FAZ 15.02.2026
14:08 Uhr

Herzblatt-Geschichten: Er wiegt mich jede Woche


Mit welchen Puppen spielt Markus Söders Tochter? Was läuft zwischen Kim Kardashian und Lewis Hamilton? Und wer hilft „Bild“ bei der Pluralbildung? Die Herzblatt-Geschichten.

Herzblatt-Geschichten: Er wiegt mich jede Woche

Diese jungen Leute! Nicht nur sein Olympiasieg ist für unseren Skispringer Philipp Raimund, 25, eine völlig neue Erfahrung gewesen, sondern auch manches von dem, was darauf folgte. Wie wir „Bild“ entnehmen, hat Raimund dem ZDF in einem Interview gesagt: „Ich habe sogar SMS bekommen. Dass das heutzutage geht, wusste ich gar nicht mehr.“ Lieber Herr Raimund: Bitte nicht erschrecken, sollte Ihr Handy plötzlich schrill klingeln – es könnte sich um einen sogenannten Anruf handeln. Wir gehen übrigens davon aus, dass er all die Faxe, die für ihn eingegangen sind, noch gar nicht gelesen hat. Rührend auch die zehn Jahre junge Sophia, Töchterchen des Fernseh-Starlets Daniela Katzenberger. Wie wir „Frau mit Herz“ entnehmen, hegt die Kleine einen ganz alterstypischen Berufswunsch: „Sophia möchte irgendwann eine eigene Schönheitsklinik eröffnen.“ Goldig! Womit wir bei Gloria-Sophie Burkandt wären, mit 27 nicht mehr ganz so jung, aber immer noch deutlich jünger als der frühere Google-CEO Eric Schmidt, mit dem Burkandt, die Tochter von Markus Söder, laut zahlreichen von allen Beteiligten unbestätigten „Bild“-Berichten eine Beziehung führt, die über väterliche oder großväterliche Freundschaft hinausgehen soll. Schmidt, so „Bild“, „ist 70 Jahre alt und verheiratet, Gloria ist 27. Doch was bedeutet das schon? Die beiden reisen um die Welt, sind glücklich.“ Es ist der altvertraute anbiedernde Duktus, den der Boulevard anwendet, wenn er Privates hinausposaunt und sicherstellen will, dass ihm keiner dafür böse ist. Heißt das aber, dass ein solches Lebensmodell nur dann keine scheelen Blicke verdient, wenn man genug Kapital für Weltreisen hat? Spielen mit der Stoiber-Puppe Eine Flugreise Burkandts führte die Woche auch zu einer der Selbstkorrekturen, mit denen uns „Bild“ schon viel Freude bereitet hat: „Auf Seite 3 schrieben wir unter einem Foto von Gloria-Sophie Burkandt, dass dieses sie mit einer Henry-Kissinger-Puppe zeigt. Richtig ist: Es ist eine Puppe der Hauptfigur Carl Fredricksen aus dem Pixar-Film ,Oben‘.“ Schade, eine Kissinger-Puppe hätte die gewiss beträchtlichen Ambitionen der jungen Frau besser symbolisiert. Wobei ihr Vater ja zu gern erzählt, dass in seinem Jugendzimmer einst ein Franz-Josef-Strauß-Poster hing, und er ihr eigentlich eine Strauß-Puppe zum Spielen hätte kaufen müssen. Oder wenigstens eine Stoiber-Puppe. Ganz andere Spielzeuge legt man sich zu, wenn man Jeff Bezos heißt. Der Amazon-Gründer hat die Produktionsfirma MGM gekauft, welche die James-Bond-Filme verantwortet – was „Gala“ vermuten lässt, dass der neue Bond von Bezos’ Liebster Lauren Sánchez bestimmt wird: „Sie hat das Sagen.“ Sánchez wolle „jemanden als 007, der den Raum füllt, bevor er auch nur ein Wort gesagt hat“. Im Grunde gilt das für jeden der namenlosen Amazon-Lagerarbeiter, angesichts der politischen Vorlieben des Paares dürfte es am Ende aber auf Donald Trump hinauslaufen. Ein anderes Glitzerpaar hat sich offenbar mit Kim Kardashian und Lewis Hamilton gefunden. „Bunte“ schreibt neben ein Foto der beiden: „Beim Super Bowl in Santa Clara ließen sie die Augen nicht voneinander.“ Dabei trägt Kardashian auf dem Bild eine Sonnenbrille; unmöglich zu sagen, wo sie hinschaut. Sollten die beiden jedenfalls während des gesamten Spiels tatsächlich die Augen nicht voneinander gelassen haben, hätten sie sich die teuren Karten eigentlich auch sparen können. An die zerbrochene Ehe zwischen Patricia Arquette und Nicolas Cage erinnert „Gala“: Nach Arquette, lesen wir, „heiratete Cage, heute 62, noch viermal, seit 2021 ist er mit Gattin Nr. 5, der Japanerin Riko Shibata, 31, glücklich“. Angesichts seiner Vorgeschichte halten wir die Behauptung, die Ehe sei „glücklich“, für riskant; wir würden ja vorsichtiger formulieren, sie sei „möglicherweise“ oder „noch“ glücklich. Unzweifelhaft happy ist derzeit die Moderatorin Martina Reuter, die 50 Kilo abgenommen und sich dabei in ihren Trainer verliebt hat: „Vladi kennt mein Gewicht, er wiegt mich jede Woche“, erzählt sie der „Bild“-Zeitung. „So etwas Intimes hatte ich noch nie.“ Nach dieser Definition hieße „miteinander intim werden“: den Partner auf die Waage stellen. Nicht jeder Beziehung dürfte das guttun. Eine Meldung aus dem Intimbereich hat „Bild“ die Woche zur Seite-1-Schlagzeile gemacht: „Minister will Furze (sic) von Kühen messen“ stand da in großen Lettern. Da haben wir uns schon auf die Korrektur gefreut, die anderntags wirklich und ziemlich kleinlaut kam: „Der Plural von Furz“ – wir zitieren hier nur – „lautet Fürze.“ Dieser Vorgang hat uns zu einem Gedichtlein inspiriert, das „Bild“ bei kunftigen Plüralbildungen als Krucke oder Eselsbrucke dienen mag: „Kuh plus Kuh ergibt nicht Kuhe | Beide machen auch nicht Muhe. | Was egal ist, ist nicht schnürz, | Kerkeling sang einst nicht „Hürz!“. | Anis und Zimt sind nicht Gewurze | und der Koch trägt keine Schurze. | Für „Bild“ noch mal in aller Kürze: | Was die Kuh lässt, das heißt . . . ?“ Gern geschehen.