FAZ 25.01.2026
14:22 Uhr

Herzblatt-Geschichten: Ein zickiges Spannungsfeld


Kann den Beckhams nur noch ein Friedensrat helfen? Wer spricht den Hai Hai-Di? Und was will Diana als Geist bei Charles? Die Herzblatt-Geschichten.

Herzblatt-Geschichten: Ein zickiges Spannungsfeld
Marko Grgic (Mitte) hat erstmas im EM-Turnier überzeugt. (Foto: Marcel von Fehrn/Eibner/Imago)

Beginnen wollen wir ausnahmsweise einmal mit dem Sportteil. Dass der Fußballspieler Edin Džeko beim Zweitligaklub Schalke 04 einen Vertrag erhält, obwohl er 39 ist, das hat uns, die wir noch viel, viel älter sind, gefreut. Noch besser wurde unsere Laune, als wir lasen, was der „Bild“-Zeitung zu Džekos Trikotnummer einfällt: „Die 10 trugen bereits große Namen wie Julian Draxler (32/jetzt Al-Ahli), Ivan Rakitic (37/Karriereende) oder Olaf Thon (59/Karriereende).“ Dass „Bild“ meint betonen zu müssen, dass Thon seine Karriere beendet hat, weil jemand annehmen könnte, dass er mit 59 Jahren noch irgendwo kicken könnte – das fanden wir wirklich anrührend. Auch nicht schlecht ist, wie in „Bunte“ Model Penny Lancaster, 54, die erste Begegnung ihres Gatten Rod Stewart, 78, mit ihrem Vater schildert: „Das Lustigste war, dass Rod – der ja wusste, dass mein Vater Anwalt war – beschloss, einen zweireihigen Nadelstreifenanzug zu tragen, um möglichst wie ein seröser Banker auszusehen. Und mein Vater im Gegenzug dachte, es wäre lässiger, eine Lederjacke zu tragen und wie ein Rockstar zu wirken. Als die beiden sich dann zum Abendessen trafen, war das ziemlich amüsant, weil jeder als der eigentlich andere kam.“ Die Verwechslungsgefahr dürfte um so größer gewesen sein, da beide Herren gleich alt sind. Leise, aber eindringlich Doch es gibt auch Ernstes zu berichten, und zwar aus dem Schlafgemach von König Charles. „Die Dunkelheit liegt schwer auf dem Palast – und plötzlich scheint ein eisiger Hauch durch die Räume zu ziehen“, müssen wir in „Das Neue“ lesen. „In diesen Nächten erscheint sie ihm.“ Nämlich niemand anderes als Charles’ leider verstorbene frühere Frau Diana. „Ihr Gesicht taucht aus dem Zwielicht seiner Gedanken auf, ihre Augen blicken ernst, beinahe mahnend. Charles glaubt, ihre Stimme zu hören – leise, aber eindringlich: ,Sorge endlich für Frieden zwischen unseren Söhnen.‘“ Seltsam, dass Diana nicht den Kontakt zu den Söhnen selbst sucht, doch vielleicht glauben die nicht an Geister. Und immerhin lobenswert, dass sie sich einen Kommentar verkneift wie „Und deine Camilla ist noch immer ein alter Rottweiler“. Böse Kommentare gewohnt ist der Sänger Gil Ofarim, der nach seinem Absturz nun im Dschungelcamp landet. „Gut möglich, dass der 43-Jährige von den Zuschauern oft in die Prüfungen gewählt wird – als Bestrafung für seinen Skandal von 2021“, spekuliert „Frau im Spiegel“. „Damals warf der Sänger einem Hotelmitarbeiter Antisemitismus vor.“ Sollten die Zuschauer tatsächlich so denken und ihn ein ums andere Mal Fischaugen lutschen lassen, dann könnte das Dschungelcamp erstmals in seiner Geschichte eine Antisemitismusdebatte auslösen. Doch wenden wir uns mit „Woche der Frau“ lieber den schönen Dingen im Leben zu. Das neugeborene Söhnchen von Sarah und Samuel Koch heißt Romeo Caspar: „Wie die Medienagentur der beiden Schauspieler berichtete, wurde der erste Vorname nach dem berühmten Shakespeare-Charakter gewählt, der zweite in Anlehnung an einen der drei Weisen aus der Weihnachtsgeschichte.“ Da hat, würden wir sagen, der kleine Romeo Caspar Glück gehabt: Er hätte ebenso gut Hamlet Melchior heißen können. Der Hai Hai-Di Ein Hai aus dem Trickfilm „Hoppers“ wiederum, dem Heidi Klum ihre Stimme leiht, heißt ulkigerweise „Hai-Di“. Damit wirkt die deutsche Fassung einfallsreicher als das amerikanische Original, wo der Hai Diane heißt und von Vanessa Bayer gesprochen wird. Hätte man nicht Shakira engagieren und ihn Sharkira nennen können? Schauspielerin Janine Kunze erzählt derweil „Bunte“ von ihrem Familienleben mit teilweise pubertierenden Kindern und einer Mutter in der Menopause. „,Wir haben da ein kleines zickiges Spannungsfeld, bedingt durch die Hormone‘, so Janine“, über die wir Überraschendes erfahren: „Sie habe im Freundeskreis immer als Captain Ahab aus ,Moby Dick‘ gegolten. ,Wenn alle schon ermattet waren, stand ich da und sagte: ,Weiter! Ich habe Energie für viele!‘“ Hm, so richtig nett sind die Freunde ja nicht, wenn sie Kunze nach einem rachsüchtigen Fanatiker benennen. Mit Moby Dick hatte Ahab ja ein gigantisches zickiges Spannungsfeld, obschon keiner der beiden in der Menopause war. Gigantisch ist auch das Zerwürfnis von Victoria und David Beckham (50, Karriereende) mit ihrem Sohn Brooklyn. Ganz kurz erspähte eine adleräugige Kollegin auf der „Bild“-Website neben Brooklyns Foto die Schlagzeile „Meine Mutter hat mein Hochzeitskleid sabotiert“, und das wäre echt fies gewesen: Auch Jungs sollten, wenn sie wollen, heute ein Kleid tragen dürfen. Die rasch korrigierte Schlagzeile „Meine Mutter hat meinen Hochzeitstanz sabotiert“ allerdings macht die Sache auch nicht besser: „Seine Mutter Victoria habe auf der Hochzeitsfeier den ersten Tanz mit seiner Frau gecrasht, ihn vor aller Augen ,unangemessen angetanzt‘, schreibt Brookyln in seiner Abrechnung.“ Den Beckhams, scheint uns, kann nun echt nur noch eines helfen: ein Friedensrat. Donald Trump, Janine Kunze und Lady Di haben schon zugesagt.