FAZ 24.01.2026
18:57 Uhr

Helen Schneider im Stil-Fragebogen: Was ich tue, obwohl es unvernünftig ist? Im kalten Norden Deutschlands wohnen!


Helen Schneider ging mit Udo Lindenberg auf Tournee, spielte im Theater und in Musicals – nun wird sie im „Tatort“ zu sehen sein. Hier spricht die Sängerin über ihre Wahlheimat sowie Essens- und Musikvorlieben.

Helen Schneider im Stil-Fragebogen: Was ich tue, obwohl es unvernünftig ist? Im kalten Norden Deutschlands wohnen!

Am Anfang war Udo Lindenberg. Mit ihm ging die gebürtige New Yorkerin Helen Schneider Ende der Siebzigerjahre auf Tournee. Und war nach kurzer Zeit als Sängerin mit Liedern wie „Rock ‚n‘ Roll Gypsy“ selbst eine feste Größe in ihrer Wahlheimat Deutschland. Erfolge feierte sie aber auch schon in den Achtzigern am Theater und als Musicaldarstellerin, etwa als Norma Desmond in „Sunset Boulevard“ und Eva Perón in „Evita“. Besonders angetan haben es der Dreiundsiebzigjährigen bis heute die Lieder von Kurt Weill. Schneider, die 2018 von Berlin nach Hamburg gezogen ist, wo sie an der Stage School Hamburg Liedinterpretation und Schauspiel unterrichtet, ist im neuen Jahr wieder als Rechtsmedizinerin Edda Bingley im Ersten im Bremer „Tatort“ zu sehen – am 25. Januar in der Folge „Wenn man nur einen retten könnte“. Was essen Sie zum Frühstück? Morgens trinke ich gern Grüntee. Manchmal sogar einen Liter. Kaffee trinke ich meistens nur nachmittags. Dazu sind frisches Obst sowie Cracker mit Olivenöl und Za'tar für mich perfekt. Wo kaufen Sie Ihre Kleidung ein? Ich nähe viele Sachen für mich selbst. Außerdem kaufe ich Basics oft von COS. Und Besonderheiten finde ich in Vintage-Läden. Was ist das älteste Kleidungsstück in Ihrem Schrank? Mein Parka von Marithé & François Girbaud stammtaus Berlin, gekauft 1992 – und er wird immer noch getragen. Wann haben Sie zuletzt handschriftlich einen Brief verfasst? Gestern Abend, sehr kurz, und er war leider sehr schwer zu lesen. Welches Buch hat Sie im Leben am meisten beeindruckt? Ich habe „Zen and the Art of Motorcycle Maintenance“ von Robert M. Pirsig schon dreimal in unterschiedlichen Lebensphasen gelesen. Jedes Mal gewinnt das Buch für mich an Bedeutung. Wie informieren Sie sich über das Weltgeschehen? Durch verschiedene Zeitungen und bestimmte Blogs wie den von Heather Cox Richardson über die Vereinigten Staaten. Was ist Ihr bestes Smalltalk-Thema? Gibt es ein bestes Smalltalk-Thema? Bei welchem Film haben Sie zuletzt geweint? Bei „Flow“, dem Animationsfilm von Gints Zilbalodis. Einfach phantastisch! Sind Sie abergläubisch? Manchmal. Worüber können Sie lachen? Oft über mich selber. Ihr Lieblingsvorname? Rose und Lily und Sam und Jo. Machen Sie eine Mittagspause? Ja! Das ist mir sehr wichtig. Ich esse morgens wenig und bin deswegen mittags superhungrig. In welchem Land würden Sie gerne leben? Wo auch immer ich mich aktuell zu Hause fühle. Momentan ist es der Norden Deutschlands. Was fehlt nie in Ihrem Kühlschrank? Miso-Paste, Tahini, Wein (Farbe egal). Fühlen Sie sich mit oder ohne Auto freier? Ohne! Was ist Ihr größtes Talent? Ich suche es noch. Was tun Sie, obwohl es unvernünftig ist? Ich wohne im regnerisch-kalten Norden Deutschlands. Welcher historischen Person würden Sie gerne begegnen? Ich habe Frida Kahlo in den frühen Neunzigern zwei Jahre lang auf der Bühne verkörpert. Sie blieb für mich einer der bewundernswertesten Menschen, die ich kenne. Tragen Sie Schmuck? Und eine Uhr? Immer weniger. Und obwohl ich versucht habe, ohne Armbanduhr auszukommen, war sie für mich letztlich unentbehrlich. Haben Sie einen Lieblingsduft? L'Eau d'Issey von Issey Miyake. Was war Ihr schönstes Ferienerlebnis? Lissabon. Auf welchem Konzert waren Sie zuletzt? Es war nicht wirklich ein Konzert, sondern die Oper „Tosca“ an der Hamburger Staatsoper. Was fehlt Ihnen zum Glück? Gesundheit, Liebe und künstlerische Herausforderung sind für mich Glück – also alles in Ordnung derzeit. Was trinken Sie zum Abendessen? Wasser und Wein.