Nur wenige Monate vor der Präsidentenwahl in Kolumbien hat der Amtsinhaber Gustavo Petro von abermaligen Anschlagsplänen gegen seine Person gesprochen. Er werde in zwei Tagen umziehen, um zu verhindern, dass er umgebracht werde, sagte Petro bei einer live übertragenen Sitzung mit Ministern. Der Präsident schilderte dabei konkrete Vorfälle bei Reisen. Er habe nicht mit dem Hubschrauber landen können, „weil ich fürchtete, dass man auf den Hubschrauber schießen würde“, sagte er. Er habe deshalb stundenlang über dem offenen Meer fliegen müssen. Zudem habe er einen Polizeigeneral abgesetzt, der laut Petro „eine seltsame Mission“ gehabt habe, ihm „psychoaktive Substanzen ins Auto zu legen“. Auswärtiges Amt sieht Verschlechterung der Lage Petro hatte bereits in der Vergangenheit wiederholt über angebliche Anschlagspläne gegen seine Person berichtet. Die Aussagen machte der Staatschef nach dem zeitweisen, mutmaßlichen Verschwinden der indigenen Senatorin Aida Quilcué, die ihm politisch nahesteht. Der Präsident sprach von einer neuen Phase politischer Unsicherheit. „Das versetzt mich in eine Alarmsituation“. Quilcué war nach Angaben ihres Umfelds im südwestlichen Verwaltungsbezirk Cauca von Unbekannten abgefangen worden. Später bestätigte der Bürgermeister der Gemeinde laut Berichten, dass die Senatorin lebend aufgefunden worden sei. Die Region gehört zu einer der gefährlichsten des Landes, es gibt dort eine starke Präsenz illegaler bewaffneter Gruppen. Insgesamt hat sich die Sicherheitslage in dem südamerikanischen Land nach Einschätzung des Auswärtigen Amts in den vergangenen Jahren verschlechtert. Touristen seien in der Regel nicht Ziel von Anschlägen, jedoch bestehe „die Gefahr von Kollateralschäden“. Ende Mai findet die Präsidentenwahl statt.
