Handball-Rekordmeister THW Kiel hat das Ticket für das Finalturnier der European League gelöst. Im Siebenmeterwerfen setzte sich der Bundesligaklub mit 4:2 gegen den kroatischen Vertreter RK Nexe Našice durch. Nach dem 30:33 im Hinspiel hieß es nach 60 Minuten 30:27 (17:15) für Kiel. Die THW-Torhüter Andreas Wolff und Gonzalo Pérez de Vargas hielten jeweils einen Strafwurf und wurden so zu den spielentscheidenden Akteuren. Auch Titelverteidiger SG Flensburg-Handewitt ist nach einem Torfestival und die MT Melsungen nach einem Zitterspiel zurück im Endturnier am 30./31. Mai in Hamburg. Flensburg setzte sich im deutschen Viertelfinale bei der TSV Hannover-Burgdorf mit 43:35 (22:20) durch – nach dem 39:39 im ersten Duell. Melsungen kam trotz eines 19:23 (9:12) beim portugiesischen Rekordchampion FC Porto weiter, das 28:23 aus dem Hinspiel reichte knapp. Siebenmeterwerfen entscheidet für Kiel Nach einem guten Start lag Našice mit 2:0 (3. Minute) in Führung. Die Norddeutschen ließen sich aber zunächst nicht nervös machen. Mit dem 10:7 (18.) egalisierte Veron Načinović gegen seine kroatischen Landsleute den Drei-Tore-Rückstand aus dem Hinspiel. Beim 12:8 (21.) stand Kiel erstmals virtuell im Finalturnier. Es dauerte bis in die zweite Hälfte hinein, bis sich die „Zebras“ beim 22:17 (36.) durch Domagoj Duvnjak einen komfortableren Vorsprung herausgeworfen hatten. Für Ruhe sorgte aber auch das 28:22 (51.) nicht. Im Gegenteil: Našice war beim 26:29 (56.) wieder in Schlagdistanz. Harald Reinkind verpasste mit einem Fehlwurf die Vorentscheidung, und Našice rettete sich ins Siebenmeterwerfen. Wolff parierte gegen Ivan Babić, Pérez de Vargas gegen Ognjen Čenić. Den entscheidenden Strafwurf zum umjubelten Kieler Sieg verwandelte dann der Schwede Eric Johansson. Beste Werfer im Spiel waren Johansson und Lukas Zerbe mit je zehn Treffern. Für die Gäste war Tin Lučin achtmal erfolgreich. Hannover konnte nicht mehr mithalten Der dänische Europameister Lasse Møller war mit zehn Toren erfolgreichster Werfer der Flensburger beim 43:35-Sieg in Hannover. Für die Niedersachsen, die das erste internationale Final Four ihrer Vereinsgeschichte verpassten, traf Leif Tissier ebenfalls zehnmal. Hannover startete stark und lag in der ersten Halbzeit fast durchgängig in Führung. Flensburg musste früh die Rote Karte gegen den Slowenen Domen Novak verkraften (10.). Der zwischenzeitliche Drei-Tore-Vorsprung schmolz aber dahin, zur Pause lagen die Gäste mit 22:20 vorn. Im zweiten Durchgang setzte sich Flensburg immer weiter ab. Hannover konnte mit dem Tempo nicht mehr mithalten. Ein Tor entscheidet zugunsten von Melsungen Melsungen musste um den Einzug in die Finalrunde bangen. Die Hessen unterlagen beim FC Porto mit 19:23, retteten sich nach dem 28:23 im ersten Duell aber knapp ins Ziel. Am Ende entschied ein Tor. Für die MT ist es das erst zweite internationale Halbfinale in der Vereinsgeschichte. Im Vorjahr scheiterte Melsungen am späteren Titelträger Flensburg. Komplettiert wird das Final Four durch Montpellier HB aus Frankreich. Die European League ist seit Jahren eine deutsche Angelegenheit. Seit 2004 kam der Sieger nur zweimal nicht aus der Bundesliga; zuletzt triumphierte Flensburg zwei Jahre in Folge. Kiel und der SC Magdeburg sind mit vier Titeln Rekordsieger.
