FAZ 22.02.2026
12:00 Uhr

Herzblatt-Geschichten: „Ich schiele immer aus Eifersucht“


Tötet Trash-TV die Beziehungslust? Ab wann und bis wann gilt jemand als „umstritten“? Und bekommt Andrew einen neuen Wohnsitz? Die Herzblatt-Geschichten.

Herzblatt-Geschichten: „Ich schiele immer aus Eifersucht“

Was haben Karl Lauterbach, Alice Schwarzer und Xavier Naidoo gemein? Dass ihre besten Zeiten hinter ihnen liegen – okay, das gewiss auch, aber nicht nur: Sie sind, jedenfalls aus Sicht der „Bild“-Zeitung, umstritten. Lauterbach ist „der wegen seiner harten Corona-Politik umstrittene Sozialdemokrat“, Schwarzer „die wohl bekannteste, aber auch umstrittenste Feministin Deutschlands“ – die womöglich noch umstrittener geworden ist, seit sie dem „Spiegel“ über eine Kanzlerin Alice Weidel gesagt hat: „Das hätte sicherlich, trotz allem, auch den Effekt, ermutigend für Frauen zu sein. Wahrscheinlich. Unter anderem. Ja.“ Fragte man uns, ob wir diese Sätze entmutigend für den Feminismus, die Frauen und die Menschheit allgemein finden: Wahrscheinlich. Unter anderem. Ja. Naidoo schließlich taucht bei „Bild“ auf als „der umstrittene Soul-Star“, und zwar in einem Text über seinen jüngsten Auftritt bei einer Demo, wo er sich echauffierte über „Kinderfresser“, finstere Zeitgenossen, die im Wortsinn „unsere Babys fressen“. Frage: Wie verstrahlt, und zwar vermutlich durch Kondensstreifen, darf man eigentlich sein, um noch als „umstritten“ zu gelten? Naidoos Aussagen dürften ja nicht mal den Kinderfressern selbst gefallen, deren Treiben er so mutig öffentlich macht. Wird er seine umstrittenen Thesen demnächst gegenüber einem stirnrunzelnden Markus Lanz verteidigen dürfen, flankiert von einer Ethnologin, die westlichen Kannibalismus als kulturelle Aneignung anprangert, sowie einem experimentierfreudigen Fernsehkoch? Andrew scheint inzwischen unumstritten zu sein Gänzlich unumstritten scheint Ex-Prinz Andrew zu sein, den finden inzwischen eigentlich alle doof. Womöglich wird sich nach den Ermittlungen ja auch die leidige Frage seines neuen festen Wohnsitzes geklärt haben. Ihn nach alter britischer Tradition im Tower of London festzusetzen, könnte der Stadt perspektivisch sogar noch mehr Besucher bescheren. Und noch einen Schlag muss die Krone verkraften: „Königin Elizabeth – Ihr Grab ist leer!“, verkündet „Das Neue“. „Wie wir aus Palastkreisen erfahren haben, soll die Queen schon Jahre vor ihrem Tod ihren letzten Willen geändert haben. Demnach verfügte sie, gemeinsam mit ihrem geliebten Prinz Philip († 99) nicht dort bestattet zu werden, wo alle Welt sie vermutet – sondern an einem Ort, der für sie von ganz persönlicher Bedeutung war.“ Nämlich auf Malta, wo sie „die glücklichste Zeit ihres Lebens“ verbracht habe – und nun also auch die glücklichste Zeit danach. Dort ist sie vielleicht auch weit genug weg von der neuerlichen Andrew-Schmach und muss sich nicht im Grab umdrehen. Vergleichsweise gut geht es laut „Gala“ Monacos Fürstin Charlène, die große Hundefreundin sei. „Lustig: Zwei – mittlerweile verstorbene – Tiere taufte sie Monte und Carlo.“ Ob sie deren Nachfolger Al und Bert getauft hat oder Grim und Aldi? Oder geht sie mit einem Hund namens Mone Gassi? Gar nicht lustig findet „Gala“, was Popsänger Zayn Malik über seine frühere Partnerin Gigi Hadid gesagt hat: „,Damals dachte ich, es sei Liebe. Später wurde mir klar, dass es eher Lust war.‘ Einfach fies, nach sechs Jahren Beziehung (von 2015 bis 2021) so nachzutreten.“ Andererseits: sechs Jahre Lust, Donnerwetter. Das kriegen nur die allerwenigsten Paare hin. Alle Lust vergangen ist, weiß „Freizeitwoche“, Moderatorin Janin Ullmann. „Liebes-Killer Trash-TV“ lautet der Titel der Meldung: „Nach der Scheidung von Ex-Mann Kostja Ullmann (41) hat die Dating-Show ,Temptation Island VIP‘ ihr offenbar den letzten Rest an Beziehungslust genommen. ‚Ich bin wirklich sehr happy, Single zu sein‘, erklärt Janin (44).“ Könnte irgendein Sender sie bitte schnell das gute alte „Herzblatt“ moderieren lassen, um ihr den Glauben an die Liebe zurückzugeben? Über die Midlife-Crisis spricht mit „Bunte“ Schauspieler Sebastian Bezzel: „Männer, die sich die Haare färben, plötzlich ein Cabrio fahren oder eine jüngere Partnerin haben. Zum Glück treffen diese Klischees noch nicht auf mich zu.“ Das spannendste Wort hier dürfte das „noch“ sein, vor allem für Bezzels Ehefrau. „Ich schiele immer aus Eifersucht“, beichtet demselben Blatt seine Kollegin Victoria Trauttmansdorff. „Das ist ganz schrecklich. Ich habe meine Augen einfach nicht unter Kontrolle. Ich schiele normal nicht, aber wenn ich so eifersüchtig bin, dann schon.“ Verblüffend. Ob bei ihr wohl noch andere Emotionen körperliche Reaktionen auslösen – Rülpsen vor Freude? Ohrenwackeln aus Verlegenheit? Zur Eifersucht hat auch Moderatorin Karolin Kandler was zu erzählen: „Ich habe in der Hosentasche meines Mannes eine Quittung für Schmuck gefunden – und war sofort maximal irritiert. Kein Geburtstag, kein Jahrestag, nicht mal Valentinstag“, teilt sie „Bunte“ mit. „Plot-Twist: Mein Mann hatte keinen gewöhnlichen Schmuck gekauft – sondern ein neues Halsband für unseren Mops Fritzi.“ Da hoffen wir, dass Fritzi nicht für eine Notlüge herhalten musste – und der Mops bis heute mit dem Brillantcollier herumläuft, das Kandlers Mann eigentlich seiner Geliebten schenken wollte.