Der Flugbetrieb am Hauptstadtflughafen BER ist am Freitag wieder angelaufen. Gegen Mittag hoben die ersten Flugzeuge ab, wie ein Sprecher des Flughafens sagte. Offiziell wurde der Flugbetrieb um 12 Uhr freigegeben. Gegen 13 Uhr startete das erste Flugzeug in Richtung Amsterdam. Schritt für Schritt soll nun der Betrieb hochgefahren werden. Passagiere müssten sich aber weiterhin auf Verspätungen und Ausfälle einstellen, so der Sprecher. Aufgrund von Blitzeis und anhaltendem Eisregen waren seit Donnerstagabend keine Starts und Landungen am BER möglich. Auch am Freitagmorgen blieb der Betrieb zunächst eingestellt. Der Winterdienst der Flughafengesellschaft habe die Flugbetriebsflächen die gesamte Nacht über mit Enteisungsmittel behandelt, aber ohne Erfolg, sie seien spiegelglatt, hieß es am Morgen. Es bestehe Gefahr für Leib und Leben. Die Auswirkungen waren auch am Frankfurter Flughafen zu spüren: Eine Maschine mit Ziel Berlin sei nach Frankfurt umgeleitet worden, sagte eine Sprecherin. Demnach seien sechs Flüge aus Frankfurt nach Berlin annulliert worden. Schon Donnerstag gab es viele Flugausfälle Schon im Laufe des Donnerstages hatte es am Flughafen BER eine Reihe von Problemen gegeben. Zunächst konnten am Morgen nach gefrierendem Regen keine Maschinen starten. Das Enteisen der Flugzeuge nahm jeweils bis zu einer Stunde Zeit in Anspruch. Der erste Flieger hob dann am späten Vormittag ab. Im Flugplan kam es am Donnerstag anschließend zu erheblichen Verzögerungen und zahlreichen Ausfällen. Fluggäste mussten zum Teil lange Wartezeiten auf sich nehmen. Von den 180 geplanten Starts wurden der Sprecherin zufolge bis gegen Mittag bereits 35 komplett gestrichen und danach noch weitere mehrere Dutzend. Nur noch Kühlschrank, nicht mehr Gefrierfach – auf diese Formel bringt der Deutsche Wetterdienst (DWD) die Vorhersage für das Wochenende. Im äußersten Nordosten sei das Abtauen des Eisfachs aber „eine zähe Angelegenheit“, sagte DWD-Meteorologe Oliver Reuter in Offenbach. Was die Menschen dort am Wochenende erwartet: ein Mix aus Schneeregen, Regen und letztem gefrierenden Regen „bei zarten Plusgraden“. In der Mitte Deutschlands erwartet der Wetterdienst am Wochenende zwischen vier und sechs Grad. Nach Süden hin können es sogar über zehn Grad werden. „Wo noch Schnee liegt, beginnt dieser doch rasch zu tauen“, sagte der Meteorologe. Teils zeigt sich sogar die Sonne. Häufig bleibt es aber nebelig bedeckt oder ganztägig trüb. „Für die neue Woche bestehen noch massive Unsicherheiten in der Prognose“, hieß es am Freitag beim DWD. Manche Modelle zeigten eine erneute Luftmassengrenze mit einem warmen Süden und einem kalten Norden. Man müsse also abwarten, „ob Teile von Deutschland nicht doch wieder zum Gefrierschrank werden“.
