleidigend mit und informiert uns, dass jenes Tier auf der abgelegenen Vulkaninsel Soay lebt, wo es sonst auch nicht allzu viel zu tun geben dürfte. Ob die Soayschafe tagtäglich brunftig durch ihre Herde streifen und immer wieder feststellen: Ach nee, wir zwei hatten schon? Interessantes erfahren wir auch aus einer türkischen Studie zu Hauskatzen, über die „Bunte“ berichtet: „Katzen miauten viel häufiger, wenn ein Mann zur Tür hereinkam.“ Und wieso? „Die Tiere fordern Aufmerksamkeit, und das sehr laut, da Männer in der Regel nicht so viel mit ihren Fellnasen reden wie Frauen.“ Zu alldem, was man Männern heute vorwirft, nun auch noch das: Sie schweigen ihre Katzen an. Dabei dürften die Fellnasen das Dilemma nicht exklusiv haben: Angesichts ihrer maulfaulen Partner müssten auch viele Frauen miauen. Gewicht verlieren mit Dinkelbrötchen und Schafjoghurt Womit wir in dieser Kolumne, es hilft ja nichts, dann doch wieder bei den Menschen wären. Zum Beispiel bei Maite Kelly, die in ihrem Lied „Der Morgen danach“ weniger besagten Morgen als das Davor besingt und laut „Woche der Frau“ erklärt hat: „Ich glaube, ich darf im Namen aller Frauen sagen: Wir sind auch froh, wenn wir einmal in den Himmel kommen.“ Gemeint ist nicht der Himmel, in den angeblich nur brave Mädchen (und Kalifornische Hirschmäuse) kommen, sondern so ziemlich das Gegenteil, der Himmel auf Erden. „Ich bete, dass meine Frau ihn nicht hört“, hat ein Kelly-Anhänger ihr über den Song geschrieben. „Nicht dass sie dann sagt: ,Schatz, das, was die Maite hat, das will ich auch.‘ Ich habe nämlich Rücken, Frau Kelly, ich habe Rücken.“ Wir wussten gar nicht, dass Horst Schlämmer Maite-Kelly-Fan ist. Das jedenfalls kann es ja auch nicht sein: Die Frau kommt in den Himmel, und der Mann anschließend in die Reha. Zur Selbstkasteiung neigt offenbar Schauspielerin Barbara Wussow, die „Bild“ erzählt, wie sie zehn Kilo verloren hat: „Ein Glas Wasser, ein Schafjoghurt und ein Dinkelbrötchen zum Frühstück. Mittags dasselbe. Und abends – nichts.“ Wenn man das lange genug durchzieht, dann, schätzen wir, dürfte der kulinarische Höhepunkt stets das Abendessen sein. Hauptsache, nicht noch ein Schafjoghurt! Strengen Regeln folgt auch Werber Jean-Remy von Matt: „Ein Prozent meiner Lebenszeit, das sind 14,5 Minuten am Tag, investiere ich in meine Fitness“, teilt er „Bunte“ mit. Wir haben das gleich nachgerechnet und herausgefunden, dass ein Prozent von 24 Stunden exakt 14 Minuten und 24 Sekunden sind – womit von Matt täglich sogar noch sechs Sekunden mehr trainiert, als er es eigentlich müsste. Er „fühle sich trotz 15 verschiedener Psychiater ohne Orientierung“ Entspannt geht laut „Bunte“ in reiferen Jahren Schauspielerin Diana Körner das Leben an: „Wenn sie Probleme habe, warte sie inzwischen ab, bis sie sich von alleine lösen.“ Das würden wir gern genauso halten, sind nur unsicher, ob das immer funktioniert, etwa bei einem Wasserrohrbruch. Offen über seine psychischen Pro­bleme gesprochen hat „Bunte“ zufolge Cindy Crawfords Sohn Presley Gerber: Er „fühle sich trotz 15 verschiedener Psychiater ohne Orientierung“. Ehrlich gesagt: So ginge es uns bei 15 Psychiatern auch. Einfacher hat es Andy Borg, der sich auf seine Frau und Managerin Birgit verlässt und laut „Echo der Frau“ gesagt hat: „99,8 Prozent meines Erfolges sind ihr Verdienst. Und die 0,2 Prozent sind mein Gesang, da sie nicht singen kann.“ Eine mutige Aussage, die Borg hoffentlich nicht eines Tages auf die Füße fällt, sollte sich das Paar doch einmal trennen: gut möglich, dass der Scheidungsrichter ihm dann nur 0,2 Prozent des gemeinsamen Vermögens zuspricht.