Natürlich lässt sich im Nachhinein nicht mehr sagen, ob ein persönliches Sicherheitsinterview mit Ariop A. seine Einreise nach Deutschland und damit auch sein Verbrechen verhindert hätte. Allein die Tatsache, dass dieses Interview offenbar nicht geführt wurde, die Sicherheitsüberprüfung also nicht so umfassend war, wie sie eigentlich sein sollte, reicht aber schon als Ausdruck des Versagens. Und leider muss man sagen: wieder einmal. Denn der Mord in Hamburg reiht sich damit in viele andere Fälle der vergangenen Jahre ein, nach denen man sich stets fragen musste, warum der Täter überhaupt ins Land kam oder noch im Land war. Einfach zu oft musste man feststellen: Man hätte manche Taten kommen sehen können, vielleicht gar müssen. Warum geschieht das nicht schon? Auch das Verbrechen von Ariop A. kam augenscheinlich nicht aus dem Nichts. Er war schon zuvor strafrechtlich bekannt. So ist die Forderung von Hamburgs Erstem Bürgermeister Peter Tschentscher nur zu unterstützen, dass gefährliche Flüchtlinge abgeschoben werden sollen. Allerdings muss die Frage erlaubt sein, warum das noch nicht längst geschieht, jedenfalls nicht im dem erforderlichen Maße. Zumal ein solches konsequentes Vorgehen ja nicht bedeutete, dass Deutschland keine Flüchtlinge mehr aufnimmt. Im Gegenteil: Die Akzeptanz in der Bevölkerung wäre wahrscheinlich sogar höher, wenn die Bürger sicher sein könnten, dass alles getan wird, um eine Gefahr für sie auszuschließen.
