Super-Joker Said El Mala stützte sich erschöpft auf die Knie, bevor er pflichtbewusst mit seinen Mitspielern abklatschte. So richtig freuen konnte sich der Shootingstar des 1. FC Köln trotz seines siebten Saisontreffers jedoch nicht. Auch der 19-Jährige hat den Aufsteiger zum Jahresauftakt in der Fußball-Bundesliga nicht aus der Negativserie befreien können. Nach einem Pausenrückstand rettete immerhin das erst zur Halbzeit eingewechselte Toptalent den Kölnern das Remis (48. Minute). In der ersten Hälfte waren die Heidenheimer dank eines Traumtors von Marvin Pieringer (15.) und Julian Niehues (26.) zweimal in Führung gegangen. Eric Martel hatte das zwischenzeitliche 1:1 erzielt (18.). „Wenn du zweimal zu Hause in Führung gehst, musst du das Spiel einfach zu machen“, ärgerte sich Pieringer bei Sky. Sein Trainer wurde noch deutlicher: „Ganz ehrlich, mich kotzt heute dieses Unentschieden so an und wer mich kennt, weiß, dass für mich der Moment zählt. Ich brauche eine Nacht, das Ganze zu verarbeiten“, sagte Frank Schmidt nach dem Spiel. „Ich glaube, es ist nicht so leicht, in Heidenheim was mitzunehmen“, gab sich El Mala nach dem Spiel m DAZN-Mikrofon positiv: „Wir haben uns vorgenommen, hier zu bestehen. Im Endeffekt können wir mit einem Punkt zufrieden sein.“ Drei Tore binnen elf Minuten Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt und leichtem Schneefall waren zunächst die Gäste, die direkt aus dem Spanien-Trainingslager angereist waren, näher dran an der Führung. Das 1:0 aber erzielten die Gastgeber – und wie! Nach einer Flanke von Jan Schöppner traf Pieringer mit dem Rücken zum Tor – halb im Fallen, halb per Fallrückzieher. Selbst seine Teamkollegen hielten sich verblüfft die Hand vor den Mund. Diese sehenswerte Aktion war der Auftakt zu einer turbulenten Phase mit drei Toren in elf Minuten. Nach einem Kopfballaufsetzer von Verteidiger Martel war auch Heidenheims Torhüter Diant Ramaj geschlagen, der bei Kölner Chancen zuvor glänzend reagiert hatte. Doch die Truppe von Trainer Schmidt ließ sich vom Ausgleich nicht beeindrucken. Niehues setzte nach einem Eckball und einem zunächst abgewehrten Schuss erfolgreich nach. Ausgerechnet von Kölns Neuzugang Jahmai Simpson-Pusey sprang der Ball ins Tor. Der Defensivspieler gab wie Sturm-Talent Fynn Schenten sein Debüt. Auf Luca Waldschmidt – ebenso wie auf Florian Kainz – hatte FC-Trainer Lukas Kwasniok dagegen komplett im Aufgebot verzichtet. Spieler aus dem Kader zu streichen, sei Teil seines Jobs, über die Gründe werde intern gesprochen, erklärte Kwasniok vor Anpfiff bei DAZN. „In Zukunft Gas“ zu geben, biete „beste Chancen“, auch wieder Teil des Kaders zu sein. Seit dem 2. November (4:1 gegen den Hamburger SV) sind die Kölner in der Bundesliga nun ohne Erfolg. El Mala brachte nicht nur wegen seines Treffers Schwung ins Spiel. Nach seiner Einwechslung brauchte der Youngster nur zwei Minuten, um sich in den Fokus zu spielen. Anschließend verfehlte Jakub Kaminski nur knapp, Ragnar Ache scheiterte an FCH-Keeper Ramaj. Die Partie blieb bis zum Schluss spannend und hätte sich noch in beide Richtungen entwickeln können. Ramaj verhinderte in der Schlussphase vor 15.000 Zuschauern den Kölner Siegtreffer.
