FAZ 28.01.2026
13:47 Uhr

Handys in der Schule: Frauen-Union will digitale Schutzzonen bis Klasse 10


In der Pause am Handy spielen? Die Frauen in der Union wollen das bundesweit verbieten. Schüler sollen Mobiltelefone nur in Ausnahmefällen privat nutzen dürfen.

Handys in der Schule: Frauen-Union will digitale Schutzzonen bis Klasse 10

Die Frauen-Union der CDU fordert digitale Schutzzonen an Schulen. In einem Antrag für den Bundesparteitag in Stuttgart spricht sich die Frauen-Union dafür aus, bundesweit einheitliche Regelungen zur Nutzung privater Mobiltelefone und digitaler Endgeräte an Schulen bis einschließlich Klasse 10 einzuführen. Die private Nutzung solcher Geräte soll während des Unterrichts und in den Pausen untersagt sein. Ausnahmen soll es nur in pädagogisch begründeten Fällen wie bei medizinischer Notwendigkeit (Diabetes-App) oder im Rahmen digitaler Unterrichtsnutzung geben. Die Mittelstands-Union hat sich ihren Forderungen angeschlossen. „Kinder sollen Kinder sein dürfen. Das unkontrollierte Konsumieren von Social Media und die permanente Erreichbarkeit schaden ihnen massiv“, sagte die Frauen-Unions-Vorsitzende und Bundesgesundheitsministerin Nina Warken. Dafür sollen sich die Kultusminister der Union in der Bildungsministerkonferenz einsetzen. „Die CDU Deutschlands fordert die Kultusministerkonferenz auf, einheitliche Leitlinien und Empfehlungen zu erarbeiten, die auf den bestehenden Regelungen einzelner Bundesländer aufbauen. Damit sollen die Schulen bundesweit Rechtssicherheit erhalten und Schülerinnen und Schüler in einem einheitlich geschützten Lernumfeld aufwachsen können“, heißt es in dem Antrag. Außerdem sollen die Erziehungsberechtigten einbezogen und durch geeignete Mittel beim bewussten Umgang mit Medien durch ihre Kinder unterstützt werden. Uneinheitliche Regelung Der Umgang mit Smartphones in Schulen ist derzeit Ländersache und sehr unterschiedlich geregelt. Hessen hat eine landesweite Regelung, andere Länder folgen, oft ist es aber den Schulen überlassen, über die Nutzung digitaler Endgeräte zu entscheiden. Die uneinheitliche Regelung führe zu Unsicherheiten für Schulen, Lehrkräfte und Eltern. Der ständige Zugriff auf Smartphones insbesondere in den unteren Jahrgängen führe zu Konzentrationsstörungen, Konflikten und Belastungen im sozialen Miteinander führe. „Es braucht daher ein Modell, welches eine klare Trennung zwischen Unterrichtszeit und privater Nutzung vorsieht und digitale Endgeräte nur für pädagogische Zwecke erlaubt“, heißt es im Antrag. Außerdem fordert die Frauen-Union eine bundesweite Schüler-ID und ein Dashboard. Auf diese Weise könnte der individuelle Lernverlauf dokumentiert und die vollständige Datenübertragbarkeit bei Wohnort- und Bundeslandwechseln gesichert werden. Flankiert durch das Dashboard könnten Lernstände, Fördermaßnahmen und Bildungsdaten transparent dargestellt und Bildungsbiographien über Ländergrenzen hinweg dokumentiert werden. „Die bundesweit einheitliche Schüler-ID und das digitale Dashboard sollen auf einer seitens der Kultusministerkonferenz abgestimmten Leitlinie eingeführt werden“, heißt es im Antrag. Man sei davon überzeugt, dass auf diese Weise dokumentierte Bildungslaufbahnen nicht nur den Schülern zugute kommen, sondern der Steuerung und Steuerbarkeit des gesamten Bildungswesens.